Nachrichten-Mann Jan Hofer und seine Frau Phong Lan leben jetzt auf Mallorca. Was das mit ihrer Liebe macht und welche Rolle Mett-Igel in ihrem Leben spielen.
Eins ist schon wenige Minuten nach dem Treffen im Hotel „El Llorenç“ klar: Heute wird viel gelacht. Der gemeinsame Humor ist eindeutig eines der Glücksrezepte von Jan Hofer, 75, und seiner Frau Phong Lan, 48. Und der darf auch mal trocken, schwarz und frech sein. So stellt Phong Lan besser gleich zu Beginn des Interviews klar: Du darfst heute nur anständige Sachen sagen, was er mit „Leider!“ kommentiert.
Mallorca tut dem Paar so gut, dass die Insel sich wie Heimat anfühlt und es für immer bleiben soll. „Ich gehöre hierher“, sagt die Ex-Hamburgerin Phong Lan. Sie lebt mit Sohn Henry, 10, seit 2021 dort. Auch Jan, der vor fünf Jahren als „Tagesschau“-Chefsprecher aufhörte und danach die Nachrichten-Sendung „RTL direkt“ moderierte, ist endlich öfter zu Hause. Vom Ruhestand allerdings ist der vierfache Vater noch weit entfernt. Im Frühjahr etwa wird er bei der Sat.1-Show „The Taste“ mitmachen, für 2027 ist eine große Tournee „Guten Abend, meine Damen und Herren“ geplant. Das bedeutet: pendeln. Und sich immer wieder auf die Insel freuen.
Jan Hofer und Phong Lan Hofer über Strände, Spanischkenntnisse und Mettigel
GALA: Beschreiben Sie doch mal Ihr Mallorca-Gefühl.
Jan Hofer: Ich habe seit 40 Jahren eine Ferienwohnung hier in Illetas, in der ich Pause machen, aber nicht dauerhaft leben konnte, weil sie zu klein war. Die war für mich immer sehr wichtig, weil ich manchmal das Gefühl hatte, dass das Leid dieser Welt, über das ich in der „Tagesschau“ berichten musste, über mich hineinbricht; ich musste ab und zu mal raus, sonst wäre ich an der Weltlage verzweifelt. So war Mallorca für mich immer ein Fluchtort.
Sprechen Sie beide Spanisch?
Jan Hofer: Ich leidlich, sie gut, der Kleine perfekt.
Phong Lan Hofer: Ja, aber der Kleine schimpft, dass mein Spanisch so schlecht ist. Dabei bin ich schon beim besten Kurs in der Elternschule angelangt. Das war eine total nette Frauenrunde, die zu einem Freundinnentreff wurde, bei dem wir uns eine Menge vom Leben erzählt haben.
Jan Hofer: Heute wissen die Mädels mehr über mich als ich selbst.
Phong Lan Hofer: Ja, Schatz, du warst auch Thema.
© Franziska Krug
Fühlt sich das für Sie hier an wie Dauerurlaub?
Jan Hofer: Wir unterscheiden sehr, sehr stark zwischen Tourismus und Alltag, das sind zwei Welten. Ich werde immer wieder gefragt, wo ist euer Pool? Und ich sage, wir haben keinen, weil wir hier leben. Und wenn wir baden wollen, gehen wir an den Strand. Wir sind gerade sehr glücklich. Wissen Sie, wenn man sein Auskommen hat, man muss nicht reich sein, morgens in den strahlend blauen Himmel schaut und entspannte Menschen um sich herum hat, was will man mehr?
Gibt es etwas in Deutschland, das Sie vermissen?
Phong Lan Hofer: Das echte Vollkornbrot.
Jan Hofer: Wir sind Deutsche, das kann man nicht verhehlen. Ich fahre manchmal in den deutschen Supermarkt nach Can Pastilla und kaufe Zwiebelmett satt.
Phong Lan Hofer: Dann machen wir einen Mett-Abend. Sicher so einmal im Monat.
„Jeder darf er selbst sein“
Erleben Sie hier Ihre Ehe neu?
Jan Hofer: Ja, ich musste meine Freundin abschaffen in Berlin. (beide lachen schallend)
Und Sie fragen ihn manchmal, wann er endlich wieder los muss?
Phong Lan Hofer: Meine Spanischlehrerin sagt immer: „Ist dein Mann hier oder muss er reisen?“ Und wenn ich sage, er muss weg, sagt sie: „Herzlichen Glückwunsch, das hätte ich auch gerne.“
Jan Hofer: Wir haben auch Interessen, die teilweise auseinandergehen. Sie macht sehr viel mehr Sport als ich, kümmert sich intensiver um den Kleinen. Ich kann dann auch Dinge machen, die mich interessieren.
Haben Sie neue Macken an sich entdeckt, wo Sie sich nun öfter sehen?
Jan Hofer: Nein, wir haben uns noch nie gestritten.
Ist das gut?
Phong Lan Hofer: Das ist gut. Wir sind beide sehr harmoniebedürftig.
© Franziska Krug
Jan Hofer: Und wenn wir Meinungsverschiedenheiten haben, diskutieren wir die aus. Aber wir haben den gleichen Geschmack, auch was die Einrichtung betrifft.
Welche Gemeinsamkeiten haben Sie noch?
Jan Hofer: Jeder darf er selbst sein. Wenn wir mal auf einer Party sind, verschwinden wir einfach, um uns mit anderen auszutauschen, sie geht zu ihren Leuten, ich zu meinen, und wir treffen uns irgendwann wieder. Wir leben ein sehr offenes Leben.
Phong Lan Hofer: Wir haben einfach immer Gesprächsstoff. Es ist nie so, dass wir uns anschweigen, es sei denn, wir möchten es. Dann ist es auch gut. Manchmal gucken wir nebeneinander einträchtig aufs Meer und sagen uns, wie schön das Leben ist.
„Vorher habe ich mich alleinerziehend gefühlt“
Sie fühlen sich aber nicht als „Frau von“, oder?
Phong Lan Hofer: Nein, im Gegenteil. Ich vertrage es nicht, wenn ich eingeengt oder gegängelt werde. Wenn jemand versucht, mich in eine Form zu bringen, bin ich schneller weg, als er gucken kann. Das ist unser Rezept, dass wir so glücklich miteinander sind. Wir lieben uns so, wie wir sind, wir versuchen nicht, uns zu ändern.
Jan Hofer: Ich hatte immer eine zweite Wohnung. Das waren meine Rückzugsräume, ich bin auch ganz gerne mal allein.
Phong Lan Hofer: Ich auch. Aber es ist natürlich ungewohnt, dass er nun häufiger da ist. Vorher habe ich mich alleinerziehend gefühlt, und jetzt ist es schön zu sagen: „Du Schatz, holst du den Kleinen von der Schule ab, ich habe noch einen Termin.“
Haben Sie eigentlich unterschiedliche Erziehungsstile?
Beide: Ja! (lachen)
Phong Lan Hofer: Er, der Sunshine-Daddy, ich, die strenge Mutter.
Jan Hofer: Ich bin immer froh, dass mein Sohn nicht so geworden ist wie ich. Ich war, glaube ich, ein ziemliches Ekel als Kind. Gestern hat er schwer geweint, als wir uns nach zwei Wochen wiedergesehen haben. Papa, endlich bist du wieder da!
© Franziska Krug
Das ist für Sie wichtig, als Vater präsenter zu sein, oder?
Jan Hofer: Unser Kind, das können sich viele gar nicht vorstellen, war ja ein Wunschkind. Kein Versehen, sondern geplant. Und es hat den Rest meiner Familie neu konfiguriert. Wir haben zum Beispiel jetzt beschlossen, dass mein ältester Sohn die Vormundschaft übernimmt, sollte uns was passieren. Dabei war er damals derjenige, der mich für verrückt erklärt hat: „Jetzt hast du uns von der Backe und fängst wieder von vorne an?“
Das war für Sie, Frau Hofer, aber auch nicht einfach.
Phong Lan Hofer: Es war ja nicht gegen mich gerichtet. Er hat sich Sorgen gemacht, das verstehe ich. Ich hätte wahrscheinlich aus Schutz für Jan genauso reagiert und gefragt: „Warum machst Du das jetzt alles? Du hast eigentlich alles erlebt. Du könntest jetzt reisen, frei sein.“ Aber ich hätte nicht herzlicher aufgenommen werden können, das war eher die Sorge um den Vater. (Jan Hofer zückt sein Handy, zeigt Fotos von seinem Ältesten mit dem Jüngsten) Die zwei sind ein Herz und eine Seele. Sie telefonieren stundenlang miteinander, unterhalten sich darüber, wie man eine Rakete baut, die nicht abstürzt.
Sind Sie heute der Vater, der Sie früher gerne gewesen wären?
Jan Hofer: Ja, natürlich. Immer noch zu wenig, weil ich viel unterwegs bin und der Kleine dann immer ein, zwei Tage braucht, um Nähe zu finden.
Warum machen Sie noch so viel?
Jan Hofer: Ich bekomme noch viele Anfragen. Aber ich selektiere ja schon, früher habe ich auch viel Mist angenommen. Aber mit zunehmendem Alter realisiere ich auch, dass Lebenszeit vorbei ist, und sage mehr ab. Es gibt zwei wirklich wichtige Dinge des Älterwerdens. Man steht nicht mehr mit dem Rücken zur Wand. Ich kann sagen, was ich will, das habe ich früher als „Tagesschau“-Sprecher nicht gekonnt. Und ich hake eher ab. Wenn mir einer blöd kommt, lass ich ihn ziehen. Ich konzentriere mich auf einige wenige gute Freunde.
Ist das Alter sonst ein Thema für Sie?
Jan Hofer: Altwerden ist nichts für Feiglinge.
Quelle: Gala

