Das Lufthansa Bodenpersonal wird vorerst nicht streiken. Das Unternehmen hat sich mit der Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt, der Gehaltssteigerungen und zusätzliche Leistungen für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten vorsieht. Damit sind Streiks am Boden zumindest bis 2028 abgewendet.
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Kernpunkte
- Einigung zwischen Lufthansa und Verdi für das Bodenpersonal
- Gehaltssteigerungen von insgesamt 4,6 Prozent in zwei Stufen
- Laufzeit des Tarifvertrags bis Ende Februar 2028
- Schutz vor Ausgliederung für das Personal der Passagier- und Flugzeugabfertigung
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 35,4 Mrd. Euro (2023, Lufthansa Group) |
| Gewinn/Verlust: | 1,67 Mrd. Euro (2023, Lufthansa Group) |
| Mitarbeiterzahl: | ~109.000 (Lufthansa Group) |
| Branche: | Luftfahrt |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz +15%, Gewinn +112% |
Einigung erzielt: Lufthansa Bodenpersonal erhält mehr Geld
Die Einigung zwischen der Lufthansa und Verdi sieht Gehaltssteigerungen von insgesamt 4,6 Prozent vor, die in zwei Stufen erfolgen. Wie Stern berichtet, erhalten die Beschäftigten von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo rückwirkend zum 1. Januar 2026 zunächst 2,2 Prozent mehr Geld. Eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent folgt dann ab dem 1. März 2027. Für die Bodenbeschäftigten der Lufthansa AG greift die erste Stufe aufgrund der wirtschaftlichen Lage ein Jahr später.
Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
Der Tarifabschluss bedeutet für die Beschäftigten der Lufthansa eine deutliche Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Im Durchschnitt haben die Mitarbeiter künftig gut 220 Euro monatlich mehr zur Verfügung, so Verdi. Zusätzlich zu den Gehaltssteigerungen sieht der Tarifvertrag drei zusätzliche freie Tage für Verdi-Mitglieder während der Laufzeit vor. (Lesen Sie auch: Technik und Abfertigung: Lufthansa einigt sich mit…)
Die lange Laufzeit des Tarifvertrags von 26 Monaten bis Ende Februar 2028 soll laut Lufthansa Verlässlichkeit garantieren. In Zeiten geopolitischer Krisen sei dies ein wichtiges Signal.
Wie kam es zu der Einigung?
Verdi war mit der Forderung nach 6,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Zudem forderte die Gewerkschaft mindestens 250 Euro mehr pro Monat. Obwohl die Einigung unter den ursprünglichen Forderungen liegt, wertet Verdi das Ergebnis positiv.
Die Gewerkschaft konnte zudem einen achtjährigen Schutz des Lufthansa-Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung vor einer Ausgliederung in Firmen erreichen, die niedrigere Gehälter zahlen. Auch eine finanzielle Aufwertung für technische Berufe und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro wurden vereinbart. (Lesen Sie auch: Eurowings stockt auf: Mallorca statt Nahost -…)
Wie geht es weiter?
Der neue Tarifvertrag muss noch von den Verdi-Mitgliedern in einer Befragung angenommen werden. Sollte die Mehrheit zustimmen, wäre der Weg frei für eine langfristige Planungssicherheit bei der Lufthansa.
Allerdings sind nicht alle Tarifkonflikte bei der Lufthansa beigelegt. Für andere Berufsgruppen, insbesondere das fliegende Personal, stehen noch Verhandlungen aus. Hier drohen weiterhin Streiks, die den Flugbetrieb beeinträchtigen könnten.
Welche Auswirkungen haben mögliche Streiks des fliegenden Personals?
Sollte es zu Streiks des fliegenden Personals kommen, wären erhebliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Lufthansa zu erwarten. Flugausfälle und Verspätungen wären die Folge, was zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Passagiere führen würde. Die Lufthansa müsste in diesem Fall Notfallpläne aktivieren, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. (Lesen Sie auch: Finanzen Beziehung: So Ehrlich Sind Paare Wirklich…)

Historischer Vergleich: Tarifkonflikte in der Luftfahrt
Tarifkonflikte sind in der Luftfahrtbranche keine Seltenheit. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Streiks, die den Flugbetrieb lahmlegten. Ein Beispiel ist der Streik der Pilotenvereinigung Cockpit im Jahr 2016, der zu zahlreichen Flugausfällen führte und der Lufthansa Millionen kostete. Solche Ereignisse zeigen, wie wichtig ein konstruktiver Dialog zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist, um solche Eskalationen zu vermeiden. Handelsblatt berichtete ausführlich über die wirtschaftlichen Folgen.
Ausblick: Herausforderungen für die Lufthansa
Trotz der Einigung mit dem Bodenpersonal steht die Lufthansa vor großen Herausforderungen. Der Wettbewerbsdruck in der Luftfahrtbranche ist hoch, und die Fluggesellschaft muss gleichzeitig ihre Kosten senken und in neue Technologien investieren. Die geopolitische Lage und die steigenden Treibstoffpreise belasten die Ergebnisse zusätzlich. Es bleibt abzuwarten, wie die Lufthansa diese Herausforderungen meistern wird und ob es gelingt, weitere Tarifkonflikte zu vermeiden.
Verdi setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein.












