Acht Ausbrüche der Newcastle-Krankheit auf Geflügelfarmen bestätigt
Die Newcastle-Krankheit, eine hoch ansteckende Viruserkrankung bei Geflügel, ist nach Jahrzehnten der Abwesenheit wieder aufgetreten. Veterinärbehörden in Brandenburg und Bayern haben acht Ausbrüche bestätigt. Die Krankheit stellt eine erhebliche Gefahr für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen, einschließlich Zoos, dar. Newcastle Krankheit steht dabei im Mittelpunkt.

+
Die wichtigsten Fakten
- Acht bestätigte Ausbrüche in Brandenburg und Bayern
- Hohe Ansteckungsgefahr für Geflügel und andere Vögel
- Übertragung auf Menschen selten, aber möglich (Bindehautentzündung)
- Vorsorgliche Tötung von rund 125.000 Tieren
- Ausbrüche auch in Polen, Tschechien und der Slowakei
Erhebliche Gefährdungslage durch Newcastle-Krankheit
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) schätzt die Gefährdungslage durch die Newcastle-Krankheit als erheblich ein. Neben Geflügelbetrieben sind auch andere Vogelhaltungen wie Zoos gefährdet. Ein Sprecher des FLI betonte gegenüber Stern, dass die Aufmerksamkeit unbedingt hochgehalten werden müsse.
In den Betrieben sollte besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden. Hinzu kommen neben Pflichtimpfungen alle Maßnahmen der Früherkennung wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere.
Ausbrüche in Brandenburg und Bayern
Ende Februar informierte das FLI über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung seit 30 Jahren bei Geflügel in Brandenburg. Inzwischen gab es in dem Bundesland einen zweiten bestätigten Fall sowie sechs weitere im bayerischen Landkreis Erding bei München. (Lesen Sie auch: Acht Ausbrüche bestätigt: Newcastle-Krankheit breitet sich auf…)
Weitere Verdachtsfälle würden geprüft, sagte der Sprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden. Wie Stern berichtet, werden weitere Verdachtsfälle untersucht.
Was ist die Newcastle-Krankheit?
Die Newcastle-Krankheit, auch atypische Geflügelpest genannt, ist eine sehr ansteckende Viruserkrankung. Der Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), kann prinzipiell alle Vögel infizieren. Die Symptomatik ähnelt der der Geflügelpest. Das FLI weist darauf hin, dass eine Infektion des Menschen sehr selten, aber möglich ist und zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt bleibt.
Einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind beschrieben worden.
Ausbreitung in Europa
Das FLI verweist aktuell auch auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Hinweise auf eine flächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln gab es demnach zumindest bis Ende voriger Woche nicht – im Gegensatz zu den gleichzeitig in Deutschland auftretenden hochpathogenen Vogelgrippeviren. (Lesen Sie auch: Umfrage in 29 Ländern: Generationen-Umfrage: Gen-Z hat…)
Um die Ausbreitung der Newcastle-Krankheit zu verhindern, sind strenge Biosicherheitsmaßnahmen unerlässlich. Dazu gehören die Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs, Früherkennung durch Tests und die Einhaltung der Impfpflicht. Informationen zu Biosicherheitsmaßnahmen finden sich auf der Webseite des Friedrich-Loeffler-Instituts.
Die Veterinärbehörden appellieren an alle Geflügelhalter, wachsam zu sein und verdächtige Symptome sofort zu melden. Nur so kann die weitere Ausbreitung der Newcastle-Krankheit eingedämmt und die Geflügelbestände geschützt werden. Die Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bietet weiterführende Informationen.
Häufig gestellte Fragen
Wie äußert sich die Newcastle-Krankheit bei Geflügel?
Die Symptome können vielfältig sein, darunter Atemnot, Husten, Durchfall, verminderte Legeleistung, neurologische Störungen wie Zittern oder Lähmungen und plötzliche Todesfälle. Die Symptome ähneln denen der Geflügelpest.
Wie wird die Newcastle-Krankheit übertragen?
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen. Auch indirekte Übertragung durch kontaminierte Gegenstände, Futter, Wasser oder Personen ist möglich.
Ist die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit in Deutschland Pflicht?
Ja, in Deutschland besteht eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit für Hühner und Puten. Die Impfung ist ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung und Eindämmung der Krankheit.
Welche Biosicherheitsmaßnahmen sind wichtig, um die Newcastle-Krankheit zu verhindern?
Wichtige Maßnahmen sind die strikte Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs, die Reinigung und Desinfektion von Ställen und Geräten, die Einhaltung von Hygienemaßnahmen und die Früherkennung durch Tests. (Lesen Sie auch: Atv Canli: canlı: Erdbeben-Sondersendung und aktuelle)















