Die Gefahr einer globalen Rezession steigt laut dem Schweizer Ökonomen Klaus Wellershoff. Vor allem geopolitische Risiken, wie der Konflikt zwischen Iran und Israel, könnten die Weltwirtschaft zusätzlich belasten. Wellershoff rechnet mit weiteren Kursverlusten an den Börsen, da Aktien weiterhin überbewertet seien. Klaus Wellershoff Rezession steht dabei im Mittelpunkt.

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- Welche Faktoren begünstigen eine Rezession laut Klaus Wellershoff?
- Die Rolle geopolitischer Risiken
- Historischer Vergleich: Rezessionen durch geopolitische Ereignisse
- Was bedeutet das für Verbraucher und Anleger?
- Wie ist die aktuelle Lage im Vergleich zu früheren Krisen?
- Welche Gegenmaßnahmen sind möglich?
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Klaus Wellershoff sieht grosse konjunkturelle Risiken durch geopolitische Spannungen.
- Er erwartet weitere Kursverluste an den Börsen.
- Aktien seien weiterhin hoch bewertet.
- Ein Iran-Krieg könnte die Situation zusätzlich verschärfen.
| Indikator | Details |
|---|---|
| Aktienbewertung | Weiterhin hoch, was Korrekturen begünstigt |
| Geopolitische Risiken | Iran-Israel Konflikt als Belastungsfaktor |
Welche Faktoren begünstigen eine Rezession laut Klaus Wellershoff?
Klaus Wellershoff sieht vor allem in den geopolitischen Spannungen, insbesondere dem Konflikt zwischen Iran und Israel, ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft. Diese Konflikte könnten Lieferketten unterbrechen und die Energiepreise in die Höhe treiben, was wiederum die Inflation verstärken und das Wirtschaftswachstum bremsen würde. Hinzu kommt die seiner Meinung nach hohe Bewertung von Aktien, die das Potenzial für Kursverluste birgt.
Die Rolle geopolitischer Risiken
Der Nahostkonflikt ist nicht der einzige geopolitische Faktor, der die Weltwirtschaft belastet. Auch der Krieg in der Ukraine und die Spannungen zwischen den USA und China tragen zur Unsicherheit bei. Solche Konflikte können zu Handelsbarrieren, Sanktionen und anderen protektionistischen Maßnahmen führen, die den globalen Handel und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, sieht Wellershoff hier ein besonderes Risiko. (Lesen Sie auch: INTERVIEW – Anlagestratege Klaus Wellershoff: «Wir stehen…)
Historischer Vergleich: Rezessionen durch geopolitische Ereignisse
Historisch gesehen haben geopolitische Ereignisse immer wieder zu Rezessionen geführt. Die Ölkrise von 1973, ausgelöst durch den Jom Kippur Krieg, führte zu einem starken Anstieg der Ölpreise und einer globalen Rezession. Auch der Einmarsch des Irak in Kuwait im Jahr 1990 hatte negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Solche Ereignisse zeigen, wie anfällig die Wirtschaft auf politische Instabilität reagieren kann.
Was bedeutet das für Verbraucher und Anleger?
Eine Rezession hätte erhebliche Auswirkungen auf Verbraucher und Anleger. Arbeitsplatzverluste, sinkende Einkommen und steigende Preise könnten die Folge sein. Anleger müssten mit Kursverlusten an den Börsen und sinkenden Renditen rechnen. Es ist ratsam, sich auf ein solches Szenario vorzubereiten, indem man seine Finanzen überprüft, Schulden abbaut und sein Portfolio diversifiziert. Eine Möglichkeit ist, in sichere Häfen wie Gold zu investieren. Die Handelsblatt berichtet regelmäßig über Anlagestrategien in Krisenzeiten.
Wie ist die aktuelle Lage im Vergleich zu früheren Krisen?
Die aktuelle Situation weist Parallelen zu früheren Krisen auf, unterscheidet sich aber auch in einigen Punkten. Die hohe Inflation und die steigenden Zinsen sind Faktoren, die bereits in den 1970er Jahren eine Rolle spielten. Andererseits sind die globalen Lieferketten heute stärker vernetzt als damals, was die Anfälligkeit für Störungen erhöht. Zudem spielt der Klimawandel eine immer größere Rolle, der ebenfalls zu wirtschaftlichen Unsicherheiten beiträgt. Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die wirtschaftlichen Aussichten weltweit eingetrübt. (Lesen Sie auch: Handel Ausgesetzt: Kontron: War der der Aktie)
Die Inflation in der Eurozone lag im April 2024 bei 2,4 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen mehrfach erhöht, um die Inflation einzudämmen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone wuchs im ersten Quartal 2024 um 0,3 Prozent.
Welche Gegenmaßnahmen sind möglich?
Um einer Rezession entgegenzuwirken, sind sowohl geld- als auch fiskalpolitische Maßnahmen erforderlich. Die Zentralbanken können die Leitzinsen senken und Anleihen kaufen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Regierungen können Konjunkturprogramme auflegen, um die Nachfrage zu stimulieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Allerdings sind solche Maßnahmen mit Risiken verbunden, wie einer steigenden Staatsverschuldung und einer höheren Inflation. Es gilt daher, einen ausgewogenen Ansatz zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Was genau versteht man unter einer Rezession?
Eine Rezession ist ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung über einen längeren Zeitraum. Typischerweise spricht man von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt. Dies geht oft mit steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Unternehmensgewinnen einher.
Welche Rolle spielen die Energiepreise bei einer möglichen Rezession?
Steigende Energiepreise können die Inflation verstärken, da sie die Produktionskosten in vielen Branchen erhöhen. Dies kann zu einer geringeren Kaufkraft der Verbraucher und einer sinkenden Nachfrage führen, was wiederum das Wirtschaftswachstum bremst und eine Rezession begünstigen kann. (Lesen Sie auch: EZB Zinsentscheid Prognose: Was Sparer und Kreditnehmer)
Wie können sich Anleger vor Kursverlusten schützen?
Anleger können sich vor Kursverlusten schützen, indem sie ihr Portfolio diversifizieren, also ihr Kapital auf verschiedene Anlageklassen verteilen. Auch Investitionen in sichere Häfen wie Gold oder Staatsanleihen können helfen, das Risiko zu reduzieren. Eine professionelle Anlageberatung ist ebenfalls ratsam.
Welche Branchen sind besonders von einer Rezession betroffen?
Besonders betroffen von einer Rezession sind in der Regel zyklische Branchen, deren Nachfrage stark von der Konjunktur abhängt. Dazu gehören beispielsweise die Automobilindustrie, der Bausektor und der Einzelhandel. Konsumgüterhersteller und Gesundheitsdienstleister sind hingegen weniger anfällig.
















