Rheinmetall übernahme NVL: Rheinmetall, der größte Rüstungskonzern Deutschlands, expandiert in den Marinesektor. Das Unternehmen hat die Übernahme der Bremer NVL (Naval Vessels Lürssen) abgeschlossen. Durch den Zukauf will Rheinmetall sein Geschäft mit Schiffen deutlich ausweiten und peilt eine jährliche Umsatzsteigerung von rund 30 Prozent an.
Zahlen & Fakten
- NVL-Umsatz 2023 (erwartet): 1,3 Milliarden Euro
- NVL-Betriebsgewinn (Ebit) 2023 (erwartet): 10 Prozent
- NVL-Umsatz Ziel 2030: 5 Milliarden Euro
- NVL-Betriebsgewinn (Ebit) Ziel 2030: 15 Prozent
## Wie will Rheinmetall das Schiffsgeschäft ausweiten?
Rheinmetall plant, seine neue Marinesparte erheblich auszubauen. Das Unternehmen strebt eine jährliche Umsatzsteigerung von etwa 30 Prozent an. Bis 2030 soll der Umsatz auf rund fünf Milliarden Euro steigen. Davon sollen drei Milliarden Euro aus Deutschland und zwei Milliarden Euro aus dem Ausland kommen, einschließlich Italien, Griechenland und der Türkei.
Die kartellrechtliche Freigabe für die Übernahme von NVL durch Rheinmetall zog sich über mehrere Monate hin, nachdem die Einigung bereits im September des Vorjahres erzielt wurde.

NVL, ehemals Naval Vessels Lürssen, verfügt über vier Werften neben dem Verwaltungssitz in Bremen: Wilhelmshaven (Niedersachsen), zwei in Hamburg und eine in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern). Das Unternehmen baut Schiffe für die deutsche Marine, ausländische Marinen und Behörden, darunter Fregatten, Korvetten, Patrouillenboote, Versorgungsschiffe und Minenräumer.
Wie Stern berichtet, hat Rheinmetall alle kartellrechtlichen Freigaben für die Übernahme erhalten. Verkäufer ist die Bremer Werftengruppe Lürssen, die sich künftig auf den Bau von Jachten konzentrieren wird. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
## Was bedeutet die Übernahme für Verbraucher/Arbeitnehmer/die Branche?
Die Übernahme von NVL durch Rheinmetall könnte langfristig zu einer Stärkung der deutschen Rüstungsindustrie führen. Für die rund 2100 NVL-Beschäftigten bedeutet dies zunächst den Übergang zu einem neuen Eigentümer. Ob und wie sich die Arbeitsbedingungen oder die Ausrichtung des Unternehmens verändern werden, bleibt abzuwarten.
Rheinmetall beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und strebt für 2025 einen Umsatz von deutlich mehr als 12 Milliarden Euro an. Die Jahreszahlen des Unternehmens werden Mitte des Jahres veröffentlicht. (Lesen Sie auch: Rüstungsindustrie: Nach Kauf der Lürssen-Marinefirma: Rheinmetall sticht…)
Historisch gesehen ist die Expansion von Rüstungskonzernen in neue Geschäftsbereiche nicht ungewöhnlich. So diversifizierten sich viele Unternehmen nach dem Ende des Kalten Krieges, um ihre Abhängigkeit von militärischen Aufträgen zu verringern. Die Übernahme von NVL durch Rheinmetall könnte als eine ähnliche strategische Entscheidung interpretiert werden, auch wenn sie in einer Zeit steigender Rüstungsausgaben stattfindet.
## Welche Rolle spielt die Marine im Portfolio von Rheinmetall?
Mit der Übernahme von NVL erweitert Rheinmetall sein Portfolio erheblich. Bisher lag der Fokus des Unternehmens hauptsächlich auf Militärgütern für das Heer, wie Panzer und Artillerie. Nun kommt mit dem Marinesektor ein neuer Geschäftsbereich hinzu, der Rheinmetall unabhängiger von einzelnen Waffensystemen macht. Rheinmetall will künftig „zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum“ aktiv sein.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet NVL?
NVL steht für Naval Vessels Lürssen. Das Unternehmen ist ein Hersteller von Marineschiffen, darunter Fregatten, Korvetten und Patrouillenboote.
Wie viele Mitarbeiter hat NVL?
NVL beschäftigt rund 2100 Mitarbeiter an vier Werftstandorten in Bremen, Wilhelmshaven, Hamburg und Wolgast. (Lesen Sie auch: Amazon Frühlingsangebote ab 10. März: Jetzt bis…)
Welche Schiffe baut NVL?
NVL baut ein breites Spektrum an Marineschiffen, darunter Fregatten, Korvetten, Patrouillenboote, Versorgungsschiffe und Minenräumer.

Wie hoch ist der geplante Umsatz von NVL im Jahr 2030?
Rheinmetall plant, den Umsatz von NVL bis 2030 auf fünf Milliarden Euro zu steigern, mit einem angestrebten Betriebsgewinn (Ebit) von 15 Prozent. (Lesen Sie auch: Bosch Easychain 18V Jetzt Stark Reduziert für…)













