📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2026
Was passiert mit der Klöckner Aktie? Der US-Konzern Worthington Steel übernimmt den Düsseldorfer Stahlhändler Klöckner & Co für 11 Euro pro Aktie. Das entspricht einer Prämie von 81 Prozent auf den Kurs vom 5. Dezember 2025. Großaktionär Friedhelm Loh (41,5 %) unterstützt das Angebot. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Annahme.
📋 Das Wichtigste in Kürze:
✅ Übernahmepreis: 11 Euro pro Klöckner Aktie (bar)
✅ Prämie: 81 % auf Schlusskurs vom 5.12.2025 (6,07 €)
✅ Transaktionswert: 2,1 Milliarden Euro
✅ Mindestannahmequote: 65 Prozent
✅ Großaktionär Friedhelm Loh (41,5 %) stimmt zu
✅ Vorstand & Aufsichtsrat empfehlen Annahme
✅ Vollzug: voraussichtlich H2 2026
Klöckner Aktie – die Übernahme ist am 16. Januar 2026 offiziell bestätigt worden. Der US-Stahlkonzern Worthington Steel übernimmt den deutschen Metall- und Stahlverarbeiter Klöckner & Co für 11 Euro pro Aktie in bar. Der Kurs der Klöckner Aktie schoss daraufhin um über 26 Prozent nach oben.
Die Nachricht kam nicht völlig überraschend: Bereits Anfang Dezember 2025 hatten beide Unternehmen bestätigt, über einen möglichen Zusammenschluss zu verhandeln. Jetzt ist der Deal unter Dach und Fach. Für Aktionäre stellt sich die Frage: Annehmen oder abwarten?
Klöckner Aktie: Was bietet Worthington Steel?
Der US-Konzern Worthington Steel bietet im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 11 Euro in bar je Klöckner Aktie. Das entspricht einer deutlichen Prämie gegenüber dem Kursniveau vor Bekanntwerden der Verhandlungen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Angebotspreis | 11,00 Euro pro Aktie |
| Kurs am 5.12.2025 | 6,07 Euro |
| Prämie auf Schlusskurs | +81 Prozent |
| Prämie auf 3-Monats-Durchschnitt | +98 Prozent |
| Transaktionswert gesamt | 2,1 Mrd. Euro (2,4 Mrd. USD) |
| Mindestannahmequote | 65 Prozent |
Der implizite Unternehmenswert liegt bei rund 2,1 Milliarden Euro. Die Zusammenschlussvereinbarung wurde am 15. Januar 2026 um 23:23 Uhr unterzeichnet.

Wer steht hinter der Klöckner Übernahme?
Worthington Steel ist ein bedeutender Metallverarbeiter mit Hauptsitz in Columbus, Ohio. Das 1955 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter an 37 Standorten, vorwiegend in den USA.
🏭 Worthington Steel im Profil:
📍 Hauptsitz: Columbus, Ohio (USA)
👥 Mitarbeiter: ca. 6.000
🏢 Standorte: 37 (hauptsächlich USA, auch Europa)
💰 Umsatz GJ 2025: 3,8 Mrd. USD
📈 Umsatz nach Übernahme: ca. 9,5 Mrd. USD
Mit der Übernahme von Klöckner & Co würde Worthington Steel seinen Umsatz nahezu verdreifachen. Das US-Unternehmen setzt auf Zukäufe, die unmittelbar zu höheren Margen beitragen.
Warum verkauft Klöckner an die Amerikaner?
Klöckner-CEO Guido Kerkhoff, der ehemalige Thyssenkrupp-Chef, bezeichnet Worthington Steel als „idealen Partner“. Der Zusammenschluss soll Klöckner beim Umbau vom reinen Stahlhändler zum höhermargigen Metallverarbeiter unterstützen.
Die schwierige Lage der Stahlindustrie in Europa macht eine starke Partnerschaft attraktiv. Klöckner erzielte 2024 Erlöse von 6,6 Milliarden Euro und betreibt rund 110 Standorte in Nordamerika und Europa.
💬 Guido Kerkhoff, Klöckner-CEO:
„Der Zusammenschluss mit Worthington Steel würde Klöckner einen entscheidenden Schritt bei der Fokussierung auf höherwertige Produkte und Services weiterbringen. Worthington Steel ist der ideale Partner, um unseren Erfolg und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.“
Großaktionär Friedhelm Loh stimmt zu
Ein entscheidender Faktor für den Deal: Großaktionär Friedhelm Loh unterstützt das Übernahmeangebot. Der Unternehmer hält über die Swoctem GmbH 41,5 Prozent der Klöckner-Aktien.
Mit dieser Zustimmung ist die Mindestannahmequote von 65 Prozent praktisch sicher erreichbar. Auch Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner & Co empfehlen den Aktionären die Annahme des Angebots.
Klöckner Aktie: Was bedeutet das für Anleger?
Die Klöckner Aktie notiert aktuell bei rund 10,88 Euro auf der Handelsplattform Tradegate – ein Plus von über 26 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom Vortag (8,61 Euro).
| Szenario | Handlungsempfehlung |
|---|---|
| Kurzfristig | Gewinne mitnehmen bei aktuellem Kurs (~10,88 €) oder auf 11 € Übernahmepreis warten |
| Mittelfristig | Angebot annehmen und 11 € pro Aktie kassieren (Vollzug H2 2026) |
| Risiko | Regulatorische Genehmigungen könnten sich verzögern |
Der Spread zwischen aktuellem Kurs (~10,88 €) und Übernahmepreis (11,00 €) beträgt nur noch etwa 1 Prozent. Die Differenz spiegelt das verbleibende Risiko bis zum Vollzug wider.
Was passiert nach der Übernahme?
Worthington Steel hat weitreichende Zusagen für die Zeit nach dem Zusammenschluss gemacht:
🤝 Zusagen von Worthington Steel:
✅ Europäische Zentrale bleibt in Düsseldorf
✅ Eigenständige Führung durch aktuellen Vorstand
✅ Aufsichtsratsgröße bleibt unverändert
✅ Keine Entlassungen geplant
✅ Keine Standortschließungen geplant
✅ Bestehende Betriebsvereinbarungen gelten weiter
Strategisch soll Klöckner & Co den Fokus auf höherwertige Produkte und serviceorientierte Lösungen verstärken. Worthington bringt dafür Erfahrung, Netzwerke und Kapital ein.
Klöckner Aktie: Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| WKN | KC0100 |
| ISIN | DE000KC01000 |
| Börse | XETRA, Frankfurt (SDAX) |
| Aktueller Kurs | ~10,88 € (Tradegate, 16.01.2026) |
| 52-Wochen-Hoch | 8,85 € (16.12.2025) |
| 52-Wochen-Tief | 4,46 € (15.01.2025) |
| Dividendenrendite (2024) | 3,74 % (0,20 € je Aktie) |
| Umsatz 2024 | 6,6 Mrd. Euro |
Häufig gestellte Fragen
Fazit: Klöckner Aktie vor dem Delisting
Die Übernahme der Klöckner Aktie durch Worthington Steel markiert das Ende eines Kapitels an der deutschen Börse. Für Aktionäre bedeutet das Angebot von 11 Euro pro Aktie eine attraktive Prämie – auch wenn langfristig orientierte Anleger enttäuscht sein dürften: Die Klöckner Aktie stand 2008 und 2011 ebenfalls bei 11 Euro.
Nach Vollzug der Übernahme dürfte Klöckner & Co von der Börse verschwinden. Wer jetzt einsteigt, spekuliert nur noch auf einen minimalen Spread zum Übernahmepreis. Trader sollten die schnellen Gewinne mitnehmen.
Redaktion Mindelmedia News | Börse & Finanzen
Die Finanzredaktion berichtet über aktuelle Entwicklungen an den Börsen, Unternehmensübernahmen und Anlagestrategien. Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.














