Lesezeit: 7 Minuten | Letzte Aktualisierung: 23.01.2026
Kristensen Eintracht Krise: Das Sinnbild des Frankfurter Absturzes
Kristensen Eintracht Krise – der dänische Verteidiger steht mit gebrochener Nase und blauen Augen in der Mixed Zone von Baku. Sein ramponiertes Gesicht spiegelt den Zustand seines Vereins wider. Zum vierten Mal in Folge kassiert Frankfurt drei Gegentore, das Champions-League-Aus ist besiegelt. Eintracht-Legende Jan Åge Fjørtoft spricht von „Murphys Gesetz“ – alles, was schiefgehen kann, geht auch schief. Die Frage: Wann endet dieser Albtraum?
Das Wichtigste in Kürze
- Horror-Statistik: 4 Spiele in 2026, 4x drei Gegentore – 12 insgesamt
- Champions League: Aus nach 2:3 bei Qarabag Agdam
- Bundesliga: 39 Gegentore in 18 Spielen – schlechteste Abwehr der Liga
- Kristensen: Spielt mit gebrochener Nase, nimmt 2:2-Gegentor auf seine Kappe
- Trainer: Toppmöller entlassen, Interimsduo Dennis Schmitt & Alex Meier
- Nächstes Spiel: Samstag, 25.01., 15:30 Uhr gegen TSG Hoffenheim (Heim)
Murphys Gesetz: Wenn alles schiefgeht, was schiefgehen kann
Eintracht-Legende Jan Åge Fjørtoft fand vor dem Bundesliga-Jahresauftakt gegen Borussia Dortmund prophetische Worte. In einem „Einwurf“ für den kicker warnte der Norweger: „Man darf den mentalen Faktor nicht unterschätzen, wenn man so viele Gegentore kassiert. Irgendwann greift Murphys Gesetz, das besagt: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“– Jan Åge Fjørtoft, Eintracht-Legende
Kristensen Eintracht Krise: Der Wikinger als tragische Figur
Kein Spieler verkörpert die aktuelle Lage so sehr wie Rasmus Kristensen. Der „Eintracht-Wikinger“, wie ihn die Fans nennen, brach sich am vergangenen Freitag beim 3:3 in Bremen die Nase. In Baku biss er auf die Zähne, lief mit Maske auf. „Es ist nicht so spaßig, mit einer gebrochenen Nase zu spielen“, sagte er – und stellte klar: „Aber das ist keine Ausrede.“ Das Gegentor zum 2:2 gegen Qarabag nahm Kristensen auf seine Kappe. Nur drei Minuten nach der Frankfurter 2:1-Führung ließ er sich überspielen, die Eintracht brach erneut zusammen. „Ich habe vor den Toren Fehler gemacht, direkt nach dem Führungstreffer war das beim 2:2 einfach nicht gut genug von mir“, analysierte der Däne schonungslos. Die Selbstkritik ehrt ihn – doch sie ändert nichts an der Realität.| Datum | Spiel | Ergebnis | Gegentore |
|---|---|---|---|
| 11.01.2026 | vs. FC Augsburg (H) | 3:3 | 3 |
| 17.01.2026 | bei Werder Bremen (A) | 3:3 | 3 |
| 19.01.2026 | bei Borussia Dortmund (A) | 2:3 | 3 |
| 22.01.2026 | bei Qarabag Agdam (A) – CL | 2:3 | 3 |
| GESAMT 2026 | 2 Punkte | 12 Gegentore | |
„Unser mentaler Zustand ist nicht gut genug“
Die Körpersprache der Spieler in Baku sagte alles. Nach dem Ausgleich zum 2:2 in der 80. Minute: hängende Schultern, nach unten gerichtete Blicke, kein Aufbäumen, kein Anfeuern. Die Mannschaft ahnte, was kommen würde – und bekam es prompt serviert. In der Nachspielzeit fiel das 2:3, das Champions-League-Aus war besiegelt. Kristensen rang in der Mixed Zone um Worte: „Unser mentaler Zustand … wir sind einfach nicht scharf genug, nicht gut genug.“ Er musste durchatmen, bevor er fortfuhr. Die Eintracht ist nicht nur sportlich, sondern auch psychisch angeschlagen. „Es gibt Phasen während einer Karriere, in der die Dinge nicht so laufen, wie man sich das vorstellt“, sagte Kristensen. „Das ist mit das Schwierigste im Fußball.“📊 Eintracht Frankfurt: Die Krise in Zahlen
39 Gegentore in 18 Bundesliga-Spielen (Ligahöchstwert) | 1 Sieg aus den letzten 9 Pflichtspielen | Champions League: Ausgeschieden | DFB-Pokal: Aus in Runde 2 | Tabelle: Platz 7, Europapokal-Plätze in Gefahr
Nach Toppmöller-Entlassung: Interimsduo übernimmt
Die Konsequenz aus der Krise hatte Eintracht Frankfurt bereits am 18. Januar gezogen: Trainer Dino Toppmöller wurde entlassen. Der 45-Jährige konnte die Defensivprobleme nicht lösen, 39 Gegentore in 18 Ligaspielen waren zu viel. „So können wir nicht weitermachen“, hatte Sportvorstand Markus Krösche nach dem 3:3 in Bremen geurteilt. Das Interimsduo Dennis Schmitt (U21-Coach) und Alex Meier (U19-Trainer) übernahm – doch der erhoffte Trainereffekt blieb in Baku aus. Die Eintracht spielte genauso fehlerhaft wie unter Toppmöller. „Wir machen immer wieder die gleichen Fehler“, klagte Krösche auch nach dem Champions-League-Aus. Ein neuer Cheftrainer ist weiterhin nicht in Sicht.Die Defensive: Frankfurts offene Wunde
Die Zahlen sind erschreckend: Mit 39 Gegentoren stellt Frankfurt die schlechteste Abwehr der Bundesliga. Die letztjährigen Abwehrsäulen Robin Koch und Arthur Theate sind „zu sehr mit sich selbst beschäftigt“, analysiert die Hessenschau. Nnamdi Collins stößt zu oft an seine Grenzen. Auch die Sechser Ellyes Skhiri und Hugo Larsson sind meilenweit von ihrer Bestform entfernt. Kristensen kann als Leader vorangehen – allein reicht er aber nicht. Bei Qarabag hatte er die meisten Ballkontakte im Team (69), rieb sich auf, versuchte alles. Doch im entscheidenden Moment fehlte die Konzentration. Die Lücke, die er schließen sollte, blieb offen.| Rasmus Kristensen – Steckbrief | |
|---|---|
| Vollständiger Name | Rasmus Nissen Kristensen |
| Geburtsdatum | 11. Juli 1997 (28 Jahre) |
| Geburtsort | Brande, Dänemark |
| Größe | 1,87 m |
| Position | Rechtsverteidiger / Innenverteidiger |
| Aktueller Verein | Eintracht Frankfurt |
| Vertrag bis | 30. Juni 2029 |
| Rückennummer | 13 |
| Länderspiele | 21 (Dänemark) |
| Frühere Vereine | FC Midtjylland, Ajax, RB Salzburg, Leeds United, AS Rom |
Hoffenheim am Samstag: Richtungsweisend für die Saison
Das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) könnte richtungsweisend für die gesamte Spielzeit sein. Die Eintracht ist trotz Heimvorteil klarer Außenseiter gegen den Tabellen-Dritten. Hoffenheim-Trainer Christian Ilzer warnt seine Mannschaft dennoch: „Der Gegner ist nach wie vor eine sehr starke Mannschaft, auch wenn sie aktuell gewisse Probleme haben.“ Für Frankfurt geht es um mehr als drei Punkte. Es geht darum, die Negativspirale zu durchbrechen. „Wir müssen als Mannschaft im Training noch klarer sein, noch besser werden und als Gruppe mental zusammenbleiben“, fordert Kristensen. Durchhalteparolen statt Lösungen – mehr hat die Eintracht derzeit nicht zu bieten.| Nächstes Spiel: Eintracht Frankfurt vs. TSG Hoffenheim | |
|---|---|
| Datum | Samstag, 25. Januar 2026 |
| Anstoß | 15:30 Uhr |
| Stadion | Deutsche Bank Park, Frankfurt |
| Trainer SGE | Dennis Schmitt & Alex Meier (Interim) |
| Hoffenheim Platzierung | 3. (Tabelle) |
Kristensen: Vom Beinahe-Rücktritt zum Publikumsliebling
Die aktuelle Krise ist für Kristensen besonders bitter. Am 17. Mai 2025 war er noch der Strahlemann, der Frankfurt mit seinen Toren im Endspurt in die Champions League schoss. Damals offenbarte er: Er hatte vor seinem Wechsel zur Eintracht mit dem Gedanken gespielt, seine Karriere zu beenden. Nach dem Abstieg mit Leeds United fühlte er sich „antriebslos“, hatte „keine Energie mehr“. In Frankfurt fand er seine Liebe zum Fußball wieder. Die Fans nahmen ihn sofort auf, sein Wikinger-Tattoo wurde zum Symbol für seine Spielweise: Kampf, Power, Aggressivität. Doch acht Monate später ist von der Leichtigkeit nichts mehr übrig. „Wir sind keine schlechteren Spieler als letztes Jahr“, betont Kristensen. Die Frage, die sich ganz Frankfurt stellt: Warum spielen sie dann so?Häufig gestellte Fragen zur Kristensen Eintracht Krise
Fazit: Kristensen Eintracht Krise – Der Weg aus dem Tal
Kristensen Eintracht Krise – der dänische Verteidiger mit dem ramponierten Gesicht ist das Sinnbild einer Mannschaft, die ihren Weg verloren hat. Die Landkarte ist irgendwo unterwegs abhanden gekommen, niemand weiß so recht weiter. Trainer Toppmöller ist Geschichte, die Champions League auch. Was bleibt, sind Durchhalteparolen und die vage Hoffnung auf eine Trendwende. „Ich habe in meiner Karriere schon schlimmere Dinge erlebt, bin mit Leeds abgestiegen. Das ist ein anderer Schmerz“, sagt Kristensen. „Wir müssen dranbleiben, weiterkämpfen und weitermachen. Ich wünsche mir so, dass ich eine bessere Antwort hätte. Aber das ist die einzige Lösung.“ Am Samstag gegen Hoffenheim muss die Eintracht beweisen, dass Murphys Gesetz nicht dauerhaft zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Mehr Fußball-News finden Sie hier.- kicker.de – Kristensen als Sinnbild der Eintracht-Krise (23.01.2026)
- Hessenschau – Die Eintracht ist ein Fall für die Couch
- Eintracht Frankfurt – Offizielle Website
- dpa – Eintracht trennt sich von Trainer Toppmöller