„Die europäische Haltung zum Iran-Krieg sorgt in Washington für Verbitterung“, titelte die Neue Zürcher Zeitung. Könnte dies zu einem NATO Austritt der USA führen? Die Regierung in Washington stellt die Allianz infrage, da sie sich von den europäischen NATO-Partnern im Stich gelassen fühlt. Bisher deutet wenig auf eine baldige Entspannung hin.

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Warum droht Trump mit einem NATO Austritt?
Die Drohung eines NATO Austritts durch die USA ist ein Resultat wachsender Spannungen zwischen Washington und europäischen NATO-Mitgliedern. Hauptgrund ist die unterschiedliche Haltung im Konflikt mit dem Iran. Die USA fühlen sich von den europäischen Partnern nicht ausreichend unterstützt und sehen die NATO-Allianz dadurch infrage gestellt. (Lesen Sie auch: USA Trump: erwägt offenbar Austritt der aus…)
Die wichtigsten Fakten
- Streitpunkt ist die unterschiedliche Haltung zum Iran-Konflikt.
- Die USA fühlen sich von europäischen NATO-Partnern nicht ausreichend unterstützt.
- Ein NATO Austritt der USA würde die europäische Sicherheitspolitik grundlegend verändern.
- Bisher gibt es keine Anzeichen für eine Deeskalation.
Wie kam es zu den Spannungen innerhalb der NATO?
Die transatlantischen Beziehungen sind seit dem Amtsantritt von Donald Trump merklich abgekühlt. Differenzen in Handelsfragen, Klimapolitik und eben auch in der Sicherheitspolitik belasten das Verhältnis zwischen den USA und Europa. Die Europäer setzen im Iran-Konflikt auf Diplomatie und das Atomabkommen, während die USA eine harte Linie verfolgen. Diese unterschiedlichen Ansätze führen zu Irritationen und dem Gefühl, dass die Partner nicht an einem Strang ziehen.
Welche Folgen hätte ein US-amerikanischer NATO Austritt für die Schweiz?
Für die Schweiz, die zwar kein NATO-Mitglied, aber durch die Partnerschaft für den Frieden eng mit dem Bündnis verbunden ist, hätte ein NATO Austritt der USA erhebliche Konsequenzen. Die sicherheitspolitische Landschaft Europas würde sich grundlegend verändern. Die Schweiz müsste ihre eigene Verteidigungsstrategie überdenken und verstärkt auf eine enge Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn setzen. Die Neutralität der Schweiz würde in einem solchen Szenario neu bewertet werden müssen. (Lesen Sie auch: USA Trump: erwägt offenbar Austritt der USA…)
Die Partnerschaft für den Frieden ist ein Programm der NATO, das 1994 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen NATO-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern in Europa und Zentralasien.
Wie reagieren die europäischen Staaten auf die Drohungen aus Washington?
Bisher zeigen weder Europa noch die USA Bereitschaft, die Wogen zu glätten. Die europäischen Staaten versuchen, an der Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft festzuhalten und den Dialog mit den USA aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wird aber auch betont, dass Europa eigene Interessen und eine eigenständige Aussenpolitik verfolgen muss. Die Debatte über eine stärkere europäische Verteidigungszusammenarbeit hat durch die amerikanische Politik neuen Aufwind erhalten. (Lesen Sie auch: Muss sich Keir Starmer zwischen EU und…)
Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, ist die Situation festgefahren.
Die sicherheitspolitische Sprengkraft eines möglichen NATO Austritts der USA ist enorm. Für die Schweiz bedeutet dies, sich noch stärker auf ihre eigenen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern zu konzentrieren. Die sicherheitspolitische Debatte im Land dürfte in den kommenden Monaten intensiviert werden. (Lesen Sie auch: Europäische Wettbewerbsfähigkeit: Verspielt Europa Seine Zukunft?)






