Deutschlands Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder hat sich nach den Vorfällen rund um den olympischen Langlaufsprint in Tesero mit deutlicher Kritik an den Ski-Weltverband FIS gewandt. Stein des Anstoßes sind offenbar unfaire Wettbewerbsbedingungen durch Sondergenehmigungen beim Wachsen der Ski, die den Unmut mehrerer Nationen auf sich ziehen.

Hintergrund: Wachs-Affäre trübt Olympia-Glanz
Die Langlauf-Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Tesero werden von einem Eklat überschattet. Im Fokus steht der Herren-Sprint, bei dem es zu Unregelmäßigkeiten bei der Wachsbehandlung der Ski gekommen sein soll. Konkret geht es um eine Sondergenehmigung für das norwegische Team, eine Wachsmaschine während des Wettbewerbs zu nutzen, obwohl dies laut Reglement untersagt war. Auch das US-Team soll gegen Bestimmungen verstoßen haben, indem es unerlaubte Substanzen auf die Wachsstation brachte. Der Vorfall führte zu einem offiziellen Protest Finnlands, der jedoch vom Weltverband FIS abgewiesen wurde, da die Frist für einen Einspruch verstrichen war. Die FIS ist der internationale Dachverband für Ski- und Snowboard-Sportarten. (Lesen Sie auch: Pia Fink bei Olympia 2026: Deutsche Langläuferin…)
Peter Schlickenrieder kritisiert FIS für „unsägliche Situation“
Bundestrainer Peter Schlickenrieder sparte nach Bekanntwerden der Vorfälle nicht mit Kritik. „Das ist eine unsägliche Situation“, schimpfte der ehemalige Weltklasse-Langläufer gegenüber der Bild-Zeitung. „Die Sportler haben gute Leistungen gebracht und können nichts dafür, dass die FIS versagt. Das ist eine peinliche Nummer.“ Schlickenrieder bemängelte vor allem die Extrawurst für Norwegen und die mangelnde Kommunikation seitens des Weltverbandes. Der 55-Jährige sieht darin ein „ganz klares Versagen“ der Verantwortlichen.
Der Ablauf des umstrittenen Sprints
Der olympische Männer-Langlaufsprint am Dienstag, den 10. Februar 2026, endete mit einem Sieg des norwegischen Top-Stars Johannes Høsflot Klæbo. Auf den Plätzen folgten Ben Ogden aus den USA und Klæbos Teamkollege Oskar Opstad Vike. Der Finne Lauri Vuorinen belegte den vierten Rang. Im Nachgang des Rennens legte der finnische Skiverband und das Nationale Olympische Komitee offiziell Protest gegen die Wertung ein. Sie argumentierten, dass der Wettbewerb aufgrund der genannten Vorfälle nicht unter fairen Bedingungen stattgefunden habe. Konkret monierten die Finnen, dass Norwegen eine Sondergenehmigung erhalten habe, eine Wachsmaschine während des Sprint-Vorlaufs im Servicebereich zu nutzen, obwohl dies vorab untersagt worden war. Zudem kritisierten sie, dass ein US-amerikanischer Betreuer eine Flasche mit Wachs-Entferner auf die Wachsstation gebracht habe, was ebenfalls gegen die Regeln verstoße. (Lesen Sie auch: Doping-Sperre überschattet Olympia: Was bedeutet)
Erfolgloser Protest Finnlands
Obwohl der finnische Protest von vielen Seiten unterstützt wurde, blieb er letztlich erfolglos. Wie der Weltverband FIS mitteilte, seien die Fristen für einen möglichen Einspruch abgelaufen. Ein Protest gegen einen anderen Athleten oder dessen Ausrüstung hätte spätestens 15 Minuten nach Veröffentlichung der inoffiziellen Ergebnisse eingelegt werden müssen. Der finnische Protest erfolgte jedoch erst am Samstag, also deutlich nach Ablauf der Frist. Die FIS wies den Protest daher als unzulässig zurück.
Ausblick: Was bedeutet die Wachs-Affäre für den Langlauf-Sport?
Die Wachs-Affäre von Tesero hat das Potenzial, das Vertrauen in die Integrität des Langlaufsports nachhaltig zu beschädigen. Die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung wiegen schwer und müssen von der FIS ernst genommen werden.Denkbar sind strengere Kontrollen der Wachsbedingungen und eine Überprüfung der Vergabepraxis von Sondergenehmigungen. Auch die Kommunikation des Weltverbandes steht auf dem Prüfstand. Um das Vertrauen der Athleten und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, muss die FIS in Zukunft transparenter und nachvollziehbarer agieren. Eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle könnte ebenfalls dazu beitragen, die Wogen zu glätten. Auf deutschland.de finden Sie weitere Informationen zum Thema Sport. (Lesen Sie auch: émilien Jacquelin: Sturla Lægreids Geständnis überschattet)
Peter Schlickenrieder fordert Konsequenzen
Peter Schlickenrieder forderte im Gespräch mit der Bild-Zeitung klare Konsequenzen aus den Vorfällen. „Es kann nicht sein, dass einige Nationen bevorzugt werden und andere benachteiligt“, so der Bundestrainer. „Die FIS muss sicherstellen, dass alle Athleten die gleichen Chancen haben.“ Schlickenrieder plädierte für eine Überarbeitung des Reglements und eine strengere Überwachung der Einhaltung der Regeln. „Wir brauchen klare Richtlinien und eine konsequente Umsetzung“, betonte er. Nur so könne man verhindern, dass sich solche Vorfälle in Zukunft wiederholen.

Häufig gestellte Fragen zu peter schlickenrieder
Wer ist Peter Schlickenrieder?
Peter Schlickenrieder ist ein ehemaliger deutscher Weltklasse-Langläufer und heutiger Bundestrainer der deutschen Langlauf-Nationalmannschaft. Er gewann bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City die Silbermedaille im Sprint. (Lesen Sie auch: Martin Ponsiluoma holt Gold im Jagdstart)
Was wird Peter Schlickenrieder vorgeworfen?
Ihm selbst wird nichts vorgeworfen. Als Bundestrainer kritisiert Peter Schlickenrieder jedoch den Ski-Weltverband FIS im Zusammenhang mit der Wachs-Affäre bei den Olympischen Winterspielen 2026.
Was ist die Wachs-Affäre bei Olympia 2026?
Die Wachs-Affäre bezieht sich auf Unregelmäßigkeiten bei der Wachsbehandlung der Ski während des olympischen Langlaufsprints. Norwegen erhielt eine Sondergenehmigung zur Nutzung einer Wachsmaschine, was gegen die Regeln verstieß.
Warum protestierte Finnland gegen die Wertung des Rennens?
Finnland protestierte, weil sie der Meinung waren, dass der Wettbewerb aufgrund der Sondergenehmigung für Norwegen und anderer Verstöße gegen die Regeln nicht unter fairen Bedingungen stattgefunden habe.
Welche Konsequenzen hat die Wachs-Affäre?
Die genauen Konsequenzen sind noch nicht absehbar. Es wird jedoch erwartet, dass die FIS ihre Regeln und Kontrollmechanismen überdenken wird, um die Fairness der Wettbewerbe zu gewährleisten.
