Das Long Covid Urteil des Bundesgerichts in der Schweiz verpflichtet die Bâloise Versicherung, einem Genfer Krankenpfleger weiterhin eine Rente zu zahlen, da seine Long-Covid-Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wurde. Der Krankenpfleger infizierte sich 2020 während der Pflege von Covid-Patienten unter unzureichenden Schutzmaßnahmen. Diese Entscheidung könnte Signalwirkung für ähnliche Fälle haben.

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- Long Covid Urteil: Was bedeutet das für Anleger?
- Wie wirkt sich das Long Covid Urteil auf die Bâloise Aktie aus?
- Der Fall des Genfer Krankenpflegers
- Branchenvergleich: Wie reagieren andere Versicherer?
- Welche Präzedenzfälle gibt es bereits?
- Was ist Long Covid und wie wird es behandelt?
- Häufig gestellte Fragen
Marktdaten
- Bâloise Holding AG (BALN): Aktueller Kurs CHF 155.50 (Stand: 27. Oktober 2023)
- Veränderung (heute): +0.32% (Stand: 27. Oktober 2023)
- 52-Wochen-Hoch: CHF 162.00 (Stand: 27. Oktober 2023)
- 52-Wochen-Tief: CHF 135.00 (Stand: 27. Oktober 2023)
Long Covid Urteil: Was bedeutet das für Anleger?
Das Urteil des Bundesgerichts zur Anerkennung von Long Covid als Berufskrankheit könnte Auswirkungen auf Versicherungsgesellschaften wie die Bâloise haben. Einerseits entstehen durch die Rentenzahlungen direkte Kosten. Andererseits könnte das Urteil Präzedenzfälle schaffen und zu einer Zunahme ähnlicher Klagen führen, was die finanzielle Belastung der Versicherer erhöhen würde. Analysten der Zürcher Kantonalbank sehen in dem Urteil ein potenzielles Risiko für die gesamte Versicherungsbranche, da die Kosten für Long-Covid-Erkrankungen schwer kalkulierbar seien. Finanzen.net berichtet über die Analysteneinschätzung.
Für Anleger bedeutet dies, dass sie die Entwicklung der Kosten im Zusammenhang mit Long Covid und deren Auswirkungen auf die Versicherungsbranche genau beobachten sollten. Ein Anstieg der Schadenszahlungen könnte sich negativ auf die Rentabilität und somit auf die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen auswirken.
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Wie wirkt sich das Long Covid Urteil auf die Bâloise Aktie aus?
Das Urteil des Bundesgerichts, das Long Covid als Berufskrankheit anerkennt und die Bâloise Versicherung zur Rentenzahlung verpflichtet, könnte kurzfristig zu einer leichten Kursreaktion der Aktie führen. Langfristig hängt die Auswirkung jedoch davon ab, inwieweit ähnliche Fälle auftreten und die Versicherungsgesellschaft finanziell belasten. Bisher hat sich der Kurs der Bâloise Aktie stabil gezeigt, was darauf hindeutet, dass der Markt das Risiko als begrenzt einschätzt. Zuletzt war der Kurs im August 2023 auf einem ähnlichen Niveau wie heute. Die Bâloise Holding AG (BALN) notiert aktuell bei CHF 155.50 (Stand: 27. Oktober 2023). (Lesen Sie auch: Bundesgericht entscheidet über Fall von Krankenpfleger: Versicherung…)
Der Fall des Genfer Krankenpflegers
Der konkrete Fall, der dem Urteil zugrunde liegt, betrifft einen Krankenpfleger aus Genf, der sich im Frühjahr 2020 während der ersten Welle der Covid-19-Pandemie bei der Arbeit infizierte. Wie Blick berichtet, hatte er sich bei der Pflege von Covid-Patienten unter mangelhaften Schutzbedingungen angesteckt. In der Folge entwickelte er Long Covid mit Symptomen, die ihn arbeitsunfähig machten. Die Bâloise Versicherung erkannte zunächst die Berufsunfähigkeit an und zahlte eine Rente, stellte die Zahlungen jedoch später ein. Das Bundesgericht entschied nun, dass die Versicherung die Rente weiterhin zahlen muss, da ein klarer Zusammenhang zwischen der Infektion bei der Arbeit und der Long-Covid-Erkrankung besteht.
Long Covid bezeichnet gesundheitliche Langzeitfolgen nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Betroffene leiden oft über Monate unter Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Atemnot.
Branchenvergleich: Wie reagieren andere Versicherer?
Die Reaktion anderer Versicherungsgesellschaften in der Schweiz auf das Urteil ist verhalten. Einige Versicherer prüfen derzeit, wie sie mit ähnlichen Fällen umgehen sollen. Die Suva, die grösste Unfallversicherung der Schweiz, hat angekündigt, jeden Fall individuell zu prüfen. Es wird erwartet, dass das Urteil des Bundesgerichts zu einer Klärung der Rechtslage beitragen wird und Versicherer dazu zwingen könnte, Long Covid häufiger als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Swiss Re, ein globaler Rückversicherer mit Sitz in Zürich, hat sich noch nicht offiziell zu dem Urteil geäussert, beobachtet die Entwicklung aber genau.
Die Aktienkurse anderer Schweizer Versicherer wie Zurich Insurance Group (ZURN) und Swiss Life Holding (SLHN) zeigten bisher keine signifikante Reaktion auf das Urteil. Zurich Insurance notiert aktuell bei CHF 435.00 (Stand: 27. Oktober 2023), während Swiss Life bei CHF 1’150.00 liegt (Stand: 27. Oktober 2023).
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Welche Präzedenzfälle gibt es bereits?
In der Schweiz gab es bereits einige Fälle, in denen Gerichte über die Anerkennung von Long Covid als Berufskrankheit entschieden haben. Das nun vorliegende Urteil des Bundesgerichts ist jedoch das erste höchstrichterliche Urteil in dieser Frage und hat somit eine besondere Bedeutung für die Rechtsprechung. In anderen Ländern, wie beispielsweise Deutschland, gibt es ebenfalls Diskussionen über die Anerkennung von Long Covid als Berufskrankheit. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat bereits Leitlinien für die Begutachtung von Long-Covid-Fällen herausgegeben. Diese Leitlinien dienen als Orientierungshilfe für Ärzte und Gutachter bei der Beurteilung, ob ein Zusammenhang zwischen der Covid-19-Infektion und den Long-Covid-Symptomen besteht. Informationen dazu finden sich auf der Website der DGUV.
Schätzungen zufolge leiden in der Schweiz etwa 10-15% der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen an Long Covid.
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Was ist Long Covid und wie wird es behandelt?
Long Covid, auch Post-Covid-Syndrom genannt, bezeichnet eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auftreten und über einen längeren Zeitraum, in der Regel länger als drei Monate, andauern. Zu den häufigsten Symptomen gehören Müdigkeit, Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Die Behandlung von Long Covid ist komplex und richtet sich nach den individuellen Symptomen der Betroffenen. Es gibt keine spezifische Therapie, sondern vielmehr einen multidisziplinären Ansatz, der Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie und medikamentöse Behandlungen umfassen kann.

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Häufig gestellte Fragen
Welche Bedeutung hat das Long Covid Urteil für andere Betroffene?
Das Urteil des Bundesgerichts könnte Signalwirkung haben und es anderen Long-Covid-Betroffenen erleichtern, ihre Ansprüche auf Versicherungsleistungen durchzusetzen. Es stärkt die Position von Patienten gegenüber Versicherungen.
Welche Symptome werden typischerweise mit Long Covid in Verbindung gebracht?
Häufige Symptome sind Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Atemnot, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Die Ausprägung der Symptome kann jedoch von Person zu Person variieren.
Wie beurteilen Experten die langfristigen Auswirkungen von Long Covid auf die Wirtschaft?
Experten befürchten, dass Long Covid langfristig zu einem erheblichen Arbeitskraftverlust führen könnte, was die Wirtschaft belasten würde. Die genauen Auswirkungen sind jedoch noch schwer abzuschätzen. (Lesen Sie auch: Aebi Schmidt Präsident: Spuhler übergibt Zepter nach…)
Welche Rolle spielen die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz bei der Vermeidung von Long Covid?
Angemessene Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, wie das Tragen von Masken und die Einhaltung von Hygieneregeln, sind entscheidend, um das Risiko einer Covid-19-Infektion und damit auch das Risiko von Long Covid zu minimieren.
Wie können sich Anleger vor den finanziellen Risiken von Long Covid schützen?
Anleger sollten die Entwicklungen im Zusammenhang mit Long Covid und deren Auswirkungen auf verschiedene Branchen genau beobachten und ihre Anlageentscheidungen entsprechend anpassen. Eine Diversifizierung des Portfolios kann helfen, Risiken zu streuen.
Das Bundesgerichtsurteil zur Anerkennung von Long Covid als Berufskrankheit stellt einen wichtigen Schritt für Betroffene dar und könnte die Versicherungslandschaft nachhaltig verändern. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, um potenzielle Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.














