Die Nestlé Umstrukturierung sieht vor, dass sich der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern künftig auf die Bereiche Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks konzentriert. Ziel ist es, nach einem Gewinnrückgang, das Geschäft zu vereinfachen und Einsparungen zu erzielen. Weltweit sollen 16.000 Stellen abgebaut werden. Der Fokus soll verstärkt auf Marketing und Innovationen liegen. Nestle Umstrukturierung steht dabei im Mittelpunkt.

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- Nestlé will sich auf Kernkompetenzen konzentrieren
- Wie ist Nestlé bisher organisiert?
- Warum restrukturiert Nestlé?
- Welche Rolle spielt der Stellenabbau bei der Nestlé Umstrukturierung?
- Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Wie steht Nestlé im internationalen Vergleich da?
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Nestlé will sich auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks.
- Weltweit sollen 16.000 Stellen abgebaut werden, um Einsparungen zu erzielen.
- Der Gewinn des Konzerns sank im vergangenen Jahr um 17 Prozent.
- Nestlé will verstärkt in Marketing und Innovationen investieren.
| Unternehmen: | Nestlé |
|---|---|
| Umsatz: | 89,5 Milliarden Franken (ca. 97,8 Milliarden Euro) |
| Gewinn: | 9 Milliarden Franken (ca. 9,88 Milliarden Euro) |
| Mitarbeiterzahl: | ca. 280.000 weltweit |
| Branche: | Nahrungsmittel |
| Veränderung zum Vorjahr (Gewinn): | -17% |
Nestlé will sich auf Kernkompetenzen konzentrieren
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung. Wie Stern berichtet, will der Konzern seine Geschäftsbereiche straffen und sich künftig auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks. Diese Entscheidung folgt auf einen Gewinnrückgang im vergangenen Jahr.
Die Zusammenlegung der bisherigen Bereiche Ernährung und Gesundheit zu einer Einheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Umstrukturierung. Ziel ist es, Synergien zu schaffen und die Effizienz zu steigern. Der neue Nestlé-Chef Philipp Navratil, der erst im Oktober sein Amt antrat, setzt auf Vereinfachung und Einsparungen, um den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
Wie ist Nestlé bisher organisiert?
Bisher war Nestlé primär nach Regionen organisiert, ergänzt durch sechs strategische Geschäftseinheiten. Zusätzlich gibt es drei global geführte Sparten, darunter Nespresso, Health Science und das Wassergeschäft, welches zum Verkauf steht. Diese komplexe Struktur soll nun vereinfacht werden, um schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Die Unternehmensstruktur von Nestlé ist historisch gewachsen und spiegelt die Vielfalt der Produkte und Märkte wider, in denen der Konzern tätig ist. Die geplante Umstrukturierung ist ein Versuch, die Agilität und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen. (Lesen Sie auch: Bundesbank Wirtschaftswachstum: Verhaltener Start Ins Jahr?)
Warum restrukturiert Nestlé?
Der Druck auf Nestlé, sich neu aufzustellen, resultiert aus schwachen Geschäftszahlen. Im vergangenen Jahr sank der Gewinn um 17 Prozent auf gut neun Milliarden Franken. Auch der Umsatz ging um zwei Prozent auf rund 89,5 Milliarden Franken zurück, obwohl es aus eigener Kraft Zuwächse gab. Die Inflation und veränderte Konsumgewohnheiten der Verbraucher setzen den Konzern unter Druck.
Der Umsatz von Nestlé betrug im Jahr 2023 rund 93 Milliarden Schweizer Franken. Davon entfielen etwa 23 Milliarden Franken auf den Bereich Kaffee und 18 Milliarden Franken auf Tiernahrung.
Wie andere Konsumgüterhersteller hat auch Nestlé in den vergangenen Jahren die Preise erhöht, um gestiegene Rohstoffkosten an die Kunden weiterzugeben. Doch die hohen Lebensmittelpreise führen dazu, dass Verbraucher vermehrt auf günstigere Eigenmarken oder Discounterprodukte ausweichen. Zudem belastete ein Rückruf verunreinigter Babynahrung im Jahr 2025 Nestlé mit rund 185 Millionen Franken.
Welche Rolle spielt der Stellenabbau bei der Nestlé Umstrukturierung?
Ein zentraler Bestandteil der Restrukturierungsmaßnahmen ist der geplante Abbau von weltweit 16.000 Stellen innerhalb von zwei Jahren. Dies entspricht fast sechs Prozent der weltweit knapp 280.000 Arbeitsplätze. Navratil will die freigesetzten Mittel in Marketing und Innovationen investieren. Es ist noch unklar, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland entfallen werden, wo Nestlé rund 6.500 Menschen beschäftigt.
Der Stellenabbau soll bis Ende 2027 jährliche Einsparungen in Höhe von mehreren Milliarden Franken ermöglichen. Kritiker bemängeln jedoch, dass solche Maßnahmen oft zu Lasten der Mitarbeiter gehen und die Qualität der Produkte und Dienstleistungen beeinträchtigen könnten. Befürworter argumentieren, dass die Einsparungen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern. (Lesen Sie auch: Rentenunterschied Ost West: Darum Sind Renten im…)
Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Die Handelsblatt berichtet, dass die Umstrukturierung von Nestlé Auswirkungen auf verschiedene Akteure haben wird. Für Verbraucher könnten sich die veränderten Schwerpunkte des Konzerns in neuen Produkten und Marketingkampagnen widerspiegeln. Ob die Konzentration auf bestimmte Kernbereiche zu einer höheren Qualität oder Vielfalt der Produkte führt, bleibt abzuwarten. Arbeitnehmer müssen mit dem Stellenabbau und möglichen Veränderungen in ihren Aufgabenbereichen rechnen. Für die gesamte Branche könnte die Umstrukturierung von Nestlé ein Signal sein, dass Effizienzsteigerung und Fokussierung auf Kernkompetenzen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wichtiger werden.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) äußert sich besorgt über mögliche negative Auswirkungen auf die Produktvielfalt und die Arbeitsbedingungen. „Wir werden genau beobachten, ob die Umstrukturierung von Nestlé tatsächlich zu Verbesserungen für die Verbraucher führt oder lediglich den Gewinn des Unternehmens steigert“, so ein Sprecher des vzbv.
Wie steht Nestlé im internationalen Vergleich da?
Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt und operiert in nahezu allen Ländern. Im Vergleich zu anderen großen Lebensmittelkonzernen wie Unilever, Danone oder Kraft Heinz steht Nestlé jedoch vor ähnlichen Herausforderungen: steigende Rohstoffkosten, veränderte Konsumgewohnheiten und zunehmender Wettbewerb durch Eigenmarken und Discounterprodukte. Die geplante Umstrukturierung ist ein Versuch, sich in diesem schwierigen Umfeld besser zu positionieren.
Einige Analysten sehen die Umstrukturierung positiv und erwarten, dass sie zu einer Steigerung der Profitabilität und des Aktienkurses führen wird. Andere sind skeptischer und warnen vor den Risiken, die mit einem Stellenabbau und einer Verkleinerung des Produktportfolios verbunden sind. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) analysiert, dass der Erfolg der Umstrukturierung maßgeblich davon abhängen wird, ob Nestlé in der Lage ist, seine Innovationskraft zu stärken und neue Produkte zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen.

Häufig gestellte Fragen
Was genau beinhaltet die Nestlé Umstrukturierung?
Die Umstrukturierung von Nestlé umfasst die Konzentration auf vier Kernbereiche (Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit, Lebensmittel und Snacks), die Zusammenlegung von Geschäftsbereichen und den Abbau von weltweit 16.000 Stellen.
Warum führt Nestlé diese Umstrukturierung durch?
Nestlé restrukturiert aufgrund eines Gewinnrückgangs und des Drucks, effizienter zu werden und sich besser auf die veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucher einzustellen.
Welche Auswirkungen hat der Stellenabbau auf die Mitarbeiter?
Der Stellenabbau bedeutet für 16.000 Mitarbeiter weltweit den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Für die verbleibenden Mitarbeiter kann es zu Veränderungen in ihren Aufgabenbereichen kommen.
Wie beeinflusst die Nestlé Umstrukturierung die Verbraucher?
Verbraucher könnten von neuen Produkten und Marketingkampagnen profitieren, die sich aus der Konzentration auf die Kernbereiche ergeben. Ob sich dies in höherer Qualität oder Vielfalt äußert, bleibt abzuwarten. (Lesen Sie auch: Gastgewerbe Umsatzrückgang: Krise in Hotels und Restaurants?)
Bis wann soll die Umstrukturierung abgeschlossen sein?
Der Stellenabbau soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Die gesamte Umstrukturierung ist ein langfristiger Prozess, dessen Erfolg von verschiedenen Faktoren abhängt.
Die Nestlé Umstrukturierung ist ein umfassender Prozess, der darauf abzielt, den Konzern effizienter, agiler und wettbewerbsfähiger zu machen. Ob die Maßnahmen die gewünschten Erfolge bringen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Auswirkungen auf Verbraucher, Arbeitnehmer und die gesamte Branche sind vielfältig und werden von Experten und Beobachtern genau analysiert.
