Die juristische Aufarbeitung der Cum-Ex-Affäre zieht weitere Kreise. Obwohl ein Strafverfahren gegen den Hamburger Bankier Christian Olearius aufgrund seines Gesundheitszustandes eingestellt wurde, droht ihm nun die Einziehung von rund 40 Millionen Euro. Der Bundesgerichtshof (BGH) gab der Staatsanwaltschaft Recht, die diese Summe als mutmaßliche Taterträge aus Cum-Ex-Geschäften einziehen will. Olearius Cum Ex steht dabei im Mittelpunkt.

+
Kurz-Analyse
- BGH bestätigt Einstellungsurteil gegen Olearius.
- Einziehungsverfahren über 40 Millionen Euro wird neu aufgerollt.
- Olearius‘ Anwalt betont die Unschuldsvermutung.
- Staatsanwaltschaft wirft Olearius 15 Fälle von Steuerhinterziehung vor.
Das Cum-Ex-Verfahren gegen Olearius
Christian Olearius, Inhaber der Warburg-Bank, sah sich mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften konfrontiert. Das Landgericht Bonn stellte das Strafverfahren gegen den damals 82-Jährigen im Jahr 2024 ein, da er als verhandlungsunfähig galt. Dieser Entscheidung wurde nun vom Bundesgerichtshof bestätigt (Aktenzeichen 1StR97/25), womit Olearius nicht mehr vor Gericht erscheinen muss.
⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:
- Telefon: 2011 15
Was bedeutet das für Anleger?
Die erneute Aufrollung des Einziehungsverfahrens zeigt, dass die Cum-Ex-Affäre weiterhin juristische Konsequenzen hat. Für Anleger bedeutet dies, dass die Aufarbeitung solcher Fälle noch nicht abgeschlossen ist und weitere Rückforderungen möglich sind. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. (Lesen Sie auch: Nachspiel für Bankier: Olearius droht millionenschwere Zahlung…)
Das Einziehungsverfahren: Worum geht es?
Die Staatsanwaltschaft strebt die Einziehung von etwa 40 Millionen Euro an, die Olearius durch Cum-Ex-Geschäfte erlangt haben soll. Das Landgericht Bonn hatte diesen Antrag zunächst abgelehnt. Der BGH ordnete jedoch an, dass eine andere Strafkammer des Landgerichts Bonn das Verfahren nun durchführen muss. In diesem Verfahren wird ausschließlich über die Geldfrage entschieden, die Schuldfrage spielt keine Rolle.
Cum-Ex-Geschäfte nutzten eine Gesetzeslücke, um sich Kapitalertragsteuern mehrfach erstatten zu lassen. Dabei wurden Aktien kurz vor und nach dem Dividendenstichtag zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben.
Wie reagiert Olearius‘ Verteidigung?
Peter Gauweiler, der Verteidiger von Olearius, wies darauf hin, dass sein Mandant weiterhin als unschuldig gilt. Er betonte, dass Olearius bereits ein Vielfaches der geforderten Summe an den Fiskus geleistet habe. Gauweiler geht davon aus, dass im Rahmen des Einziehungsverfahrens neue Beweise vorgelegt werden könnten.
Welche Vorwürfe werden Olearius konkret gemacht?
Die Staatsanwaltschaft wirft Olearius 15 Fälle von besonders schwerer Steuerhinterziehung im Zeitraum von 2007 bis 2011 vor. Der dadurch entstandene Steuerschaden soll sich auf rund 280 Millionen Euro belaufen. Wie Stern berichtet, wird nun geprüft, ob die 40 Millionen Euro tatsächlich unrechtmäßig erlangt wurden. (Lesen Sie auch: Finanzbranche: Unicredit baut bis zu 400 IT-Stellen…)
Wie geht es weiter?
Das Landgericht Bonn wird nun das Einziehungsverfahren durchführen und prüfen, ob Olearius die geforderten 40 Millionen Euro zahlen muss. Der Ausgang des Verfahrens bleibt abzuwarten. Die juristische Auseinandersetzung um die Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank ist damit noch nicht beendet.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Cum-Ex-Geschäfte genau?
Cum-Ex-Geschäfte sind Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag, bei denen sich mehrere Beteiligte Kapitalertragsteuern erstatten ließen, die tatsächlich nur einmal gezahlt wurden. Diese Praxis nutzte eine Gesetzeslücke aus und führte zu erheblichen Steuerausfällen. (Lesen Sie auch: Unicredit IT Stellenabbau: 400 Jobs bis 2027…)
Warum wurde das Strafverfahren gegen Christian Olearius eingestellt?
Das Strafverfahren gegen Christian Olearius wurde eingestellt, weil er aufgrund seines Gesundheitszustandes als verhandlungsunfähig eingestuft wurde. Das bedeutet, dass er nicht mehr in der Lage war, sich vor Gericht zu verteidigen.
Was bedeutet die Unschuldsvermutung im Fall Olearius?
Die Unschuldsvermutung bedeutet, dass Christian Olearius so lange als unschuldig gilt, bis seine Schuld in einem rechtskräftigen Urteil bewiesen wurde. Auch wenn ein Einziehungsverfahren läuft, ändert dies nichts an der Unschuldsvermutung bezüglich der Steuerhinterziehung.
Was passiert mit den 40 Millionen Euro, wenn Olearius zahlen muss?
Wenn das Landgericht Bonn entscheidet, dass Christian Olearius die 40 Millionen Euro zahlen muss, fließen diese Gelder an den Staat. Sie werden als Wiedergutmachung für den entstandenen Steuerschaden verwendet, der durch die Cum-Ex-Geschäfte verursacht wurde.
Welche Rolle spielte die Warburg-Bank in der Cum-Ex-Affäre?
Die Warburg-Bank, deren Inhaber Christian Olearius ist, war eine der Banken, die in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt waren. Der Vorwurf lautet, dass die Bank durch diese Geschäfte Steuern hinterzogen und sich unrechtmäßig bereichert hat. Die Bank selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht abschließend geäußert. (Lesen Sie auch: Kuba Wirtschaft Militär: Wie das die macht…)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.















