Eine neue Thriller Serie hat die Streaming-Landschaft im Sturm erobert und den langjährigen Platzhirsch „Stranger Things“ vom Thron gestoßen. Doch welche Serie ist so fesselnd, dass sie es geschafft hat, einen solchen Giganten zu entmachten und sich die Streaming-Krone zu sichern?

Serien-Fakten
- Überraschender Erfolg einer neuen Thriller-Serie
- „Stranger Things“ verliert Streaming-Vorherrschaft
- Fesselnde Story und starke Charaktere als Erfolgsrezept
- Streaming-Dienste konkurrieren um die Gunst der Zuschauer
| Titel | Mindhunter |
| Originaltitel | Mindhunter |
| Regie | David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas |
| Drehbuch | Joe Penhall, Jennifer Haley, Philippa Goslett, Erin Levy |
| Besetzung | Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv |
| Genre | Kriminaldrama, Thriller |
| Laufzeit | ca. 50-70 Minuten pro Episode |
| Streaming-Start | 13. Oktober 2017 (Staffel 1) |
| Plattform | Netflix |
| FSK | FSK 16 |
| Produktion | Denver and Delilah Productions, Panic Pictures |
Unser Eindruck: „Mindhunter“ ist ein brillant inszeniertes Kriminaldrama, das tief in die Psyche von Serienmördern eintaucht und den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt.
Psychologische Abgründe statt übernatürlicher Phänomene
Während „Stranger Things“ mit seinem Mix aus Mystery, Science-Fiction und Coming-of-Age-Elementen ein breites Publikum anspricht, setzt die neue Thriller Serie auf psychologischen Tiefgang und eine realistische Darstellung von Verbrechen. Anstatt sich auf übernatürliche Phänomene zu verlassen, konfrontiert die Serie den Zuschauer mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur und den Abgründen der Psyche von Serienmördern. Laut einer Meldung von Moviepilot.de, ist es gerade dieser Realismus, der viele Zuschauer in seinen Bann zieht.
Die Serie, von der hier die Rede ist, heißt „Mindhunter“. Sie katapultiert den Zuschauer zurück in die späten 1970er Jahre und begleitet zwei FBI-Agenten, Holden Ford und Bill Tench, bei ihren bahnbrechenden Forschungen im Bereich der Serienmörder-Psychologie. Gemeinsam mit der Psychologin Wendy Carr entwickeln sie neue Methoden, um das Verhalten und die Motive von Schwerverbrechern zu verstehen. Ihre Arbeit führt sie in die finstersten Ecken der amerikanischen Gefängnisse, wo sie Interviews mit einigen der berüchtigtsten Serienmörder der Geschichte führen. (Lesen Sie auch: Thriller Serie Netflix: „Derry Girls“-Macherin legt nach!)
Die Serie basiert auf dem Sachbuch „Mind Hunter: Inside the FBI’s Elite Serial Crime Unit“ von John E. Douglas und Mark Olshaker. Douglas war einer der ersten FBI-Agenten, die sich intensiv mit der Psychologie von Serienmördern auseinandersetzten und das Konzept des „Profiling“ entwickelten.
Was unterscheidet „Mindhunter“ von anderen Krimiserien?
„Mindhunter“ unterscheidet sich von vielen anderen Krimiserien vor allem durch seinen Fokus auf die psychologische Analyse der Täter. Die Serie verzichtet weitgehend auf actionreiche Verfolgungsjagden und blutige Gewaltdarstellungen. Stattdessen konzentriert sie sich auf die Gespräche zwischen den FBI-Agenten und den inhaftierten Serienmördern. Diese Dialoge sind oft beklemmend und verstörend, da sie tiefe Einblicke in die kranken Gedankenwelten der Täter gewähren. Die Serie nimmt sich Zeit, die Charaktere zu entwickeln und ihre Motivationen zu erforschen. Die komplexe Beziehung zwischen den beiden FBI-Agenten und ihre persönlichen Kämpfe tragen zur Authentizität der Serie bei.
Ein weiterer Aspekt, der „Mindhunter“ besonders macht, ist die akribische Recherche und die Liebe zum Detail. Die Serie ist in den späten 1970er Jahren angesiedelt und fängt die Atmosphäre dieser Zeit perfekt ein. Die Kostüme, die Musik und die Ausstattung sind authentisch und tragen dazu bei, dass der Zuschauer in die Welt der Serie eintauchen kann. Die Serie scheut sich nicht, auch unbequeme Themen anzusprechen und gesellschaftliche Tabus zu brechen. Die Darstellung von Gewalt und sexuellen Übergriffen ist oft explizit, aber nie reißerisch. Die Macher der Serie legen Wert darauf, die Opfer der Verbrechen zu respektieren und ihre Geschichten zu erzählen.
Die Kameraarbeit in „Mindhunter“ ist meisterhaft. Die Serie verwendet oft lange Einstellungen und ruhige Kamerabewegungen, um eine bedrückende Atmosphäre zu erzeugen. Der Schnitt ist präzise und trägt dazu bei, die Spannung aufzubauen. Die Musik von Jason Hill ist düster und unheilvoll und unterstreicht die beklemmende Stimmung der Serie. Die Serie wurde von Kritikern hoch gelobt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Emmy-Nominierungen. Die erste Staffel wurde im Oktober 2017 auf Netflix veröffentlicht, die zweite Staffel folgte im August 2019. Eine dritte Staffel wurde von Netflix jedoch nicht in Auftrag gegeben, was viele Fans der Serie enttäuschte. Gründe hierfür waren laut Serienjunkies.de unter anderem die hohen Produktionskosten und die mangelnde Rentabilität. (Lesen Sie auch: Deutsche Thriller-Serie in 16 Ländern auf Platz…)
Wie funktioniert die psychologische Kriegsführung in der Serie?
Ein zentrales Element von „Mindhunter“ ist die psychologische Kriegsführung, die zwischen den FBI-Agenten und den Serienmördern stattfindet. Die Agenten versuchen, das Vertrauen der Täter zu gewinnen, um sie dazu zu bringen, über ihre Verbrechen zu sprechen. Gleichzeitig müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst manipuliert werden. Diese Gratwanderung erfordert ein hohes Maß an psychologischem Geschick und Einfühlungsvermögen. Die Serie zeigt, wie die Agenten versuchen, die Motive und Denkmuster der Täter zu verstehen, um zukünftige Verbrechen zu verhindern. Sie entwickeln neue Methoden des „Profiling“, um potenzielle Täter zu identifizieren, bevor sie zuschlagen. Die Serie verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Psyche von Verbrechern zu verstehen, um Verbrechen zu bekämpfen. Die Arbeit der FBI-Agenten ist oft frustrierend und belastend, da sie ständig mit den dunkelsten Seiten der menschlichen Natur konfrontiert werden. Die Serie zeigt, wie diese Arbeit die Agenten persönlich verändert und ihre Beziehungen belastet.
Die Serie spielt in einer Zeit, in der das Verständnis von Serienmördern noch in den Kinderschuhen steckte. Die FBI-Agenten waren Pioniere auf diesem Gebiet und mussten oft gegen Widerstände innerhalb der Behörde kämpfen, um ihre Forschung voranzutreiben.
Für wen lohnt sich „Mindhunter“?
„Mindhunter“ ist eine Serie für Zuschauer, die sich für Psychologie, Kriminologie und True Crime interessieren. Wer „Das Schweigen der Lämmer“ oder „True Detective“ mochte, wird hier fündig. Die Serie ist nichts für schwache Nerven, da sie explizite Darstellungen von Gewalt und sexuellen Übergriffen enthält. Wer jedoch bereit ist, sich mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur auseinanderzusetzen, wird mit einer intelligenten und fesselnden Serie belohnt. Die Serie regt zum Nachdenken an und wirft wichtige Fragen über die Ursachen von Verbrechen und die Rolle der Gesellschaft auf. Sie ist ein Muss für alle, die sich für die Abgründe der menschlichen Psyche interessieren und bereit sind, sich mit den Schattenseiten der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Die Serie zeigt, dass es keine einfachen Antworten auf die Frage nach dem Bösen gibt und dass die Grenzen zwischen Gut und Böse oft fließend sind. Wer sich für eine neue thriller serie mit Tiefgang interessiert, sollte „Mindhunter“ auf jeden Fall eine Chance geben.
Worum geht es in der Thriller-Serie „Mindhunter“?
„Mindhunter“ begleitet zwei FBI-Agenten in den späten 1970er Jahren, die Pionierarbeit im Bereich der Serienmörder-Psychologie leisten. Sie interviewen inhaftierte Serienmörder, um Einblicke in ihre Denkweise zu gewinnen und zukünftige Verbrechen zu verhindern.
Auf welcher Grundlage basiert die Handlung von „Mindhunter“?
Warum wurde „Mindhunter“ nach zwei Staffeln abgesetzt?
Netflix hat „Mindhunter“ nach zwei Staffeln nicht verlängert, da die Produktionskosten sehr hoch waren und die Serie nicht die erwartete Rentabilität erzielte. Zudem war Regisseur David Fincher mit anderen Projekten beschäftigt.
Welche Altersfreigabe hat die Serie „Mindhunter“?
„Mindhunter“ ist in Deutschland mit einer FSK 16 Freigabe versehen. Dies bedeutet, dass die Serie für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet ist, da sie explizite Darstellungen von Gewalt und verstörende Inhalte enthält. (Lesen Sie auch: Scarpetta Serie Amazon: Nicole Kidman Jagt Serienmörder)
Wo kann man sich die Serie „Mindhunter“ ansehen?
Die beiden Staffeln von „Mindhunter“ sind exklusiv auf Netflix verfügbar. Ein Abonnement des Streaming-Dienstes ist erforderlich, um die Serie anzusehen. Es gibt derzeit keine Pläne, die Serie auf anderen Plattformen zu veröffentlichen.
Mit „Mindhunter“ hat Netflix eine Serie geschaffen, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Die realistische Darstellung von Verbrechen und die tiefgründige Analyse der Täterpsyche machen die Serie zu einem einzigartigen Erlebnis. Auch wenn es keine dritte Staffel geben wird, so hat „Mindhunter“ doch einen bleibenden Eindruck in der Streaming-Landschaft hinterlassen und bewiesen, dass eine neue Thriller Serie durchaus in der Lage ist, auch etablierte Größen vom Thron zu stoßen.

