Der Maschinenbau Stellenabbau in Deutschland setzt sich fort. Im Jahr 2025 verloren rund 22.000 Menschen ihren Arbeitsplatz in der Branche, was einem Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Grund dafür sind die anhaltende Konjunkturflaute, US-Zölle und die zunehmende Konkurrenz aus China, die den deutschen Maschinenbau unter Druck setzen.

Die wichtigsten Fakten
- Der Maschinenbau verzeichnete 2025 einen Stellenabbau von 22.000 Jobs.
- Hauptursachen sind Konjunkturflaute, US-Zölle und chinesische Konkurrenz.
- Der VDMA erwartet eine Fortsetzung des Stellenabbaus in 2026.
- Politische Gegenmaßnahmen werden gefordert, um die Branche zu stabilisieren.
| Unternehmen | Umsatz | Gewinn/Verlust | Mitarbeiterzahl | Branche | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutscher Maschinenbau | ca. 220 Mrd. Euro | Sinkend | ca. 1 Million | Maschinen- und Anlagenbau | -2,2% Mitarbeiter |
| Politik | Sozialbeiträge | Betroffener Bereich | Entlastung | Ab wann | Wer profitiert/verliert |
Inhaltsverzeichnis
- Warum der Maschinenbau unter Druck steht
- Wie reagieren die Unternehmen?
- Welche Rolle spielen US-Zölle und die Konkurrenz aus China?
- Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
- Was fordert der VDMA von der Politik?
- Historischer Vergleich: Wie sah es in früheren Krisen aus?
- Ausblick: Wie geht es weiter für den Maschinenbau?
Warum der Maschinenbau unter Druck steht
Der deutsche Maschinenbau, eine Schlüsselindustrie des Landes, befindet sich seit geraumer Zeit in einer schwierigen Lage. Wie Stern berichtet, haben verschiedene Faktoren zu dieser Entwicklung beigetragen. Die globale Konjunkturflaute hat die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen reduziert. Hinzu kommen Handelskonflikte, insbesondere die von den USA verhängten Zölle, die den Export deutscher Produkte erschweren. Der zunehmende Wettbewerb aus China, wo Maschinen zu niedrigeren Preisen produziert werden, setzt die deutschen Hersteller zusätzlich unter Druck.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ende 2025 waren im Maschinen- und Anlagenbau gut eine Million Menschen beschäftigt – 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Verlust von rund 22.000 Arbeitsplätzen. Der Branchenverband VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) hat diese Entwicklung bestätigt und warnt vor einer Fortsetzung des Stellenabbaus in den kommenden Jahren.
Der Maschinenbau ist ein wichtiger Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Er trägt maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt eine große Anzahl von Menschen. Eine Schwächung dieser Branche hat somit erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft.
Wie reagieren die Unternehmen?
Trotz des Fachkräftemangels versuchen viele Unternehmen im Maschinenbau, ihre Stammbelegschaft zu halten. Sie setzen auf interne Weiterbildung und Qualifizierung, um ihre Mitarbeiter an neue Anforderungen anzupassen. Allerdings zwingt die wirtschaftliche Realität viele Betriebe zum Handeln. VDMA-Arbeitsmarktexperte Fabian Seus betont, dass aktuell mehr Firmen mit Stellenabbau planen als mit -aufbau. Dies deutet darauf hin, dass sich der Beschäftigtenabbau auch im Jahr 2026 fortsetzen wird. (Lesen Sie auch: Deutscher Weltmarktführer Mayer & Cie. nach Insolvenz)
Welche Maßnahmen ergreifen die Unternehmen konkret?
Viele Unternehmen setzen auf Kurzarbeit, um die Arbeitszeit zu reduzieren und Entlassungen zu vermeiden. Andere versuchen, Kosten zu senken, indem sie Investitionen zurückstellen oder Projekte verschieben. Einige Betriebe sehen sich jedoch gezwungen, Stellen abzubauen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dabei werden oft befristete Verträge nicht verlängert oder Vorruhestandsregelungen angeboten.
Das Handelsblatt berichtete kürzlich über die sinkenden Auftragseingänge im Maschinenbau, was die Notwendigkeit von Kosteneinsparungen und Stellenabbau weiter verstärkt.
Welche Rolle spielen US-Zölle und die Konkurrenz aus China?
Die von den USA verhängten Zölle auf bestimmte Produkte haben den Export deutscher Maschinen in die USA erschwert. Dies hat zu einem Rückgang der Nachfrage und damit zu Produktionsrückgängen geführt. Gleichzeitig konkurrieren deutsche Maschinenbauer zunehmend mit chinesischen Herstellern, die ihre Produkte zu niedrigeren Preisen anbieten können. Dies zwingt die deutschen Unternehmen, ihre Kosten zu senken und ihre Effizienz zu steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die chinesische Konkurrenz ist besonders im Bereich der Standardmaschinen stark. Deutsche Hersteller haben jedoch nach wie vor einen Wettbewerbsvorteil bei komplexen und hochspezialisierten Maschinen. Um diesen Vorteil zu erhalten, müssen sie weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren und innovative Produkte auf den Markt bringen.
Der Maschinenbau ist stark exportorientiert. Ein Großteil der deutschen Maschinen wird ins Ausland verkauft. Daher ist die Branche stark von der globalen Wirtschaftslage und den internationalen Handelsbeziehungen abhängig. (Lesen Sie auch: Valentinstag Umsatz: So Feiern Händler Rekordumsätze)
Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
Der Stellenabbau im Maschinenbau bedeutet für viele Arbeitnehmer eine große Unsicherheit. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, muss sich unter Umständen neu orientieren und sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Dies ist in einer Zeit, in der auch andere Branchen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, nicht einfach. Es ist wichtig, dass die betroffenen Arbeitnehmer Unterstützung erhalten, beispielsweise durch Beratungsangebote und Umschulungsmaßnahmen.
Welche Qualifikationen sind jetzt besonders gefragt?
Trotz des Stellenabbaus gibt es im Maschinenbau nach wie vor einen Bedarf an Fachkräften. Insbesondere Experten für Digitalisierung, Automatisierung und Robotik sind gefragt. Wer sich in diesen Bereichen weiterbildet, hat gute Chancen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Auch Kenntnisse im Bereich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden zunehmend wichtiger.
Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) bietet Informationen zu den Gehaltsaussichten in verschiedenen Ingenieurberufen, was bei der Karriereplanung hilfreich sein kann.

Was fordert der VDMA von der Politik?
Angesichts der schwierigen Lage fordert der VDMA ein Gegensteuern der Politik. Insbesondere die hohen Sozialbeiträge belasten die Unternehmen und schmälern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Der Verband fordert daher eine Senkung der Sozialbeiträge, um die Unternehmen zu entlasten. Zudem sei ein „zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz“ nötig, das Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten vorsehe. Dies würde den Unternehmen mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung ermöglichen.
Darüber hinaus fordert der VDMA eine Stärkung der Forschung und Entwicklung, um die Innovationskraft der deutschen Maschinenbauer zu fördern. Auch eine Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere im Bereich der digitalen Netze, sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die es den Unternehmen ermöglichen, erfolgreich zu sein und Arbeitsplätze zu sichern. (Lesen Sie auch: Erdgasspeicher Aktuell: Wie Lange Reicht das Gas…)
Historischer Vergleich: Wie sah es in früheren Krisen aus?
Der Maschinenbau hat in der Vergangenheit bereits mehrere Krisen erlebt. In der Finanzkrise 2008/2009 kam es ebenfalls zu einem deutlichen Rückgang der Produktion und einem Stellenabbau. Allerdings erholte sich die Branche nach der Krise relativ schnell wieder. Ein ähnliches Szenario könnte auch diesmal eintreten, wenn die Weltwirtschaft wieder anzieht und die Handelskonflikte beigelegt werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Unternehmen und die Politik jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Branche zu stabilisieren und für die Zukunft zu rüsten.
Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht regelmäßig Daten zur Produktion im verarbeitenden Gewerbe, einschließlich des Maschinenbaus.
Ausblick: Wie geht es weiter für den Maschinenbau?
Die Zukunft des deutschen Maschinenbaus hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist es wichtig, dass die Weltwirtschaft wieder anzieht und die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen steigt. Zum anderen müssen die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, indem sie in Forschung und Entwicklung investieren und innovative Produkte auf den Markt bringen. Auch die Politik spielt eine wichtige Rolle, indem sie Rahmenbedingungen schafft, die es den Unternehmen ermöglichen, erfolgreich zu sein und Arbeitsplätze zu sichern. Trotz der aktuellen Herausforderungen hat der deutsche Maschinenbau gute Chancen, auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft zu spielen.
Die Aufträge im Schlussquartal 2025 gaben Anlass zur Hoffnung auf eine Trendwende, doch die strukturellen Probleme der Branche bleiben bestehen. Der Maschinenbau Stellenabbau ist ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden darf. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Unternehmen, Politik und Arbeitnehmern, um die Branche zu stabilisieren und für die Zukunft zu rüsten.
