Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 im Hotel Bayerischer Hof statt und versammelt rund 500 hochrangige Entscheidungsträger aus 120 Nationen. Im Zentrum der Debatten stehen die transatlantischen Beziehungen, Europas Sicherheitsarchitektur und die regelbasierte Weltordnung in Zeiten globaler Umbrüche.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- MSC 2026: Weltpolitik trifft sich am Wendepunkt
- Munich Security Report 2026: "Under Destruction"
- Geschichte und Bedeutung der MSC
- Proteste und Gegenveranstaltungen
- Aktuelle geopolitische Brennpunkte 2026
- Wolfgang Ischinger: Die Stimme der MSC
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Münchner Sicherheitskonferenz
- Fazit: München als Pulsmesser der Weltpolitik
Das Wichtigste in Kürze
- Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 im Hotel Bayerischer Hof und Rosewood Munich statt
- Rund 50 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben bereits ihre Teilnahme bestätigt, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Außenminister Marco Rubio
- Der Munich Security Report 2026 trägt den Titel „Under Destruction“ und dokumentiert eine wachsende Vertrauenskrise in demokratischen Regierungssystemen
- Zentrale Themen: Europäische Sicherheitspolitik, transatlantische Beziehungen, Multilateralismus und technologische Sicherheitsauswirkungen
- Die Konferenz folgt der „Munich Rule“: Interaktion auf Augenhöhe statt Vorträgen von oben herab
MSC 2026: Weltpolitik trifft sich am Wendepunkt
Am 10. Februar 2026 stehen die Vorbereitungen für die bedeutendste Sicherheitskonferenz der Welt kurz vor dem Abschluss. Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) findet vom 13. bis 15. Februar 2026 im Hotel Bayerischer Hof in München statt und wird begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen in der Münchner Innenstadt. Über 5.000 Beamtinnen und Beamte aus ganz Deutschland werden im Einsatz sein, um die Sicherheit der internationalen Gäste zu gewährleisten.
Die diesjährige Konferenz findet unter besonderen Vorzeichen statt. Mit langjährigen Allianzen, die in Frage gestellt werden, der Erosion der regelbasierten internationalen Ordnung und zunehmender Instabilität sowie eskalierenden Konflikten weltweit, findet die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz an einem grundlegenden Wendepunkt statt. Bundeskanzler Friedrich Merz wird die Konferenz am Freitag persönlich eröffnen – ein deutliches Signal für die Bedeutung, die Deutschland diesem Forum beimisst.
Hochkarätige Teilnehmerliste sorgt für Spannung
Fast 50 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben bereits ihre Teilnahme an der MSC 2026 bestätigt. Neben der deutschen Delegation unter Führung von Bundeskanzler Merz werden auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Polens Ministerpräsident Donald Tusk vor Ort sein. Besondere Aufmerksamkeit gilt der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die als eine der profiliertesten europäischen Stimmen erwartet wird.
Die USA werden durch Außenminister Marco Rubio angeführt. US-Vizepräsident J.D. Vance, der im Vorjahr für Irritationen sorgte, hat seine Teilnahme abgesagt. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nach München reisen – ein wichtiges Zeichen angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine.
Munich Security Report 2026: „Under Destruction“
Als Diskussionsgrundlage dient der am 9. Februar veröffentlichte Munich Security Report 2026 mit dem Titel „Under Destruction“. Der neue Munich Security Index 2026 offenbart eine wachsende Vertrauenskrise in demokratische Regierungsführung in den G7-Ländern. Der Bericht analysiert die weitreichenden Konsequenzen politischer Kräfte, die Zerstörung über Reform stellen.
In allen für den Munich Security Index 2026 befragten G7-Ländern sagt nur ein winziger Anteil der Befragten, dass die Politik ihrer aktuellen Regierung künftige Generationen besser stellen wird. Diese Ernüchterung schafft ein Klima, in dem radikale Ansätze zunehmend Zuspruch finden.
Zentrale Themen der Konferenz 2026
Zu den Themen der MSC 2026 gehören europäische Sicherheit und Verteidigung, die Zukunft der transatlantischen Beziehung, die Wiederbelebung des Multilateralismus, konkurrierende Visionen der globalen Ordnung, regionale Konflikte und die sicherheitspolitischen Auswirkungen technologischer Fortschritte.
Besonders brisant: Die Diskussionen über die NATO-Zukunft und Europas strategische Autonomie. Nach den kontroversen Äußerungen der Trump-Administration stehen die transatlantischen Beziehungen auf dem Prüfstand. Europäische Spitzenpolitiker wollen laut Beobachtern „diesmal klare Kante auch gegenüber den USA zeigen“.
| Aspekt | Details MSC 2026 |
|---|---|
| Datum | 13.-15. Februar 2026 |
| Veranstaltungsort | Hotel Bayerischer Hof & Rosewood Munich |
| Teilnehmer | Ca. 500 Entscheidungsträger aus 120 Nationen |
| Staats-/Regierungschefs | Fast 50 bestätigt |
| Vorsitzender | Botschafter Wolfgang Ischinger |
| Sicherheitskräfte | Über 5.000 Polizeibeamte |
| Gründungsjahr | 1963 (als Wehrkundetagung) |
Geschichte und Bedeutung der MSC
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eine seit 1963 in München stattfindende internationale Tagung, auf der Politiker, Militär- und Wirtschaftsvertreter, Nichtregierungsorganisationen und Experten für sicherheitsrelevante Themen Gespräche außerhalb diplomatischer und protokollarischer Vorgaben führen. Sinn und Zweck ist das Debattieren über aktuelle Themen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Es ist das weltweit größte Treffen seiner Art.
Die Konferenz wurde 1963 von Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin initiiert, einem Widerstandskämpfer aus dem Stauffenberg-Kreis. Sein Ziel: Militärische Konflikte wie den Zweiten Weltkrieg künftig zu verhindern. Was als kleine „Wehrkundetagung“ begann, entwickelte sich zum wichtigsten globalen Forum für Sicherheitspolitik.
Die „Munich Rule“ als Leitprinzip
Ein besonderes Merkmal der MSC ist die sogenannte „Munich Rule“: „Engage and interact with each other: Don’t lecture or ignore one another. Ob auf oder außerhalb der Bühne, wir ermutigen unsere Gäste, sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen, und erwarten von allen Rednern, dass sie bereit sind, Fragen zu beantworten und mit dem Publikum auf Augenhöhe zu interagieren“.
Wie bereits in unserem Artikel über Angela Merkels überraschende Teilnahme am CDU-Parteitag berichtet, gewinnen direkte politische Dialoge in Krisenzeiten zunehmend an Bedeutung. Die MSC bietet dafür die ideale Plattform.
Proteste und Gegenveranstaltungen
Parallel zur Sicherheitskonferenz finden traditionell auch Proteste statt. Die Gegner der Sicherheitskonferenz (Anti-Siko-Bündnis) haben eine Demo (Start 13 Uhr) vom Stachus über den Odeonsplatz bis zum Marienplatz angekündigt. Zudem ist eine Menschenkette durch die Fußgängerzone geplant. Der Schwerpunkt der Proteste liegt auf Samstag, dem 14. Februar.
Zusätzlich findet vom 13. bis 15. Februar die Münchner Friedenskonferenz als Gegenveranstaltung statt, die sich unter dem Motto „Gegen den Strom der Gewalt“ versteht. Thematische Schwerpunkte sind in diesem Jahr Kriegsdienstverweigerung sowie Sanktionen und Boykotte.
Öffentliche Veranstaltungen am Rande der MSC
Für die Münchner Öffentlichkeit bietet die MSC 2026 mehrere Begleitveranstaltungen. Dazu gehören das traditionelle MSC-Konzert am 12. Februar im Cuvilliés-Theater mit dem Münchener Kammerorchester, der georgischen Pianistin Khatia Buniatishvili und der Sopranistin Teona Todua. Außerdem finden Filmvorführungen im Rahmen der MSC Cinema Serie sowie Diskussionsveranstaltungen der „Security and Literature Series“ statt.
Aktuelle geopolitische Brennpunkte 2026
Die Agenda der MSC 2026 spiegelt die drängendsten Sicherheitsfragen unserer Zeit wider. Neben dem Ukraine-Konflikt stehen auch der Nahe Osten und der Sudan im Fokus. Zudem spielen technologische Herausforderungen und ihre Auswirkungen auf die Politik eine immer größere Rolle: Dazu gehört etwa der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, aber auch das Wettrüsten im Weltraum.
China wird prominent vertreten sein und die Konferenz nutzen, um sich als stabilisierende Kraft zu präsentieren. Russland und Iran werden hingegen nicht erwartet. MSC-Chef Ischinger erklärte dazu, dass von russischer Seite seit 2022 „Funkstille“ herrsche.
Die Diskussionen über internationale Großveranstaltungen und deren Zukunft zeigen, wie schwierig globale Kooperation in Zeiten geopolitischer Spannungen geworden ist. Die MSC bietet einen der wenigen verbliebenen Orte für direkten Dialog.
Wolfgang Ischinger: Die Stimme der MSC
Als Vorsitzender leitet derzeit wieder Wolfgang Ischinger die Konferenz. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz: „Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 wird erneut als entscheidende Plattform für den globalen Dialog zu Schlüsselfragen der internationalen Sicherheitspolitik dienen“.
Eigentlich sollte der ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Vorsitz übernehmen. Da dieser jedoch norwegischer Finanzminister wurde, kehrt er erst zur MSC zurück, sobald sein Regierungsamt endet. Bis dahin führt Ischinger die Geschäfte.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Münchner Sicherheitskonferenz
Wann findet die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 statt?
Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 13. bis 15. Februar 2026 im Hotel Bayerischer Hof und Rosewood Munich in München statt.
Wer nimmt an der MSC 2026 teil?
Fast 50 Staats- und Regierungschefs haben zugesagt, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Keir Starmer, Donald Tusk und Wolodymyr Selenskyj. Insgesamt werden rund 500 hochrangige Entscheidungsträger aus 120 Nationen erwartet.
Was ist die „Munich Rule“?
Die „Munich Rule“ ist das Leitprinzip der Konferenz: „Engage and interact with each other – don’t lecture or ignore one another.“ Sie fordert Dialog auf Augenhöhe statt einseitiger Vorträge.
Kann die Öffentlichkeit an der MSC teilnehmen?
Die Hauptkonferenz ist nicht öffentlich. Es gibt jedoch zahlreiche Begleitveranstaltungen für die Öffentlichkeit, darunter das MSC-Konzert, Filmvorführungen und Diskussionsrunden.
Warum findet die MSC im Hotel Bayerischer Hof statt?
Der Standort München ermöglicht außerprotokolarischen Umgang höchster internationaler Staatsvertreter, da die Stadt nicht Sitz der Bundesregierung ist. Das Hotel Bayerischer Hof hat sich seit Jahrzehnten als Tagungsort etabliert.
Welche Themen stehen 2026 im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die europäische Sicherheitspolitik, transatlantische Beziehungen, die Zukunft der NATO, der Ukraine-Konflikt, Konflikte im Nahen Osten und Sudan sowie technologische Herausforderungen wie KI und Cyberkrieg.
Werden Beschlüsse gefasst?
Nein, auf der Sicherheitskonferenz werden keine verbindlichen zwischenstaatlichen Beschlüsse gefasst und auch keine Abschluss-Kommuniqués veröffentlicht. Sie dient ausschließlich dem Dialog und Informationsaustausch.
Fazit: München als Pulsmesser der Weltpolitik
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 findet in einer Zeit statt, in der die internationale Ordnung so fragil erscheint wie selten zuvor. Mit dem Ukraine-Krieg, den Spannungen mit China, Konflikten im Nahen Osten und der Unsicherheit über die künftige US-Außenpolitik stehen die Herausforderungen im Fokus. Die MSC bietet vom 13. bis 15. Februar eine der wenigen Gelegenheiten für direkten Dialog zwischen den wichtigsten Akteuren der Weltpolitik.
Besonders bemerkenswert ist die geschlossene europäische Präsenz: Selten waren so viele europäische Spitzenpolitiker gleichzeitig in München versammelt. Dies signalisiert den Willen Europas, in Sicherheitsfragen mehr Verantwortung zu übernehmen und mit einer Stimme zu sprechen. Ob dies gelingt und welche konkreten Impulse von der Konferenz ausgehen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Die regelbasierte internationale Ordnung steht auf dem Spiel – und München wird für drei Tage zum Brennpunkt der Bemühungen, sie zu erhalten oder neu zu gestalten. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website der Stadt München und der Wikipedia-Seite zur Munich Security Conference.
Autor: Redaktionsteam MindelMedia News
Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2026
Kategorie: Politik & Internationale Beziehungen











