NASA MAVEN Sonde: Seit dem 6. Dezember 2025 fehlt jede Spur der Mars-Sonde. Neue Analysen zeigen: MAVEN rotiert unkontrolliert und hat möglicherweise ihre Umlaufbahn verlassen. Der Ausfall bedroht die Kommunikation mit den Mars-Rovern Curiosity und Perseverance.
📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2025
NASA MAVEN Sonde verliert Kontakt: Was wir wissen
Funkstille im Mars-Orbit: Die NASA hat am 6. Dezember 2025 den Kontakt zu ihrer Mars-Sonde MAVEN verloren. Das Kürzel steht für „Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN“ – ein Orbiter, der seit über elf Jahren den Roten Planeten umkreist und erforscht.
Der Verbindungsabbruch ereignete sich während eines routinemäßigen Überflugs der Mars-Rückseite. Solche kurzen Signalunterbrechungen, im Fachjargon „Okkultationen“ genannt, sind normal – der Planetenkörper blockiert dann die direkte Funklinie zur Erde. Das Problem: Als MAVEN wieder hinter dem Mars hervorkommen sollte, blieb der Empfänger stumm.
Aktuelle Lage (Stand 18. Dezember 2025): Die NASA hat ein kurzes Signalfragment vom 6. Dezember analysiert. Ergebnis: MAVEN rotiert auf „unerwartete Weise“ und hat möglicherweise ihre geplante Umlaufbahn verlassen. Kontaktversuche blieben bisher erfolglos.
Unerwartete Rotation: MAVEN trudelt durchs All
Die neuesten Erkenntnisse der NASA geben Grund zur Sorge. Die Analyse eines schwachen Signalfragments, das das Deep Space Network am 6. Dezember noch auffangen konnte, offenbart zwei alarmierende Probleme:
- Unkontrollierte Rotation: MAVEN dreht sich auf eine Weise, die nicht geplant war
- Mögliche Bahnabweichung: Die Frequenz des Signals deutet darauf hin, dass die Sonde ihre Umlaufbahn verlassen haben könnte
Diese Kombination erschwert Rettungsversuche massiv. Ohne stabile Ausrichtung können die Solarpaneele nicht genügend Energie liefern – und die Hauptantenne lässt sich nicht zur Erde ausrichten.
„Das Team analysiert weiterhin die Tracking-Daten, um die wahrscheinlichsten Szenarien zu verstehen, die zum Signalverlust geführt haben. Die Bemühungen, den Kontakt zu MAVEN wiederherzustellen, werden fortgesetzt.“
– NASA, Stellungnahme vom 15. Dezember 2025
Warum ist der MAVEN-Ausfall so kritisch?
MAVEN ist weit mehr als nur eine Forschungssonde. Der Orbiter dient als zentrale Relaisstation für die Mars-Rover Curiosity und Perseverance. Die Rover können aufgrund ihrer begrenzten Sendeleistung nicht direkt mit der Erde kommunizieren – sie brauchen die Orbiter als Zwischenstation.
| Orbiter | Startjahr | Status |
|---|---|---|
| Mars Odyssey (NASA) | 2001 | ⚠️ Aktiv, aber Treibstoff knapp |
| Mars Reconnaissance Orbiter (NASA) | 2005 | ✅ Aktiv |
| MAVEN (NASA) | 2013 | ❌ Kein Kontakt seit 6. Dezember |
| ExoMars Trace Gas Orbiter (ESA) | 2016 | ✅ Aktiv |
Das Problem: MAVEN konnte als einziger Orbiter bis zu 30 Minuten am Stück Daten zur Erde schicken – mit der höchsten Datenrate aller Mars-Satelliten. Die Sonde hat seit 2014 rund 95 Prozent aller Rover-Daten weitergeleitet.
Die Folgen für Curiosity und Perseverance
Ohne MAVEN müssen die verbleibenden drei Orbiter die gesamte Kommunikationslast übernehmen. Das bedeutet:
- Reduzierte Bandbreite für den Datenverkehr
- Längere Wartezeiten bei der Übermittlung von Bildern und Analysen
- Komplexere Neuplanung der Übertragungsfenster
- Höhere Belastung für die alternden Backup-Sonden
Die NASA hat bereits reagiert: Für die nächsten zwei Wochen werden zusätzliche Überflüge der verbleibenden Orbiter geplant. Die Teams von Perseverance und Curiosity haben ihre täglichen Abläufe angepasst, um die wissenschaftliche Arbeit fortsetzen zu können.
MAVEN: Eine Mission mit Geschichte
MAVEN startete im November 2013 und erreichte den Mars-Orbit im September 2014. Die Sonde war ursprünglich für eine Missionsdauer von nur einem Jahr ausgelegt – sie hat ihre geplante Lebensdauer also um mehr als das Zehnfache überschritten.
| Meilenstein | Datum/Jahr |
|---|---|
| Start (Atlas V Rakete) | November 2013 |
| Ankunft im Mars-Orbit | September 2014 |
| Geplantes Missionsende | September 2015 |
| Probleme mit Gyroskopen | 2022 |
| Beobachtung Komet 3I/ATLAS | Oktober 2025 |
| Kontaktverlust | 6. Dezember 2025 |
Die aktuellen Probleme kommen für Beobachter nicht völlig überraschend. Bereits 2022 kämpfte MAVEN mit Ausfällen der Trägheitsnavigationssysteme (Gyroskope) und musste monatelang im abgesicherten Modus operieren. Damals gelang es den Ingenieuren, die Navigation per Software-Update auf eine reine Sternennavigation umzustellen.
Die wissenschaftlichen Erfolge von MAVEN
MAVEN hat unser Verständnis des Mars grundlegend verändert. Die wichtigsten Entdeckungen:
- Atmosphärenverlust: MAVEN zeigte, dass der Sonnenwind allein ausreichte, um dem Mars seine einst dichte Atmosphäre zu entreißen – ein Prozess namens „Sputtering“
- Magnetischer Schweif: Die Sonde entdeckte einen unsichtbaren magnetischen „Schweif“ des Mars, der durch die Interaktion mit dem Sonnenwind entsteht
- Protonen-Aurora: Nachweis einer neuartigen Form von Aurora, die große Teile der Tagseite des Planeten abdecken kann
- Wassertransport: Erkenntnis, dass globale Staubstürme Wasserdampf in große Höhen befördern, wo er leichter ins All entweichen kann
Warum heißt der Mars „Roter Planet“?
Die charakteristische rote Farbe des Mars entsteht durch Eisenoxid (Rost) auf der Oberfläche. MAVEN hat erforscht, wie der Mars seine schützende Atmosphäre verlor und so zu der trockenen, kalten Wüste wurde, die wir heute kennen.
Wie geht es weiter? Die Rettungsversuche der NASA
Die NASA gibt nicht auf. Die Operationsteams versuchen derzeit, MAVEN auf ihrer berechneten Umlaufbahn „blind“ anzupingen – in der Hoffnung, dass die Sonde noch empfangsbereit ist. Mögliche Szenarien:
- Optimistisch: MAVEN hat nur ihre Ausrichtung verloren und kann per Kommando stabilisiert werden
- Möglich: Die Sonde befindet sich im Safe Mode und sendet schwache Signale über eine Niedriggewinnantenne
- Pessimistisch: Ein fataler Hardware-Defekt hat die Sonde endgültig außer Gefecht gesetzt
Die NASA hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auch weit entfernte Sonden wieder zum Laufen bringen kann. Die Voyager-Sonden etwa funken nach über 45 Jahren noch immer zur Erde.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist mit der NASA-Sonde MAVEN passiert?
Am 6. Dezember 2025 verlor die NASA den Kontakt zu MAVEN während eines routinemäßigen Überflugs der Mars-Rückseite. Als die Sonde wieder auftauchen sollte, blieb der Empfänger stumm. Analysen zeigen, dass MAVEN unkontrolliert rotiert und möglicherweise ihre Umlaufbahn verlassen hat.
Warum ist der MAVEN-Ausfall so wichtig?
MAVEN dient als wichtige Relaisstation für die Mars-Rover Curiosity und Perseverance. Die Sonde hat seit 2014 rund 95 Prozent aller Rover-Daten zur Erde weitergeleitet und konnte bis zu 30 Minuten am Stück mit höchster Datenrate senden. Ohne MAVEN müssen ältere Orbiter einspringen.
Können Curiosity und Perseverance noch mit der Erde kommunizieren?
Ja, aber mit Einschränkungen. Die Rover nutzen jetzt die drei verbleibenden Orbiter: Mars Reconnaissance Orbiter, Mars Odyssey (beide NASA) und ExoMars Trace Gas Orbiter (ESA). Die Bandbreite ist reduziert, aber die wissenschaftliche Arbeit kann fortgesetzt werden.
Wofür steht MAVEN?
MAVEN steht für „Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN“. Die Sonde wurde 2013 gestartet, um die obere Atmosphäre und Ionosphäre des Mars zu erforschen. Sie hat wichtige Erkenntnisse darüber geliefert, wie der Mars seine einst dichte Atmosphäre an den Weltraum verloren hat.
Kann die NASA den Kontakt wiederherstellen?
Das ist unklar. Die NASA versucht derzeit, MAVEN „blind“ anzupingen. Die Herausforderung: Ohne stabile Ausrichtung können die Solarpaneele nicht genug Energie liefern und die Antenne lässt sich nicht zur Erde ausrichten. Die NASA hat aber in der Vergangenheit auch scheinbar verlorene Sonden wiederbeleben können.
Wie alt ist die MAVEN-Sonde?
MAVEN startete im November 2013 und erreichte den Mars im September 2014. Die Sonde war ursprünglich nur für ein Jahr Missionsdauer ausgelegt, hat ihre geplante Lebensdauer also um mehr als das Zehnfache überschritten. Mit über 11 Jahren im Mars-Orbit ist es die jüngste NASA-Sonde dort – alle anderen sind noch älter.
Fazit: Bangen um MAVEN – und die Zukunft der Mars-Kommunikation
Der Kontaktverlust zu MAVEN zeigt ein grundlegendes Problem der Mars-Erforschung: Die NASA ist auf eine alternde Flotte von Orbitern angewiesen, die alle ihre geplante Lebensdauer längst überschritten haben. Budgetkürzungen und verschobene Nachfolgemissionen zwingen die Agentur, ihre Geräte weit über das Verfallsdatum hinaus zu betreiben.
Sollte MAVEN nicht wiederbelebt werden können, wäre dies ein herber Rückschlag für die Mars-Forschung. Die Abhängigkeit von der alternden Orbiter-Flotte bleibt bis zum Start neuerer Missionen das Nadelöhr der Marsforschung. Veränderungen gehören zur Raumfahrt – aber dieser Verlust käme zur Unzeit.
Stand: 18. Dezember 2025. Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald die NASA neue Informationen zu MAVEN veröffentlicht.
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