Wie entgehen frühere Maple-Banker einem Cum-Ex-Prozess? Durch eine Millionenzahlung an das Landgericht Frankfurt. Die drei Ex-Manager der Maple Bank zahlten insgesamt 2,3 Millionen Euro, um einem öffentlichen Strafprozess zu entgehen. Die Maple Bank spielte eine zentrale Rolle im Skandal um illegale Cum-Ex-Aktiendeals. Maple Bank Cum Ex steht dabei im Mittelpunkt.

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Kurz-Analyse
- Drei Ex-Manager der Maple Bank entgehen einem Cum-Ex-Prozess durch Zahlung von 2,3 Millionen Euro.
- Die Maple Bank war ein zentraler Akteur im Cum-Ex-Skandal.
- Das Landgericht Frankfurt stellte das Verfahren gegen die Manager ein.
- Die Maple Bank erlangte etwa 374 Millionen Euro an unrechtmäßigen Steuererstattungen.
Millionenzahlung beendet Cum-Ex-Verfahren gegen Ex-Maple-Banker
Im milliardenschweren Cum-Ex-Steuerskandal ist ein Verfahren gegen drei ehemalige Manager der Maple Bank gegen eine Millionen-Geldauflage eingestellt worden. Wie Stern berichtet, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Frankfurt die Einstellung des Verfahrens nach Zahlung von insgesamt 2,3 Millionen Euro durch die Beschuldigten. Damit entgehen die drei einem öffentlichen Strafprozess, obwohl die Staatsanwaltschaft bereits Anklage erhoben hatte.
Welche Rolle spielte die Maple Bank im Cum-Ex-Skandal?
Die mittlerweile insolvente Maple Bank galt als einer der Hauptakteure im Cum-Ex-Skandal, bei dem Banken durch illegale Aktiendeals eine einmal gezahlte Kapitalertragssteuer doppelt vom Staat erstattet bekamen. Die Maple Bank mit kanadischen Wurzeln soll allein rund 374 Millionen Euro an unrechtmäßigen Steuererstattungen erlangt haben. Ein Großteil der Geschäfte wurde konzernintern abgewickelt. (Lesen Sie auch: Steuerskandal: Frühere Maple-Banker entgehen Cum-Ex-Prozess mit Geldauflage)
Insolvenz folgte auf Cum-Ex-Ermittlungen
Die Maple Bank brach zusammen, nachdem Ermittler im September 2015 das Institut wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung durchsucht hatten. Die Finanzaufsicht Bafin schloss die Bank im Jahr 2016, da dem Geldhaus wegen einer Rückstellung zu Cum-Ex-Geschäften die Überschuldung drohte. Kurz darauf wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. In der strafrechtlichen Aufarbeitung wurden bereits mehrere frühere Manager der Maple Bank verurteilt, darunter der ehemalige Deutschland-Chef.
Dem deutschen Staat entstand durch Cum-Ex-Deals von Banken und Investmentgesellschaften ein Steuerschaden von geschätzt mindestens zehn Milliarden Euro.
Wie funktionierten Cum-Ex-Geschäfte?
Bei Cum-Ex-Deals von Banken und Investmentgesellschaften wurden rund um den Dividendenstichtag Aktien mit und ohne Ausschüttungsanspruch hin- und hergeschoben. Am Ende erstatteten Finanzämter Steuern auf Dividenden, die gar nicht gezahlt worden waren. Die Politik reagierte erst 2012 mit einer Gesetzesänderung. In den Cum-Ex-Skandal sind zahlreiche Banken verstrickt. (Lesen Sie auch: Spargelanbau Deutschland: Deutsche Ernte sinkt Rapide)
Was bedeutet das für Anleger?
Der Cum-Ex-Skandal hat gezeigt, wie wichtig eine strenge Regulierung des Finanzmarktes ist, um Steuerhinterziehung zu verhindern. Anleger sollten sich bewusst sein, dass hohe Renditen oft mit hohen Risiken verbunden sind. Die BaFin bietet Informationen zum Thema Geldanlage und Wertpapiere.
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Häufig gestellte Fragen
Was genau sind Cum-Ex-Geschäfte?
Cum-Ex-Geschäfte sind Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag, bei denen Aktien mit und ohne Dividendenanspruch zwischen verschiedenen Beteiligten hin- und hergeschoben werden. Ziel ist es, Kapitalertragssteuern mehrfach erstattet zu bekommen, obwohl diese nur einmal gezahlt wurden.
Wie hoch ist der geschätzte Schaden durch Cum-Ex-Geschäfte in Deutschland?
Der durch Cum-Ex-Geschäfte entstandene Steuerschaden in Deutschland wird auf mindestens zehn Milliarden Euro geschätzt. Diese Summe umfasst die unrechtmäßigen Steuererstattungen, die an Banken und Investmentgesellschaften ausgezahlt wurden. (Lesen Sie auch: Apotheken Protesttag: Warum Bleiben am 23. März…)
Welche Konsequenzen hatte der Cum-Ex-Skandal für die Maple Bank?
Die Maple Bank brach aufgrund der Cum-Ex-Ermittlungen zusammen. Nach einer Durchsuchung im September 2015 wurde die Bank 2016 von der Bafin geschlossen, da Überschuldung drohte. Es folgte ein Insolvenzverfahren und strafrechtliche Verurteilungen von Managern.













