Die Krötenwanderung hat begonnen: Steigende Temperaturen locken die Amphibien aus ihren Winterquartieren. Für Autofahrer bedeutet das erhöhte Vorsicht, besonders in den Abend- und Nachtstunden, da die Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern Straßen überqueren.

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- Krötenwanderung: Was bedeutet das für Autofahrer?
- Warum findet die Krötenwanderung statt?
- Wie können Autofahrer zum Schutz der Kröten beitragen?
- Was tun, wenn man eine Kröte auf der Straße sieht?
- Welche Rolle spielen Naturschutzorganisationen bei der Krötenwanderung?
- Kröten-Taxi: Warum lassen sich die Männchen tragen?
- Häufig gestellte Fragen
Fahrzeug-Daten
- Gefahr: Tausende Amphibien sterben jährlich im Straßenverkehr.
- Verhalten: An Amphibienwanderstrecken maximal 30 km/h fahren.
- Temperatur: Wanderung beginnt, wenn die Temperatur nachts über 5 Grad steigt.
- Schutzmaßnahmen: Naturschützer stellen Fangzäune auf und tragen Kröten über die Straße.
Krötenwanderung: Was bedeutet das für Autofahrer?
Die Krötenwanderung stellt für Autofahrer eine besondere Herausforderung dar. Nicht nur, dass die Tiere selbst gefährdet sind, auch die Verkehrssicherheit kann beeinträchtigt werden. Bremsmanöver, um den Amphibien auszuweichen, können riskant sein. Zudem kann es bei Überfahren der Tiere zu Schäden am Fahrzeug kommen. Es gilt also, vorausschauend zu fahren und die Geschwindigkeit anzupassen.
| VERKEHRSRECHT | Regel/Zeichen: Amphibienschutz-Schild | Bußgeld: Abhängig von der Gefährdung, bis zu 80 Euro | Punkte in Flensburg: Keine | Fahrverbot: Nein |
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Warum findet die Krötenwanderung statt?
Die Krötenwanderung ist ein natürliches Phänomen, das jedes Frühjahr stattfindet. Die Amphibien, darunter vor allem Erdkröten, aber auch andere Arten wie Molche und Frösche, verlassen ihre Winterquartiere, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Diese Gewässer sind oft die gleichen, in denen sie selbst einst geschlüpft sind. Der Fortpflanzungstrieb ist stark, und die Tiere nehmen dafür oft beschwerliche Wege in Kauf.
Wie können Autofahrer zum Schutz der Kröten beitragen?
Autofahrer können auf verschiedene Weise zum Schutz der Kröten beitragen. Die wichtigste Maßnahme ist die Reduzierung der Geschwindigkeit in gefährdeten Bereichen. An Strecken, die als Amphibienwanderwege gekennzeichnet sind, sollte man maximal 30 km/h fahren. Zudem ist es ratsam, in der Dämmerung und nachts besonders aufmerksam zu sein und auf die Tiere zu achten. Auch das Anbringen von Reflektoren an den Straßenrändern kann helfen, die Sichtbarkeit der Amphibien zu erhöhen. Wie Stern berichtet, sterben die Tiere nicht nur unter Autoreifen, sondern auch, wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind, da die inneren Organe durch den hohen Luftdruck platzen können. (Lesen Sie auch: Esc österreich: 19-Jähriger Cosmó Rockt)
Prüfen Sie vor Fahrtantritt, ob Ihre Route durch Gebiete führt, in denen Krötenwanderung bekannt ist. Nutzen Sie gegebenenfalls alternative Strecken, um die Tiere zu schonen.
Was tun, wenn man eine Kröte auf der Straße sieht?
Wenn man eine Kröte auf der Straße entdeckt, sollte man – sofern es die Verkehrssituation erlaubt – anhalten und das Tier vorsichtig von der Fahrbahn entfernen. Dabei ist es wichtig, Handschuhe zu tragen oder die Hände anschließend gründlich zu waschen, da Amphibien Hautsekrete absondern können. Die Kröte sollte in Laufrichtung am Straßenrand abgesetzt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass man sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet.
Welche Rolle spielen Naturschutzorganisationen bei der Krötenwanderung?
Naturschutzorganisationen wie der NABU spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der Amphibien während der Krötenwanderung. Sie organisieren beispielsweise den Aufbau von Schutzzäunen entlang gefährdeter Straßenabschnitte. Diese Zäune verhindern, dass die Tiere auf die Fahrbahn gelangen. Freiwillige Helfer sammeln die Kröten dann regelmäßig ein und tragen sie sicher über die Straße. Diese Aktionen sind oft sehr zeitaufwendig und auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern angewiesen. Der Deutsche Bundestag stellt fest, dass der Schutz der Artenvielfalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Das eigenmächtige Aufstellen von Warnschildern oder Zäunen ist nicht erlaubt. Wenden Sie sich an die zuständigen Behörden oder Naturschutzorganisationen, um sich über die Möglichkeiten der Unterstützung zu informieren. (Lesen Sie auch: Lawinentote österreich: Zahl steigt nach Unglücken auf…)
Kröten-Taxi: Warum lassen sich die Männchen tragen?
Ein besonderes Phänomen bei der Erdkröte ist das sogenannte „Kröten-Taxi“. Dabei klammern sich die kleineren Männchen auf dem Rücken der Weibchen fest und lassen sich zu den Laichgewässern tragen. Dieses Verhalten dient vor allem der Energieersparnis der Männchen, da der Weg zum Laichgewässer oft beschwerlich ist und die Paarung selbst mehrere Stunden dauern kann. Die Weibchen, die deutlich größer und kräftiger sind, tragen die Männchen oft über weite Strecken. Manchmal kommt es sogar vor, dass sich mehrere Männchen um ein Weibchen streiten und sich an ihr festklammern, was die Last für das Weibchen zusätzlich erhöht.
Die Krötenwanderung ist nicht nur in Deutschland ein Thema. Auch in Österreich und der Schweiz sind Amphibien auf Wanderschaft. In Österreich gibt es ähnliche Schutzmaßnahmen wie in Deutschland, beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen und Schutzzäune. In der Schweiz werden die Wanderwege der Kröten ebenfalls kartiert und Schutzmaßnahmen ergriffen. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema ist in allen drei Ländern wichtig, um die Amphibien zu schützen.
Ein weiterer Aspekt, der bei der Krötenwanderung eine Rolle spielt, ist die Zerstörung von Lebensräumen. Durch Straßenbau, Bebauung und die Trockenlegung von Feuchtgebieten werden die Wanderwege der Tiere oft unterbrochen oder zerstört. Dies führt dazu, dass die Amphibien weitere Strecken zurücklegen müssen und somit einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Der Schutz und die Renaturierung von Lebensräumen sind daher wichtige Maßnahmen, um die Krötenwanderung langfristig zu sichern.
Die Krötenwanderung ist ein faszinierendes Naturschauspiel, das jedoch auch Gefahren birgt. Durch rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr und die Unterstützung von Schutzmaßnahmen kann jeder Autofahrer einen Beitrag zum Schutz der Amphibien leisten. Achten Sie auf die Tiere und fahren Sie vorsichtig, damit die Kröten sicher zu ihren Laichgewässern gelangen können. (Lesen Sie auch: Lawinentote österreich: Zahl steigt nach Unglücken in…)
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Krötenwanderung für den Straßenverkehr gefährlich?
Die Krötenwanderung führt zu einer erhöhten Anzahl von Amphibien auf den Straßen, was das Risiko von Unfällen erhöht. Autofahrer müssen bremsen oder ausweichen, um die Tiere nicht zu überfahren, was zu gefährlichen Situationen führen kann.
Wie schnell darf man an einer Krötenwanderstrecke fahren?
An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken wird empfohlen, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einzuhalten. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung soll dazu beitragen, die Tiere vor dem Überfahren zu schützen. (Lesen Sie auch: Wetter Morgen: Blitzeis und Schneechaos in Deutschland)
Was kann man tun, wenn man eine verletzte Kröte findet?
Wenn Sie eine verletzte Kröte finden, sollten Sie diese vorsichtig aufheben und zu einer nahegelegenen Tierarztpraxis oder einer Wildtierauffangstation bringen. Dort kann das Tier fachgerecht versorgt werden.
Welche Amphibien sind hauptsächlich von der Krötenwanderung betroffen?
Hauptsächlich betroffen sind Erdkröten, aber auch andere Amphibienarten wie Grasfrösche, Teichmolche und Bergmolche begeben sich auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern.
Wie lange dauert die Krötenwanderung in der Regel?
Die Krötenwanderung dauert in der Regel mehrere Wochen, abhängig von den Wetterbedingungen. Sie beginnt meist im Frühjahr, sobald die Temperaturen nachts über 5 Grad Celsius steigen, und endet, wenn die Laichzeit abgeschlossen ist.
Die alljährliche Krötenwanderung ist ein sensibles Ereignis, das die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer erfordert. Indem man sich der Problematik bewusst ist und entsprechend handelt, kann man einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden Tiere leisten.

