Mehrere Pottwale sind vor der dänischen Insel Fanø gestrandet. Es handelt sich bereits um den dritten derartigen Vorfall in diesem Jahr. Die Tiere, vermutlich auf dem Weg in südlichere Gefilde, haben sich offenbar in den flachen Gewässern verirrt. Die genaue Anzahl der gestrandeten Wale ist noch unklar, Schätzungen gehen von fünf bis sechs Tieren aus, sowohl lebende als auch tote.

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Warum sind Pottwale gestrandet?
Gestrandete Pottwale sind ein komplexes Phänomen, das durch verschiedene Faktoren verursacht werden kann. Eine Theorie besagt, dass sich die Tiere bei der Wanderung in flache Gewässer verirren, insbesondere wenn sie kranke oder geschwächte Individuen begleiten. Auch die Orientierung mittels Echoortung kann in ungewohnten Umgebungen fehlerhaft sein. Wissenschaftler untersuchen zudem den Einfluss von Unterwasserlärm, der die Navigation der Wale stören könnte.
Pottwale in Dänemark gestrandet – Das ist passiert
Das ist passiert
- Mehrere Pottwale sind vor der dänischen Insel Fanø gestrandet.
- Es ist bereits der dritte Vorfall dieser Art in Dänemark in diesem Jahr.
- Die genaue Anzahl der gestrandeten Wale ist noch unklar, Schätzungen gehen von fünf bis sechs Tieren aus.
- Umweltminister Magnus Heunicke rief die Bevölkerung dazu auf, sich von dem Gebiet fernzuhalten.
Behörden vor Ort
Nach der Entdeckung der gestrandeten Pottwale haben die dänischen Behörden umgehend reagiert. Wie Stern berichtet, sind Experten vor Ort, um die Situation zu beurteilen und mögliche Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Umweltminister Magnus Heunicke appellierte an die Bevölkerung, sich von dem Gebiet fernzuhalten, um die Tiere nicht zusätzlich zu stressen und die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. „Es ist sehr wichtig, dass sich Bürgerinnen und Bürger von dem Gebiet fernhalten und Absperrungen respektieren“, so Heunicke laut der Nachrichtenagentur Ritzau. „Störungen können die Tiere stressen und eine Rettung erschweren.“ (Lesen Sie auch: Wäsche Falsch Waschen: Machen Sie es auch…)
Pottwale sind die größten Zahnwale und bekannt für ihre tiefen Tauchgänge auf der Jagd nach Tintenfischen. Männliche Pottwale können eine Länge von bis zu 20 Metern erreichen und ein Gewicht von über 50 Tonnen haben.
Zunehmende Strandungen in Dänemark
Die aktuelle Strandung ist bereits die dritte in diesem Jahr in Dänemark. Vor etwa drei Wochen wurde ein fast 14 Meter langes Tier an einem Strand in Nordjütland entdeckt. Wenige Tage später fand man einen weiteren Pottwal auf einer Sandbank in der Nähe der Stadt Esbjerg. Zuvor, so berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau, lag die letzte Strandung eines Pottwals in Dänemark zehn Jahre zurück. Die Häufung der Fälle in jüngster Zeit gibt Anlass zur Sorge und wirft Fragen nach den Ursachen auf.
Wanderung in südliche Gewässer
Laut der dänischen Umweltschutzbehörde wandern männliche Pottwale zu dieser Jahreszeit aus den kalten Gewässern der Arktis in wärmere Gebiete südlich von England. Auf dieser Reise können sie sich verirren und in flachere Gewässer geraten. Die Nordsee mit ihren Untiefen und Sandbänken stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Die Orientierung der Wale kann durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden, darunter auch durch menschgemachten Lärm im Meer. Die Deutsche Meeresstiftung setzt sich für den Schutz der Meeressäuger ein und fordert Maßnahmen zur Reduzierung von Unterwasserlärm. Informationen zum Schutz der Meere sind auf der Webseite der Stiftung zu finden. (Lesen Sie auch: Lawine Reisebus Tirol: Insassen überleben Drama im…)
Wenn Sie einen gestrandeten Wal entdecken, halten Sie Abstand und informieren Sie umgehend die örtlichen Behörden. Versuchen Sie nicht, das Tier selbstständig zu retten.
Mögliche Ursachen für die Strandungen
Neben der Verirrung in flachen Gewässern gibt es weitere Theorien über die Ursachen von Walstrandungen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Krankheiten oder Verletzungen die Tiere schwächen und sie anfälliger für Orientierungsverlust machen. Auch der Einfluss von Umweltverschmutzung und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensräume der Wale werden diskutiert. Eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf marine Ökosysteme.
Die Rolle des Unterwasserlärms
Eine zunehmende Belastung für Meeressäuger stellt der Unterwasserlärm dar. Schiffsverkehr, Bauarbeiten und militärische Aktivitäten erzeugen Geräusche, die die Kommunikation und Orientierung der Wale beeinträchtigen können. Studien haben gezeigt, dass Wale in lauten Umgebungen gestresst sind und ihr Verhalten verändern. Es wird vermutet, dass Unterwasserlärm auch zu Strandungen beitragen kann, indem er die Echoortung der Tiere stört. Die Europäische Union hat Maßnahmen zur Reduzierung von Unterwasserlärm in ihren Meeresstrategie-Rahmenrichtlinien festgelegt. Wie die Tagesschau berichtet, werden die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäuger weiterhin intensiv erforscht. (Lesen Sie auch: Wer ist Williams Woods: Identitätsdiebstahl oder Irrtum?)

Aktueller Stand der Dinge
Die Behörden arbeiten weiterhin daran, die Situation vor Ort zu bewältigen und die gestrandeten Pottwale zu versorgen. Die Bergung der toten Tiere und die mögliche Rettung der lebenden Wale stellen eine große Herausforderung dar. Die genauen Ursachen für die gehäuften Strandungen werden weiterhin untersucht, um zukünftig solche Ereignisse zu verhindern. Der Schutz der Meere und ihrer Bewohner bleibt eine wichtige Aufgabe, um das Überleben der Pottwale und anderer Meeressäuger zu sichern.
