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Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich plant einen massiven Stellenabbau in Deutschland. Bis Ende März 2027 wird die Produktion am Standort Lüneburg komplett geschlossen, was allein dort 160 Arbeitsplätze kostet. Insgesamt fallen durch den Jungheinrich Stellenabbau rund 500 Arbeitsplätze in Deutschland weg, betroffen sind neben Lüneburg vor allem die Standorte Norderstedt und die Zentrale in Hamburg. Weltweit streicht das Unternehmen sogar 1.000 Stellen, obwohl das Werk in Lüneburg als profitabel gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Werksschließung Lüneburg: Die Produktion wird bis Ende März 2027 eingestellt, 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
- 500 Jobs in Deutschland: Der Stellenabbau betrifft Lüneburg, Norderstedt und die Hamburger Zentrale am stärksten.
- Weltweiter Abbau: Insgesamt werden bei Jungheinrich 1.000 Stellen gestrichen, die Hälfte davon in Deutschland.
- Sozialplan vereinbart: Nach einem 85-tägigen Streik wurde ein Sozialplan mit Abfindungen und einer Transfergesellschaft für die Lüneburger Mitarbeiter ausgehandelt.
- Strategische Neuausrichtung: Als Grund nennt der Konzern nicht wirtschaftliche Not, sondern eine strategische Neuausrichtung zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit.
- Profitabler Standort: Die IG Metall kritisiert die Schließung, da die Produktion in Lüneburg profitabel sei.
Der angekündigte Jungheinrich Stellenabbau vom 15.02.2026 ist ein harter Schlag für die betroffenen Mitarbeiter und die Region. Nach monatelangen Verhandlungen und einem der längsten Arbeitskämpfe in Niedersachsen steht nun fest: Die Produktion in Lüneburg wird bis spätestens Ende März 2027 eingestellt. Davon sind 160 Produktionsmitarbeiter betroffen. Allerdings bleiben am Standort 125 Stellen in Konstruktion und Verwaltung erhalten.
Hintergründe zum Jungheinrich Stellenabbau
Der Hamburger Gabelstapler-Konzern hat ein umfassendes Transformationsprogramm beschlossen, um seine globale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dieses Programm beinhaltet die Streichung von weltweit 1.000 Arbeitsplätzen, davon rund 500 in Deutschland. Die Maßnahmen sollen die Kosten mittelfristig um etwa 100 Millionen Euro pro Jahr senken. Jedoch betont das Unternehmen, dass die Entscheidung nicht auf akuten wirtschaftlichen Zwängen beruht, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung ist. Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, die Produktion stärker zu bündeln und zu automatisieren. Über die finanziellen Herausforderungen von Unternehmen haben wir auch im Kontext der Autoversicherung Preiserhöhung 2025 berichtet.
Kritik von der IG Metall
Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert die Entscheidung zur Werksschließung in Lüneburg scharf. Laut Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg handelt es sich nicht um einen Sanierungsfall, sondern um die Aufgabe einer profitablen Produktion. Das Werk in Lüneburg war auf Sonderbauten spezialisiert, bei denen Gabelstapler an individuelle Kundenwünsche angepasst wurden – ein Vorteil gegenüber Massenware aus China. Die Gewerkschaft sieht in der Schließung einen „Tabubruch“.
Welche Standorte sind vom Jobabbau betroffen?
Der Jungheinrich Stellenabbau konzentriert sich auf mehrere norddeutsche Standorte. Neben der vollständigen Schließung der Produktion in Lüneburg mit 160 betroffenen Mitarbeitern sind auch das Werk in Norderstedt (Schleswig-Holstein) und die Konzernzentrale in Hamburg betroffen. In Norderstedt sollen laut Berichten rund 200 Stellen in der Produktion wegfallen, vorrangig über ein Freiwilligenprogramm. Hinzu kommen weitere Stellen in der Hamburger Zentrale und der Vertriebsorganisation, sodass die Gesamtzahl in Deutschland auf etwa 500 kommt. Die verbleibenden 500 Stellen werden auf die 41 Auslandsorganisationen des Konzerns verteilt.
Warum schließt Jungheinrich ein profitables Werk?
Obwohl die Produktion in Lüneburg Gewinne erwirtschaftete, passt der Standort laut Konzernleitung nicht mehr in die neue Fertigungsstrategie. Das Unternehmen plant, seine Produktion stärker zu zentralisieren, zu automatisieren und internationaler auszurichten. Diese Anforderungen könne der Standort Lüneburg nicht erfüllen. Die Ressourcen sollen folglich auf leistungsfähigere Werke verlagert werden, um die Kostenstruktur zu verbessern und flexibler auf Marktschwankungen reagieren zu können. Diese strategische Neuausrichtung ist ein klarer Kurswechsel in der bisherigen Standortpolitik des Unternehmens. Ähnliche wirtschaftliche Entscheidungen und ihre Folgen beleuchten wir auch im Artikel über die Verstöße gegen den Mindestlohn.
Video: Bericht zur Werksschließung
Für tiefere Einblicke in die Situation vor Ort und die Reaktionen der Mitarbeiter empfehlen wir folgenden YouTube-Beitrag von SAT.1 REGIONAL. Das Video verdeutlicht die menschlichen Schicksale hinter dem Jungheinrich Stellenabbau.
Der Sozialplan für die Mitarbeiter in Lüneburg
Nach einem über 80-tägigen Streik, einem der längsten in der jüngeren Geschichte Niedersachsens, einigten sich IG Metall und Jungheinrich auf ein umfassendes Sozialpaket für die 160 betroffenen Mitarbeiter in Lüneburg. Dieses Paket hat ein Volumen im zweistelligen Millionenbereich und soll die sozialen Härten abfedern.
Details der Einigung
Die Vereinbarung umfasst einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag. Diese regeln unter anderem die Abfindungen und die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die den Übergang in neue Jobs erleichtern soll.
| Maßnahme | Details |
|---|---|
| Abfindungsfaktor | 1,35 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr (1,7 für IG Metall-Mitglieder) |
| Zusatzzahlungen | Je 5.500 € für Unterhaltspflichten, Alleinerziehende, Pflegende und Schwerbehinderte (7.000 € für IG Metall-Mitglieder) |
| Transfergesellschaft | 9 Monate (1. April bis 31. Dezember 2027) mit Aufstockung auf 80-87% des letzten Nettogehalts |
| Verbleibende Stellen | 125 Arbeitsplätze in Konstruktion und Verwaltung bleiben in Lüneburg erhalten |
Weitere Informationen zur offiziellen Einigung finden sich in der gemeinsamen Erklärung von IG Metall und Jungheinrich AG. Zusätzliche Hintergründe zur wirtschaftlichen Lage von Industrieunternehmen bietet die Statistik des Statistischen Bundesamtes zum verarbeitenden Gewerbe.
Fazit zum Jungheinrich Stellenabbau
Die Schließung der profitablen Produktion in Lüneburg und der damit verbundene Jungheinrich Stellenabbau von 500 Arbeitsplätzen in Deutschland markieren einen tiefen Einschnitt. Während das Unternehmen von einer notwendigen strategischen Neuausrichtung spricht, um global wettbewerbsfähig zu bleiben, stehen Hunderte Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft. Der nach langem Streik ausgehandelte Sozialplan für Lüneburg federt die Folgen zwar finanziell ab, der Verlust der Arbeitsplätze bleibt jedoch ein harter Schlag für die betroffene Region und die deutsche Industrielandschaft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autoren-Info: Max Mustermann ist Wirtschaftsredakteur bei mindelmedia-news.de und analysiert seit über 10 Jahren die deutsche Industrielandschaft. Er hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personalmanagement studiert und berichtet regelmäßig über Restrukturierungen und Arbeitsmarkt-Themen.
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Facebook: Harte Nachrichten von Jungheinrich: Der Gabelstapler-Spezialist schließt sein Werk in Lüneburg und streicht insgesamt 500 Stellen in Deutschland. Was steckt hinter der Entscheidung, ein profitables Werk aufzugeben? Wir haben die Fakten zum Stellenabbau und zum Sozialplan für euch zusammengefasst. #JungheinrichStellenabbau #Werksschließung #Lüneburg #Norderstedt #Arbeitsplätze #Wirtschaftsnews