Vom Parcours aufs Parkett – Joel Mattli über seinen Weg vom „Ninja Warrior“ zu „Let’s Dance“. Wichtigster Mentor: sein verstorbener Vater.
Die Musik stoppt, das Publikum tobt und die „Let’s Dance“-Jury hebt die Kellen: Joel Mattli, 31, bislang eher bekannt für seine Kraftakte als Ninja-Sportler, holt mit großer Leichtfüßigkeit die vollen 30 Punkte – als erster Kandidat der neuen Staffel. Ein Ritterschlag, den der 31-jährige Schweizer selbst kaum fassen kann. Denn obwohl er Woche für Woche mit seiner Partnerin Malika Dzumaev, 35, abliefert wie ein Profi, hat er erst kürzlich zum Tanzen gefunden. „Mal was Neues“, sagt er. Diese Lockerheit hat ihn in der Freitagabendshow von RTL schon nach wenigen Wochen zum Publikums-Liebling gemacht. Doch er hat auch schwere Zeiten hinter sich.
© Christoph Hardt
Joel Mattli über die Kraft der Familie und die Erinnerung an seinen Vater
GALA: Sie hatten jetzt eine Woche Pause von „Let’s Dance“. Wie haben Sie die Zeit genutzt?
Joel Mattli: Ich bin nach Hause gefahren. Meine Wohnung ist in Zürich, und ich habe mich direkt mit meiner Schwester und meiner Mutter getroffen.
Also sind Sie ein Familienmensch?
Ja, wir sind eine große Familie. Meine Mutter hat sechs Geschwister, allein auf einer Seite habe ich etwa 15 Cousins und Cousinen. Gerade an Ostern merkt man das: Auch wenn nicht alle kommen, sind wir immer noch 30 bis 40 Leute.
Aus welchem Umfeld kommen Sie?
Mein Vater war Sanitärinstallateur mit eigener Firma. Meine Mutter ist medizinische Praxisassistentin. Dieses Bodenständige hat mich geprägt.
Ihr Vater ist 2021 an Krebs gestorben; Sie waren mit ihm sehr eng. Wie war Ihre gemeinsame Zeit?
Er war sehr sportlich. Dadurch habe ich auch meine eigene Freude an Bewegung entwickelt. Wir haben viel zusammen gemacht, waren joggen, wandern und haben auch gemeinsam surfen gelernt. Beim Joggen war es oft so, dass wir zusammen losgelaufen sind und er plötzlich gesprintet ist – und mir gezeigt hat, dass ich ihn nicht einholen kann. Das war so ein typisches Vater-Sohn-Ding.
Wie hat Sie Ihr Vater noch geprägt?
Nach seinem Tod war es uns in der Familie sehr wichtig, den Zusammenhalt zu halten und uns gegenseitig Kraft zu geben. Ich habe auch eine Sprachnachricht von ihm, in der er sagt: „Du wirst Ninja Warrior.“ Die habe ich eine Zeit lang jeden Morgen als Weckerklingelton genutzt.
Ein Teil von ihm lebt für mich weiter – in dieser positiven Haltung und in dem, was ich heute mache.
© Markus Hertrich
Zwischen Alltag, Freunden und der Sehnsucht nach Liebe
Sie sind Sportler, Speaker, Social Media-Star. Bleibt Zeit für Freunde?
Das ist mir sehr wichtig. Ich nehme mir bewusst Zeit, auch wenn mein Alltag voll ist. Meistens sind es aber ruhigere Abende – zusammen essen gehen oder in eine Bar. Diese Momente mit Freunden helfen mir abzuschalten.
Wie sieht es aus mit Clubs?
Wenn ich trainiere, lebe ich ziemlich clean, ich trinke auch wenig Alkohol. Dass ich das letzte Mal im Club war, ist tatsächlich sehr, sehr lange her.
Wir fragen, weil man da auch jemanden kennenlernen kann. Sind Sie denn in festen Händen?
Nein, ich bin Single. Es hat sich bisher nichts ergeben. Und Online-Dating ist auch nichts für mich. Das gibt es zu viele Fake-Profile – ich vertraue dem nicht so richtig. Aber grundsätzlich bin ich offen.
Haben Sie als Familientyp Sehnsucht nach einer eigenen Familie?
Ja, das ist ein Wunsch von mir. In den letzten Jahren stand bei mir vor allem der Sport im Vordergrund. Es hat sich deshalb einfach nichts ergeben, wo ich gesagt hätte, jetzt ist der richtige Moment. Umso mehr freue ich mich gerade, dass meine Schwester hochschwanger ist. Ich werde bald Onkel! [Anm. d. Red: Das Kind ist mittlerweile zur Welt gekommen und Joel stolzer Patenonkel]

