„Für die Metall- und Elektro-Industrie, den Wohlstandsmotor unseres Landes, war das vergangene Jahr ein schreckliches Jahr.“ Diese deutlichen Worte von Hauptgeschäftsführer Oliver Zander fassen die aktuelle Lage treffend zusammen. Trotz eines zwischenzeitlichen Auftragsplus bleibt die Situation angespannt, und die Gefahr einer anhaltenden metall elektro industrie rezession ist real.

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- Metall Elektro Industrie Rezession: Trübe Aussichten trotz Rüstungsboom
- Wie wirkt sich die Auftragsflaute auf die Beschäftigung aus?
- Umsatz stagniert, Absatz sinkt – die Zahlen im Detail
- Produktionsplus im Schlussquartal – ein Strohfeuer?
- Wie geht es weiter? Düstere Prognosen für 2026
- Gesamtmetall äußert sich besorgt über die Lage
Metall Elektro Industrie Rezession: Trübe Aussichten trotz Rüstungsboom
Die Metall- und Elektroindustrie (M+E) sieht sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Obwohl Rüstungsaufträge im letzten Quartal 2025 für eine kurzzeitige Belebung der Auftragslage sorgten, reicht dies nicht aus, um die tiefgreifenden Probleme der Branche zu kompensieren. Die Stimmung bleibt gedrückt, und die Angst vor einer anhaltenden Rezession in der metallverarbeitenden Industrie ist allgegenwärtig.
Auf einen Blick
- Rüstungsaufträge sorgten im letzten Quartal 2025 für ein Auftragsplus.
- Die Stimmung in der Branche bleibt jedoch schlecht.
- Im vergangenen Jahr gingen fast 10.000 Arbeitsplätze pro Monat verloren.
- Für das laufende Jahr wird ein erneuter Produktionsrückgang erwartet.
Wie wirkt sich die Auftragsflaute auf die Beschäftigung aus?
Der Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie setzt sich fort. Im November 2025 waren rund 3,8 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von 102.600 Arbeitsplätzen oder 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend verdeutlicht die negativen Auswirkungen der konjunkturellen Schwächephase auf den Arbeitsmarkt. Die Situation wird durch die hohe Inflation und steigende Energiekosten weiter verschärft, wie das Statistische Bundesamt regelmäßig berichtet. (Lesen Sie auch: Hoffnung für die Konjunktur: Industrieaufträge steigen stark:…)
Umsatz stagniert, Absatz sinkt – die Zahlen im Detail
Die Umsatzentwicklung in der Metall- und Elektroindustrie ist weiterhin besorgniserregend. Im vergangenen Jahr stagnierte der Umsatz bei einem Plus von lediglich 0,6 Prozent. Gleichzeitig ging der Absatz um 0,8 Prozent im Vorjahresvergleich zurück. Diese Zahlen spiegeln die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage und die zunehmende Konkurrenz auf den internationalen Märkten wider. Laut einer Meldung von Stern hellte sich die Lage lediglich im letzten Quartal etwas auf.
Produktionsplus im Schlussquartal – ein Strohfeuer?
Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Metall- und Elektroindustrie ein Produktionsplus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg ist vor allem auf die gestiegenen Rüstungsaufträge zurückzuführen. Es bleibt jedoch fraglich, ob diese Entwicklung nachhaltig ist. Für das laufende Jahr droht ein erneuter Rückgang der Produktion um 0,5 bis 1,5 Prozent. Die Abhängigkeit von staatlich finanzierten Projekten birgt Risiken, da diese Aufträge konjunkturellen Schwankungen unterliegen.
Die Metall- und Elektroindustrie ist stark exportorientiert. Eine schwache Weltkonjunktur und Handelskonflikte belasten die Exporterlöse. (Lesen Sie auch: "Sichere Häfen": Preiseinbrüche bei Gold und Silber)
Wie geht es weiter? Düstere Prognosen für 2026
Die Aussichten für die Metall- und Elektroindustrie im Jahr 2026 sind weiterhin getrübt. Branchenexperten warnen vor einem erneuten Stellenabbau in der Größenordnung von 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätzen. Die hohe Inflation, steigende Energiekosten und die anhaltende Unsicherheit in der Weltwirtschaft belasten die Unternehmen zusätzlich. Eine schnelle Erholung der Konjunktur ist nicht in Sicht. Die Bundesregierung versucht mit diversen Maßnahmen gegenzusteuern. Laut bundesregierung.de werden verschiedene Förderprogramme angeboten, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Beschäftigtenrückgang | 102.600 Arbeitsplätze im Vergleich zum Vorjahr |
| Umsatzwachstum | 0,6 Prozent |
| Absatzrückgang | 0,8 Prozent |
| Produktionswachstum (Q4 2025) | 2,1 Prozent |
| Prognostizierter Produktionsrückgang (2026) | 0,5 bis 1,5 Prozent |
Die Metall- und Elektroindustrie ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Sie trägt maßgeblich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei.
Gesamtmetall äußert sich besorgt über die Lage
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zeigt sich äußerst besorgt über die aktuelle Situation in der Metall- und Elektroindustrie. Hauptgeschäftsführer Oliver Zander betonte, dass die Branche pro Monat fast 10.000 Arbeitsplätze verliert. Er forderte die Politik auf, die Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu verbessern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Stellenabbau zu stoppen. Gesamtmetall kritisiert insbesondere die hohen Energiepreise und die zunehmende Bürokratie, die die Unternehmen belasten. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie leidet unter diesen Faktoren, wie auch Handelsblatt regelmäßig berichtet. (Lesen Sie auch: Plagiarius Preis: Kampf gegen Fälschungen auf der…)

Die Metall- und Elektroindustrie steht vor großen Herausforderungen. Die Rezession in der metallverarbeitenden Industrie, die Abhängigkeit von Rüstungsaufträgen und die ungünstigen Rahmenbedingungen belasten die Unternehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik die notwendigen Maßnahmen ergreift, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und den Stellenabbau zu stoppen. Die nächste Berichtssaison wird zeigen, ob sich die Situation verbessert hat oder ob sich die negative Entwicklung fortsetzt.
