Lesezeit: 5 Minuten | Letzte Aktualisierung: 22.01.2026
Rüdiger Erben ist tot
Rüdiger Erben, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, ist am 21. Januar 2026 im Alter von nur 58 Jahren überraschend in Magdeburg gestorben. Der profilierte Innenexperte erlitt nach Medienberichten ein akutes Gesundheitsproblem beim Joggen. Die Nachricht löste in der Landespolitik große Bestürzung aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Todestag: 21. Januar 2026 in Magdeburg
- Alter: 58 Jahre (geboren 26. Oktober 1967)
- Todesursache: Akutes Gesundheitsproblem beim Joggen
- Position: Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion
- Themenschwerpunkte: Innenpolitik, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz
- Hinterbliebene: Ehefrau Bianka und zwei erwachsene Söhne
Rüdiger Erben ist tot – diese Nachricht erschütterte am 22. Januar 2026 die politische Landschaft Sachsen-Anhalts. Der SPD-Politiker verstarb einen Tag zuvor überraschend in der Landeshauptstadt. Erben galt als einer der profiliertesten Innenpolitiker des Bundeslandes und prägte die Landespolitik über zwei Jahrzehnte. Zuletzt arbeitete er im Untersuchungsausschuss zum Magdeburger Weihnachtsmarkt-Anschlag mit.
Was ist die Todesursache von Rüdiger Erben?
Die genaue Todesursache von Rüdiger Erben wurde offiziell nicht mitgeteilt. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet jedoch von einem „akuten Gesundheitsproblem beim Joggen“ in Magdeburg. Die SPD bestätigte gegenüber dem MDR, dass Erben unerwartet verstorben sei.
Er war begeisterter Langstreckenläufer. Er nahm regelmäßig am GutsMuths-Rennsteiglauf teil – einem der traditionsreichsten Ultramarathons Deutschlands. Der Sport war für den 58-Jährigen ein wichtiger Ausgleich zur politischen Arbeit.

Die politische Karriere von Rüdiger Erben
Rüdiger Erben wurde am 26. Oktober 1967 in Bad Salzungen (Thüringen) geboren und wuchs in der Kleinstadt Geisa in der Rhön auf. Nach einer Berufsausbildung zum Facharbeiter für Bergbautechnologie und dem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee studierte er Verwaltungswissenschaften in Halle und Darmstadt.
| Zeitraum | Position |
|---|---|
| 1997 | Eintritt in die SPD |
| 2001–2006 | Landrat des Landkreises Weißenfels |
| 2006 | Direktmandat Landtag (mit 64 Stimmen Vorsprung) |
| 2006–2011 | Staatssekretär im Innenministerium |
| 2011–2016 | Stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender |
| 2016–2026 | Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion |
| Seit 2023 | Landesvorsitzender Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge |
Seine politische Karriere begann auf kommunaler Ebene. Im Jahr 2001 wurde Erben zum Landrat des damaligen Landkreises Weißenfels gewählt. 2006 gelang ihm der Sprung in die Landespolitik: Bei der Landtagswahl gewann er das Direktmandat im Wahlkreis Hohenmölsen-Weißenfels – mit nur 64 Stimmen Vorsprung vor dem CDU-Kandidaten.
Rüdiger Erben als Innenexperte
Als Staatssekretär im Innenministerium (2006–2011) war er maßgeblich an der Umsetzung der Kreisreform Sachsen-Anhalt 2007 beteiligt. Die Reform reduzierte die Zahl der Landkreise von 37 auf 11 und drei kreisfreie Städte. Erben galt als Pragmatiker, der auch schwierige Kompromisse durchsetzen konnte.
Im Landtag etablierte sich Erben als einer der profiliertesten Innenpolitiker des Landes. Seine Themenschwerpunkte umfassten Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Bundeswehr. Er setzte sich unter anderem für ein Verbotsverfahren gegen die NPD ein und kritisierte wiederholt Sicherheitslücken bei kritischer Infrastruktur.

— Rüdiger Erben am 19. Januar 2026 zu den Cyber-Angriffen auf Warnsirenen
Zuletzt arbeitete Erben im 21. Parlamentarischen Untersuchungsausschuss mit, der den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vom 20. Dezember 2024 aufarbeitet. Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte er noch öffentlich zu den Cyber-Angriffen auf Warnsirenen in Halle und Querfurt Stellung genommen.
Reaktionen auf den Tod von Rüdiger Erben
Die Nachricht vom Tod löste in der Landespolitik von Sachsen-Anhalt große Bestürzung aus. Parteikollegen würdigten ihn als engagierten, sachorientierten Politiker mit hoher fachlicher Kompetenz. Auch Vertreter anderer Parteien äußerten ihr Mitgefühl und betonten seine Bedeutung für die politische Kultur im Land.
Innerhalb der SPD galt Erben als zentrale Figur der Landespolitik. Für den kommenden Landtagswahlkampf war er auf einem vorderen Listenplatz vorgesehen und spielte eine wichtige Rolle in der strategischen Ausrichtung der Partei. Sein plötzlicher Tod stellt die SPD in Sachsen-Anhalt nun vor organisatorische und personelle Herausforderungen.

Ehrenamtliches Engagement
Neben seiner politischen Arbeit engagierte sich Rüdiger Erben auch ehrenamtlich. Seit September 2023 war er Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Sachsen-Anhalt. Dieses Engagement unterstrich seinen Einsatz für gesellschaftliche Verantwortung und Erinnerungskultur.
Bereits seit 2004 war Erben zudem Beiratsvorsitzender der Mitteldeutschen Basketball Marketing GmbH, die den Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) in Weißenfels betreibt. Der Sport – ob als Läufer oder als Förderer des regionalen Basketballs – war für Erben stets ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.
Privatleben und Familie
Rüdiger Erben hinterlässt seine Ehefrau Bianka Erben, die als stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Teuchern tätig ist, sowie zwei erwachsene Söhne. Die Familie lebte im Burgenlandkreis, wo Erben auch als Vorsitzender der SPD/Die Linke-Kreistagsfraktion aktiv war.
Häufig gestellte Fragen zu Rüdiger Erben
Fazit
Mit dem Tod von Rüdiger Erben verliert Sachsen-Anhalt einen erfahrenen Innenpolitiker und einen prägenden Gestalter der Landespolitik. Sein Wirken reichte von der kommunalen Verwaltung über die Landesregierung bis in den Landtag. Der überraschende Verlust hinterlässt eine spürbare Lücke – fachlich wie menschlich. Die SPD Sachsen-Anhalt verliert eine ihrer zentralen Figuren nur wenige Monate vor der Landtagswahl.
- MDR Sachsen-Anhalt – Bestätigung der SPD
- Mitteldeutsche Zeitung – Bericht zur Todesursache
- Landtag Sachsen-Anhalt – Abgeordnetenprofil
- SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt
- Wikipedia













