Kaffeepreise Streit: Tchibo setzt seinen Kampf gegen Aldi Süd vor dem Bundesgerichtshof fort. Der Kaffeeröster wirft dem Discounter vor, Kaffee der Eigenmarke Barissimo unter Herstellungskosten verkauft zu haben. Tchibo sieht darin einen Rechtsverstoß und will dies gerichtlich untersagen lassen.
Rückruf-Info
- Tchibo legt Revision beim Bundesgerichtshof im Streit um Kaffeepreise mit Aldi Süd ein.
- Tchibo wirft Aldi Süd vor, Kaffee unter Herstellungskosten zu verkaufen.
- Das Landgericht und Oberlandesgericht Düsseldorf wiesen die Klage zuvor ab.
- Das Aktenzeichen des Falls lautet: Az. VI-6 U 1/25.
Tchibo gibt im Kaffeepreise Streit nicht auf
Tchibo setzt den Rechtsstreit mit Aldi Süd über die Kaffeepreise fort und hat Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Zuvor hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Berufung von Tchibo abgewiesen (Az. VI-6 U 1/25). Wie Stern berichtet, geht es um den Vorwurf des Verkaufs von Kaffee unter Herstellungskosten.
Was wirft Tchibo Aldi Süd vor?
Tchibo argumentiert, dass Aldi Süd seit Ende 2023 Kaffee der Eigenmarke Barissimo wiederholt unter den Herstellungskosten verkauft habe. Dies stelle einen unzulässigen Verkauf unter Wert dar. Tchibo sieht darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und fordert, dass Aldi Süd dieses Vorgehen unterlassen soll.
Warum wurde die Klage bisher abgewiesen?
Das Landgericht Düsseldorf hatte die ursprüngliche Klage abgewiesen. Auch das Oberlandesgericht Düsseldorf teilte die Auffassung von Tchibo nicht und wies die Berufung zurück. Die Richter ließen jedoch die Revision zum Bundesgerichtshof zu, da die Rechtsfrage, ob der Verkauf von Lebensmitteln unter den Herstellungskosten dem Verkauf unter Einstandspreis gleichzustellen ist, noch nicht abschließend geklärt sei.
Was sind die Argumente von Tchibo?
Tchibo argumentiert, dass es aus Wettbewerbs- und Verbrauchersicht keinen Unterschied mache, ob Kaffee als Fertigware eingekauft und weiterverkauft oder als Rohkaffee eingekauft, geröstet und dann verkauft werde. Laut Tchibo-Sprecher Arndt Liedtke sollten alle Verlustverkäufe gleich behandelt werden, da Verlustverkäufe unter Einstandspreisen nach aktuellem Recht verboten seien.
Verlustverkäufe sind ein heikles Thema im Wettbewerbsrecht. Sie können den Wettbewerb verzerren, wenn Unternehmen Produkte dauerhaft unter ihren Kosten anbieten, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Allerdings können sie auch Verbrauchern zugutekommen, indem sie kurzfristig niedrigere Preise ermöglichen.

Wie hoch sind die Verluste beim Kaffee Verkauf?
Laut Tchibo verkaufte Aldi Süd bestimmte Kaffeesorten zeitweise mit erheblichen Verlusten von zwei Euro pro Kilo und mehr. Der Kaffee wird von Aldis Tochtergesellschaft New Coffee produziert. Aldi Süd äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen.
Wie geht es jetzt weiter im Kaffeepreise Streit?
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird sich nun mit dem Fall befassen und entscheiden, ob der Verkauf unter Herstellungskosten tatsächlich einen Rechtsverstoß darstellt. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für den Handel mit Lebensmitteln haben. Die offizielle Webseite des BGH bietet weitere Informationen zur Arbeitsweise des Gerichts.
Die Kaffeepreise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Auch Tchibo hat die Preise kürzlich erneut angehoben. Verbraucher müssen daher tiefer in die Tasche greifen. (Lesen Sie auch: Kaffeepreise Rechtsstreit: Tchibo verliert gegen ALDI Süd)
Häufig gestellte Fragen
Warum klagt Tchibo gegen Aldi Süd?
Tchibo wirft Aldi Süd vor, Kaffee der Eigenmarke Barissimo unter den Herstellungskosten zu verkaufen. Dies sieht Tchibo als unzulässigen Wettbewerb und fordert eine gerichtliche Untersagung dieses Vorgehens.
Was bedeutet die Revision beim Bundesgerichtshof?
Die Revision ist ein Rechtsmittel, mit dem Tchibo eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf durch das höchste deutsche Gericht überprüfen lassen will. Der BGH wird prüfen, ob das Urteil des OLG rechtens war. (Lesen Sie auch: Börse DAX: stürzt wegen Iran-Krieg und Ölpreisschock)
Welche Konsequenzen könnte die Entscheidung des BGH haben?
Die Entscheidung des BGH könnte Klarheit darüber schaffen, ob der Verkauf von Lebensmitteln unter Herstellungskosten rechtlich zulässig ist. Dies hätte Auswirkungen auf die Preisgestaltung im Einzelhandel.

Wie beeinflussen steigende Kaffeepreise die Verbraucher?
Steigende Kaffeepreise belasten die Verbraucher, da Kaffee zu einem teureren Gut wird. Dies kann dazu führen, dass Verbraucher auf günstigere Alternativen ausweichen oder ihren Kaffeekonsum reduzieren. (Lesen Sie auch: Smi Kurs im Minus: Iran-Krieg belastet Schweizer…)
















