Stell dir vor, du verkörperst eine Rolle zwei Jahrzehnte lang. Du wächst mit ihr, entwickelst dich weiter und sie wird zu einem Teil deiner Identität. Für eine Schauspielerin ist das eine besondere Reise.
Seit 2005 steht Lilian Klebow als Chefinspektorin Penny Lanz vor der Kamera. Die ZDF-Serie SOKO Wien begleitet sie seit unglaublichen 20 Jahren. Jetzt startet die Jubiläumsstaffel.
Das Wichtigste im Überblick
- 20 Jahre mit der SOKO Wien-Serie
- Balance zwischen Familie und anspruchsvoller Karriere
- Herausforderungen und Triumphe einer Schauspielerin
Die neue Staffel beginnt am Freitag um 18 Uhr. Für Klebow war der Start damals eine „Riesenchance“. Dieses Jubiläum hat eine tiefe emotionale Bedeutung.
In unserem exklusiven Interview erfährst du mehr über ihre Karriereentwicklung. Erhalte Einblicke, die du sonst nirgendwo findest. Die Details zu kommenden Sendeterminen findest du in unserer Übersicht.
Von der Anfängerin zur Chefinspektorin: 20 Jahre „SOKO Wien“ mit Lilian Klebow
Der Start in eine Serienrolle kann das gesamte Berufsleben prägen, ohne dass man es zunächst ahnt. Du siehst hier eine Entwicklung, die über zwei Jahren hinausgeht. Sie formt sowohl die Figur als auch die darstellende Person.
Ein Start als „Riesenchance“ – ohne Plan für zwei Jahrzehnte
Im Jahr 2005 war die Vorstellung absurd. Eine einzige Rolle für 20 Jahren zu spielen? Das kam nicht in Frage. Die Schauspielerin stand damals am Anfang ihrer Karriere.
Im Interview mit BILD/teleschau beschreibt sie den Serienstart als „Riesenchance“. Es gab keinen langfristigen Plan. Die Zeit sollte zeigen, wohin die Reise geht.
Anfängliche Unsicherheit begleitete diese Phase. Doch die Serie bot einen stabilen Rahmen. Sie ermöglichte kontinuierliches Wachstum.
Die Entwicklung der Penny Lanz: Von der Unsicheren zur Grenzenlosen
Die Figur begann als junge, unsichere Frau. Sie reflektierte damals Teile der Schauspielerin selbst. Über die Jahren vollzog sich eine deutliche Wandlung.
Heute handelt die Chefinspektorin mutig und grenzenlos. Sie trifft Entscheidungen, die die Darstellerin im echten Leben anders treffen würde. Diese Veränderungen sind das Ergebnis bewusster Schriftführung.
Die künstlerische Vielfalt der Rolle war enorm. Action-Sequenzen, Gesangseinlagen und Tanzszenen gehörten dazu. Doppelrollen forderten das schauspielerische Können heraus.
Ein prägender Moment folgte der Geburt ihrer Tochter. In der Folge „Der Tag, an dem Penny Lanz starb“ wurde die Figur angeschossen und sank in die Donau.
Die Nahaufnahmen entstanden in einem Sportbecken. Gewichte in der Kleidung sorgten für realistische Sinkbewegungen. Dieses Erlebnis war physisch und emotional fordernd.
Dankbarkeit für Stabilität und künstlerische Vielfalt
Die tiefe Dankbarkeit der Schauspielerin gilt der Stabilität. Die Serie ermöglichte ein Familienleben in der gewählten Stadt. Die Produktion nahm Rücksicht auf private Momente.
„Die Serie hat mir ermöglicht, Mama zu sein“, betont sie im Gespräch. Diese Balance zwischen Beruf und Familie war ein kostbares Gut.
Trotz der langen Zeit bleibt die Neugier erhalten. Neue Herausforderungen werden außerhalb der Serie gesucht. Moderation beim ORF („Alles Opernball“) und Formate auf Servus TV („Berg- und Talfahrt“) ergänzen das Portfolio.
Die Karriere entwickelt sich weiter. Die Veränderungen im persönlichen Leben spiegeln sich in der professionellen Haltung. Mehr dazu erfährst du im ausführlichen Interview beim Stern.
| Zeitraum | Entwicklung der Figur | Künstlerische Highlights | Persönlicher Kontext |
|---|---|---|---|
| 2005 (Start) | Unsichere junge Ermittlerin | Einführung in das Team | Anfang der Schauspielkarriere |
| 2010-2015 | Wachsende Autorität | Action-Szenen, erste Doppelrolle | Festigung der Serienrolle |
| 2016-2020 | Grenzenlose Chefinspektorin | Gesang, Tanz, dramatische Höhepunkte | Mutterschaft, neue Prioritäten |
| 2021-2025 (Jubiläum) | Mutige, etablierte Führungsfigur | Lebensbedrohliche Szenen, Jubiläumsfolgen | Reflexion, Dankbarkeit, neue Projekte |
Die Veränderungen über zwei Jahrzehnte sind dokumentiert. Jede Phase brachte neue Facetten der Rolle. Die parallele Entwicklung von Person und Figur ist ein seltenes Phänomen.
Diese Dankbarkeit für die vergangenen Jahren ist spürbar. Sie nährt die Motivation für kommende Aufgaben. Die Reise ist noch nicht zu Ende.
Lilian Klebow im Interview: Der Balanceakt zwischen Familie und Karriere
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Wie managt man zwei Karrieren und ein Familienleben mit zwei Kindern? Die Antwort liegt in strikter Organisation. Du stehst vor der gleichen Herausforderung wie viele berufstätige Eltern.
Der Alltag erfordert maximale Flexibilität. Beide Elternteile stehen regelmäßig vor der Kamera. Ihre Kinder Charlie Tara (11) und Sonny (8) brauchen Stabilität.
Kinder, Drehplan und ein pendelnder Ehemann: Organisation ist alles
Zwei Schauspielkarrieren unter einen Hut zu bringen, ist ein logistischer Kraftakt. Der Vater ist Schauspielkollege Erich Altenkopf (56). Er ist bekannt aus „Sturm der Liebe“.
Die Aufgabenteilung folgt klaren Regeln. Beide Mann und Frau koordinieren ihre Drehpläne minutiös. Das Pendeln zwischen Wien und München wird zur Routine.
Eine Stadt dient als Hauptwohnsitz, die andere als Arbeitsort. Diese Doppelbelastung trifft häufig die Mutter. Die strukturelle Ungleichheit in der Gesellschaft wird sichtbar.
Kontinuität im Alltag ist essenziell für eine stabile Kindheit. Schule, Hobbys und feste Mahlzeiten geben Sicherheit. Die Kinder wissen immer, wer sie abholt.
Diese Organisation ermöglicht beiden Elternteilen ihre Berufung. Die Familie als Ganzes profitiert von der Planung. Jeder Tag wird strategisch durchdacht.
Ruheinseln finden: Warum sie „wie eine Spitzensportlerin“ lebt
Der Beruf verlangt Höchstleistung, privat wie beruflich. Die Lösung: ein Lebensstil nach sportlichen Maßstäben. Frühes Schlafen, Meditation und Yoga schaffen Ruheinseln.
Eine feste Morgenroutine strukturiert den Tag. Gesunde Ernährung unterstützt die körperliche Belastbarkeit. Diese Disziplin ist nicht verhandelbar.
„Ich lebe wie eine Spitzensportlerin. Kranksein ist keine Option“, erklärt sie im Gespräch. Der Vergleich trifft den Kern ihrer Strategie.
Diese Herangehensweise schützt vor Erschöpfung. Sie als Mama muss für ihre Kinder voll da sein. Die Energie muss sorgfältig gemanagt werden.
Selbstdisziplin wird zum Erfolgsfaktor. Jede Stunde Schlaf zählt. Jede Mahlzeit ist Treibstoff für den anspruchsvollen Alltag.
Grenzen ziehen: Der Schutzraum der Kinder hat Priorität
Die Privatsphäre der Kinder ist nicht verhandelbar. Pressefotos nur mit deren ausdrücklichem Einverständnis. Erkennbare Bilder in sozialen Medien sind tabu.
Jedes Kind hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Die Tochter und der Sohn entscheiden über ihre öffentliche Präsenz. Diese Grenzen schützen ihren Entwicklungsraum.
Eltern tragen Verantwortung für die digitale „Fütterung“. Was online landet, bleibt für immer. Diese Reflexion ist Teil moderner Erziehung.
Der Schutzraum hat oberste Priorität. Die Familie ist ein privater Rückzugsort. Hier gelten andere Regeln als am Set.
Diese klaren Grenzen schaffen Sicherheit. Die Kinder können unbeschwert aufwachsen. Der öffentliche Beruf der Eltern bleibt draußen.
Organisation, Selbstdisziplin und klare Prioritäten ermöglichen diesen Balanceakt. Die Rolle als Mutter ist die wichtigste im Leben. Sie verlangt mehr als jedes Drehbuch.
Der Alltag mit Kindern wird zur Meisterleistung im Zeitmanagement. Jede berufstätige Mama kennt diese Herausforderung. Die Lösung liegt in systematischer Planung.
Herausforderungen einer Schauspielerin: Schönheitsideale und männliche Dominanz
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Schubladendenken und festgefahrene Schönheitsideale prägen noch immer viele Casting-Prozesse. Du stehst als Darstellerin ständig unter Beobachtung. Dein Äußeres wird oft stärker bewertet als dein Talent.
Die Branche hat historisch enge Kategorien geschaffen. Eine Frau muss bestimmten Normen entsprechen. Abweichungen werden schnell kritisiert.
Diese Herausforderungen begleiten viele Schauspielerinnen durch ihre gesamte Karriere. Sie beeinflussen Rollenangebote und beruflichen Aufstieg. Der Druck ist allgegenwärtig.
Vom „Punk“ zur „Blondine“: Lästige Schubladen im Beruf
In ihrer Jugend fühlte sich Lilian Klebow unsicher und punkig. Sie entsprach nicht dem gängigen Schönheitsideal. An der Schauspielschule erhielt sie klare Ansagen.
„So kannst du nicht auf die Bühne“, hieß es damals. Das Feedback war vernichtend. Es zwang sie zu einer Veränderung.
Nach einem Make-over landete sie in der „Blondinen“-Schublade. Diese neue Kategorie brachte eigene Erwartungen mit sich. Die Frau wurde wieder auf Äußerlichkeiten reduziert.
Dieses Hin-und-her zwischen Extremen ist typisch für die Branche. Entweder passt man nicht ins Bild oder wird in eine Klischee-Rolle gedrängt. Echte Vielfalt bleibt selten.
„Du bist die einzige Frau hier“: Erfahrungen mit Ausgrenzung am Set
Am Set erlebte sie häufig Isolation. Als oft einzige Frau in einem männlichen Team fühlte sie sich ausgegrenzt. Fachliche Kompetenz schützte nicht vor diesem Gefühl.
Ein Regisseur überschritt deutlich Grenzen mit seiner Aussage. „Du bist wirklich hässlich, wenn du weinst. Das willst du doch nicht, oder?“ Solche Kommentare verletzten tief.
Die Kollegen dominierten Gespräche und Entscheidungen. Selbst schlagfertige Reaktionen änderten die Gruppendynamik nicht. Die Dreharbeiten wurden zur zusätzlichen Belastung.
Diese Erfahrungen zeigen strukturelle Probleme. Frauen müssen sich in männlichen Umgebungen behaupten. Die Herausforderungen gehen über die eigentliche Arbeit hinaus.
Im Interview spricht sie offen über diese Erlebnisse. Früher herrschte Schweigen über solche Missstände. Heute ist das Benennen notwendig für Veränderung.
Ein klares Statement gegen überholte Rollenbilder
Die Schauspielerin begrüßt den Wandel in der Branche. Sie nennt positive Beispiele wie Kate Winslet in „Mare of Easttown“. Ungeschönte Frauenrollen brechen mit alten Stigmata.
Ihre feministische Haltung ist eindeutig. „Jegliche Bewertung einer Person von außen ist anmaßend.“ Dieses Statement richtet sich gegen oberflächliche Urteile.
„Die Serie SOKO Wien hat eine starke Frauenrolle etabliert, die gegen Stigmata kämpft. Das ist ein wichtiger Schritt.“
Authentizität wird zum neuen Maßstab. Frauen dürfen Falten, Emotionen und Ecken zeigen. Diese Entwicklung stärkt die gesamte Branche.
Die Serie SOKO Wien selbst zeigt diesen Fortschritt. Penny Lanz verkörpert eine komplexe Führungsfigur. Sie kämpft gegen Vorurteile im Berufsalltag.
Heute ist es essenziell, Missstände anzusprechen. Das frühere Schweigen hat Probleme perpetuiert. Offene Gespräche schaffen Bewusstsein.
Für den Umgang mit beruflichem Stress bietet unser Guide praktische Strategien zur Stressbewältigung. Diese Tools helfen in herausfordernden Umgebungen.
Die Kollegen müssen sensibler werden in ihrer Kommunikation. Das Set sollte ein sicherer Raum für alle sein. Respekt muss die Grundlage jeder Dreharbeiten sein.
Das Interview spricht Klartext über notwendige Veränderungen. Die Frauenrolle in der Unterhaltungsindustrie entwickelt sich weiter. Dieser Prozess erfordert aktive Beteiligung.
Überholte Rollenbilder gehören der Vergangenheit an. Moderne Schauspielerinnen fordern mehr Tiefe und Wahrhaftigkeit. Die Branche muss diesen Wandel unterstützen.
Fazit: Eine Frau, die ihre Fackel weiterträgt
Die Essenz einer langen Karriere liegt nicht im Ego, sondern im Weitergeben von Erfahrung. Du siehst hier zwei Jahrzehnte Wachstum, Balance und Überwindung. Die Folge dieser Entwicklung ist eine reife Lebenshaltung.
Ihr Leitbild ist klar: „Es geht ums Weitergeben der Lebensfackel.“ Der Neujahrsvorsatz folgt diesem Prinzip. Ein Jahr voller Liebe und Lachen ehrt die verstorbene Oma.
Frühere Angst und Unsicherheit sind überwunden. Das lebensbedrohliche Dreherlebnis mit Blei in den Taschen symbolisiert diese Stärke. Heute herrscht Furchtlosigkeit vor neuen Projekten.
Die Zukunft ist aktiv gestaltet. Weitermachen bei der Serie steht fest. Lust auf Comedy, Stand-up und eigene Produktionen treibt sie an.
Diese Folge von Entscheidungen zeigt klare Prioritäten. Die Botschaft der Dankbarkeit und des kontinuierlichen Wachstums bleibt. Die Angst vor Stillstand existiert nicht mehr.
Das Blei der Vergangenheit wurde zu Leichtigkeit transformiert. Du hast ein Vorbild für professionelle Entwicklung und persönliche Reife. Die Fackel brennt weiter.