Der Kleine Waffenschein ermöglicht es in Deutschland, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt in der Öffentlichkeit zu führen. Die Anzahl der registrierten Kleinen Waffenscheine hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und erreichte Ende 2025 mit über 900.000 einen neuen Höchststand. Wer darf einen Kleinen Waffenschein beantragen und welche Regeln sind zu beachten?

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Einsatz-Übersicht
- Was: Anstieg der Zahl der Kleinen Waffenscheine
- Wo: Deutschland
- Wann: Stichtag 31. Dezember 2025
- Wer: Bundesverwaltungsamt, Besitzer Kleiner Waffenscheine
Warum steigt die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland?
Die genauen Gründe für den Anstieg der Zahl der Kleinen Waffenscheine sind vielfältig und nicht abschließend geklärt. Eine Rolle spielen möglicherweise ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung sowie die relativ niedrigen Hürden für die Erteilung des Scheins. Im Vergleich zu einem regulären Waffenschein sind die Voraussetzungen weniger streng.
Was ist bisher bekannt?
Laut einer Meldung von Stern, waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 im Nationalen Waffenregister 906.141 Kleine Waffenscheine gespeichert. Dies stellt einen neuen Höchstwert dar. Ende 2021 lag die Zahl noch bei gut 740.000. Das bedeutet einen Anstieg von über 22 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Die Zahl der im Nationalen Waffenregister gespeicherten Kleinen Waffenscheine ist demnach kontinuierlich gestiegen. Ende 2022 lag sie bei gut 781.000, 2023 bei fast 834.000 und Ende 2024 bei knapp 872.000.
Wer einen Kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen außerhalb der eigenen Wohnung, der Geschäftsräume und des eigenen Grundstücks mit sich führen. Allerdings müssen die Waffen verdeckt getragen werden. Das sichtbare Tragen ist nicht erlaubt, ebenso wenig wie das Führen von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen. (Lesen Sie auch: Flüchtiger Häftling Entkommt in Passau – Großfahndung…)
Nach Angaben des Bundesverwaltungsamtes ist das Schießen außerhalb von Schießstätten und außerhalb der Wohnung, der Geschäftsräume und eingegrenzter Grundstücke, „außer in Fällen der Notwehr und des Notstandes“, verboten. Kleine Waffenscheine sind unbegrenzt gültig.
Der Kleine Waffenschein wurde 2003 in Deutschland eingeführt. Er soll es Bürgern ermöglichen, sich mit bestimmten Waffen gegen Angriffe verteidigen zu können. Kritiker bemängeln jedoch, dass der Kleine Waffenschein ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt und das Risiko von Eskalationen erhöht.
Wer kann einen Kleinen Waffenschein beantragen?
Die Hürden für den Erwerb eines Kleinen Waffenscheins sind relativ niedrig. Berechtigt sind volljährige Personen ohne Vorstrafen. Ein Sachkundenachweis ist im Gegensatz zum großen Waffenschein nicht erforderlich. Allerdings wird bei der Beantragung die Zuverlässigkeit des Antragstellers überprüft.
Die zuständige Behörde prüft unter anderem, ob der Antragsteller in der Vergangenheit strafrechtlich in Erscheinung getreten ist oder ob Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung vorliegen. Auch eine Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation kann zur Ablehnung des Antrags führen. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat informiert detailliert über das Waffenrecht.
Die steigende Zahl der Kleinen Waffenscheine wird von einigen Experten kritisch gesehen. Sie warnen vor einer Zunahme von Waffen in der Öffentlichkeit und einem damit verbundenen erhöhten Risiko von Gewalttaten. Andere argumentieren, dass der Kleine Waffenschein ein legitimes Mittel zur Selbstverteidigung sei und die Bürger in die Lage versetze, sich in Notfallsituationen besser schützen zu können. (Lesen Sie auch: Metro Betrug: Wie ein Weltkonzern Bestohlen Wurde)
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei Missbrauch?
Der Besitz eines Kleinen Waffenscheins berechtigt nicht dazu, Waffen missbräuchlich einzusetzen. Wer mit einer Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffe Straftaten begeht, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Dies gilt insbesondere für den Einsatz der Waffen zur Bedrohung oder Verletzung von Personen. Zudem kann der Kleine Waffenschein bei Missbrauch wieder entzogen werden.
Die Polizei führt regelmäßig Kontrollen durch, um die Einhaltung der waffenrechtlichen Bestimmungen zu überwachen. Dabei werden unter anderem die Waffenbesitzkarten und die Kleinen Waffenscheine überprüft. Bei Verstößen drohen Bußgelder oder sogar strafrechtliche Konsequenzen. Die Polizei rät, sich vor dem Erwerb eines Kleinen Waffenscheins umfassend über die geltenden Gesetze und Bestimmungen zu informieren. Weitere Informationen finden sich beispielsweise auf den Seiten der deutschen Polizei.
Die zuständigen Behörden beobachten die Entwicklung der Zahl der Kleinen Waffenscheine aufmerksam. Es wird geprüft, ob die bestehenden waffenrechtlichen Bestimmungen ausreichend sind, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Gegebenenfalls werden Anpassungen der Gesetze in Erwägung gezogen.
Wie sicher sind Schreckschusswaffen wirklich?
Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, die unter den Kleinen Waffenschein fallen, sind grundsätzlich weniger gefährlich als scharfe Schusswaffen. Dennoch bergen sie Risiken. So können Reizstoffe zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, und auch Schreckschusswaffen können bei direktem Beschuss Verletzungen verursachen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Waffen von Unbefugten für Straftaten missbraucht werden.

Es ist daher wichtig, sich vor dem Erwerb eines Kleinen Waffenscheins über die Risiken und Gefahren zu informieren und verantwortungsbewusst mit den Waffen umzugehen. Die Waffen sollten stets sicher aufbewahrt und vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen geschützt werden. Auch der Umgang mit den Waffen sollte geübt werden, um in Notfallsituationen richtig reagieren zu können. Das Bundesinnenministerium bietet eine FAQ-Liste zum Waffenrecht. (Lesen Sie auch: Akute Herzinsuffizienz: Hohe Rückfallquote Oft Vermeidbar)
Häufig gestellte Fragen
Was genau berechtigt der Kleine Waffenschein in Deutschland?
Der Kleine Waffenschein erlaubt es volljährigen Personen ohne Vorstrafen, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen außerhalb des eigenen befriedeten Besitztums verdeckt zu führen. Das Führen bei öffentlichen Veranstaltungen ist jedoch untersagt.
Welche Voraussetzungen müssen für den Erhalt eines Kleinen Waffenscheins erfüllt sein?
Voraussetzung für den Erhalt ist die Volljährigkeit, die Zuverlässigkeit (keine Vorstrafen, keine psychischen Erkrankungen) und der Nachweis, dass der Antragsteller nicht Mitglied einer verbotenen Organisation ist. Ein Sachkundenachweis ist nicht erforderlich.
Wie lange ist ein Kleiner Waffenschein in Deutschland gültig?
Ein erteilter Kleiner Waffenschein ist grundsätzlich unbegrenzt gültig. Allerdings kann die zuständige Behörde den Schein wieder entziehen, wenn der Besitzer gegen waffenrechtliche Bestimmungen verstößt oder seine Zuverlässigkeit nachträglich in Frage steht. (Lesen Sie auch: Leipziger Buchmesse Cosplay: Detailverliebtes Universum Entdecken)
Darf man mit einem Kleinen Waffenschein überall in der Öffentlichkeit eine Waffe tragen?
Nein, das Führen von Waffen ist mit dem Kleinen Waffenschein nur außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume und des eigenen Grundstücks erlaubt. Zudem ist das Führen bei öffentlichen Veranstaltungen grundsätzlich verboten, auch wenn ein Kleiner Waffenschein vorliegt.
Was passiert, wenn man mit einer Schreckschusswaffe ohne Kleinen Waffenschein erwischt wird?
Das Führen einer Schreckschusswaffe ohne Kleinen Waffenschein stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Zudem kann die Waffe beschlagnahmt werden. In bestimmten Fällen kann das unerlaubte Führen von Waffen auch eine Straftat darstellen.














