Riester-Rente Kritik: Warum Sparer oft real Geld verlieren
Die Riester-Rente steht seit Langem in der Kritik. Doch wie schlecht schneiden Sparer wirklich ab? Eine neue Analyse des Vereins Finanzwende zeigt, dass die Mehrheit der Riester- und Rürup-Renten nicht einmal den Inflationsausgleich schafft. Das bedeutet: Viele Sparer erleiden mit diesen Verträgen reale Verluste. Laut der Studie würde auch die geplante Riester-Reform der Bundesregierung daran wenig ändern. Riester Rente Kritik steht dabei im Mittelpunkt.

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Kurz-Analyse
- Finanzwende-Studie zeigt: Zwei Drittel der Riester- und Rürup-Renten erreichen nicht das Inflationsziel von zwei Prozent.
- Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Sicherheitsmargen in der Rentenzeit sind Hauptursachen.
- Riester-Kunden müssten im Schnitt 99 Jahre alt werden, um ihr Geld inflationsbereinigt zurückzuerhalten.
- Finanzwende kritisiert den geplanten Kostendeckel von 1,5 Prozent bei der Riester-Reform als zu hoch.
Warum schneiden Riester-Renten so schlecht ab?
Ein wesentlicher Grund für die geringe Rendite liegt in den hohen Abschluss- und Verwaltungskosten, die von den Anbietern erhoben werden. Hinzu kommen hohe Sicherheitsmargen während der Rentenzeit. Laut Studienautor Moritz Czygan lohnen sich die Angebote nur, wenn man ein sehr hohes Alter erreicht. Wie Stern berichtet, müssten Riester-Kunden im Schnitt 99 Jahre alt werden, um wenigstens das gesamte eingezahlte Geld inflationsbereinigt zurückzuerhalten. Bei Rürup-Verträgen liegt diese Schwelle bei 96 Jahren.
Ende 2024 gab es laut Bundesarbeitsministerium noch knapp 15 Millionen Riester-Verträge. Die Zahl sinkt seit Jahren. (Lesen Sie auch: Tankrabatt Kritik: Ist die Idee Wirklich Sinnvoll?)
Zwei Drittel erreichen nicht einmal zwei Prozent Rendite
Für die Studie untersuchte Finanzwende die Rendite-Erwartungen von 37-jährigen Musterkunden bei 18 Riester- und 78 Rürup-Rentenversicherungen. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Rententarife erreichten über die gesamte Vertragslaufzeit nicht einmal eine Rendite von zwei Prozent – das Inflationsziel in Deutschland. Sparer machen damit real Verluste.
Was bedeutet das für Anleger?
Experten sehen die Notwendigkeit, die Kostenstrukturen von Riester-Verträgen kritisch zu prüfen und gegebenenfalls alternativeAnlageformen in Betracht zu ziehen. Analysten empfehlen, die individuellen Renditeerwartungen und die eigene Lebenserwartung realistisch einzuschätzen, bevor man sich für eine Riester- oder Rürup-Rente entscheidet. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Riester-Reform: Kostendeckel in der Kritik
Die Bundesregierung plant eine Reform der Riester-Rente. Kernpunkt ist ein Altersvorsorgedepot, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen soll, allerdings ohne Garantien. Geplant ist ein Standardprodukt mit einem Kostendeckel von 1,5 Prozent. Der Verein Finanzwende kritisiert diesen Wert als zu hoch angesetzt. Ein niedrigerer Kostendeckel wäre notwendig, um die Attraktivität der Riester-Rente zu erhöhen. (Lesen Sie auch: Walter Riester wütend: Ex-Arbeitsminister nennt den Begriff…)
Was ist das Hauptproblem der aktuellen Riester-Renten?
Das Hauptproblem liegt in den hohen Kosten und den geringen Renditen. Viele Verträge schaffen es nicht, die Inflation auszugleichen, was zu realen Verlusten für die Sparer führt. Die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten schmälern die Rendite zusätzlich. (Lesen Sie auch: Ex-Arbeitsminister wütend: Walter Riester warnt vor „Ideologieschlacht“…)

Wie wirkt sich die geplante Riester-Reform auf die Verträge aus?
Die geplante Reform sieht ein Altersvorsorgedepot mit höheren Renditechancen vor, allerdings ohne Garantien. Ein Kostendeckel von 1,5 Prozent soll die Kosten begrenzen, wird aber von Kritikern als zu hoch angesehen. Ob die Reform die Attraktivität der Riester-Rente tatsächlich steigert, bleibt abzuwarten.
Welche Alternativen gibt es zur Riester-Rente?
Als Alternativen zur Riester-Rente bieten sich beispielsweise private Rentenversicherungen, fondsgebundene Sparpläne oder Immobilien als Altersvorsorge an. Es ist ratsam, sich individuell beraten zu lassen, um die passende Option für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Wer profitiert besonders von der Riester-Rente?
Die Riester-Rente kann sich vor allem für Familien mit Kindern und Geringverdiener lohnen, da sie von staatlichen Zulagen profitieren. Allerdings sollten auch diese Gruppen die Kosten und Renditechancen genau prüfen und gegebenenfalls alternativeAnlageformen in Betracht ziehen. (Lesen Sie auch: Finanzen im Alter: Zu wenig Rente? Wie…)









