Die Vorstellung vom wohlverdienten Ruhestand, in dem man die Früchte seiner Arbeit genießen kann, ist für viele Menschen ein zentraler Lebenswunsch. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die gesetzliche Rente, einst als sichere Säule der Altersvorsorge konzipiert, reicht für viele Rentnerinnen und Rentner nicht aus, um ihren Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Besonders betroffen sind bestimmte Jahrgänge, deren Rentenansprüche aufgrund verschiedener Faktoren deutlich geringer ausfallen. Welche Jahrgänge sind das und warum ist das so?

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Das Wichtigste in Kürze
- Das Rentenniveau, das Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen, war in den 2010er-Jahren besonders niedrig.
- Jahrgänge, die zwischen 2011 und 2018 in Rente gegangen sind, könnten von niedrigeren Renten betroffen sein.
- Die Rentenhöhe ist individuell und hängt von der Erwerbsbiografie, Beitragszahlungen und anderen Faktoren ab.
- Private Vorsorge und betriebliche Altersvorsorge werden immer wichtiger, um die Rentenlücke zu schließen.
Ruhestand Welche Jahrgänge besonders betroffen sind
Die Frage, Ruhestand Welche Jahrgänge in Deutschland die niedrigsten Renten beziehen, ist komplex und lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Rentenhöhe ist eine individuelle Angelegenheit, die von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Dazu gehören die Anzahl der Beitragsjahre, die Höhe der eingezahlten Beiträge, die Art der Beschäftigung (z.B. selbstständig oder angestellt), Phasen der Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung sowie gesundheitliche Aspekte, die zu einer Erwerbsminderung führen können. Dennoch lassen sich Tendenzen erkennen, welche Jahrgänge tendenziell eher von niedrigeren Renten betroffen sein könnten.
Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, sich das Rentenniveau genauer anzusehen. Das Rentenniveau gibt an, wie hoch die Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers ist. Eine Standardrente erhält, wer 45 Jahre lang Beiträge auf Basis des Durchschnittsverdienstes gezahlt hat. Ein sinkendes Rentenniveau bedeutet, dass die Renten im Verhältnis zu den Löhnen weniger stark steigen. Dies kann dazu führen, dass Rentnerinnen und Rentner einen geringeren Lebensstandard haben als Erwerbstätige.
Das Rentenniveau im Fokus
In den 2010er-Jahren sank das Rentenniveau in Deutschland deutlich. Dies ist vor allem auf politische Entscheidungen zurückzuführen, die getroffen wurden, um die Rentenversicherung langfristig zu stabilisieren. Dazu gehörten unter anderem die Einführung der Riester-Rente und die Anhebung des Renteneintrittsalters. Die Folge war, dass die Renten weniger stark stiegen als die Löhne, was sich negativ auf das Rentenniveau auswirkte. Für Ruhestand Welche Jahrgänge dies besonders relevant ist, hängt vom Zeitpunkt des Renteneintritts ab. (Lesen Sie auch: Finanzen im Alter: Zu wenig Rente? Wie…)
Besonders niedrige Rentenniveaus wurden in den Jahren 2014 bis 2018 verzeichnet:
- 2014: 48,1 Prozent
- 2015: 47,7 Prozent
- 2016: 48,1 Prozent
- 2018: 48,1 Prozent
Diese Zahlen bedeuten, dass die Standardrente in diesen Jahren nur etwa 48 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns betrug. Um herauszufinden, welche Jahrgänge von diesen niedrigen Rentenniveaus betroffen waren, muss man das Renteneintrittsalter berücksichtigen.
Ruhestand Welche Jahrgänge wann in Rente gingen
Die Regelaltersgrenze, also das Alter, in dem man ohne Abschläge in Rente gehen kann, wurde in den letzten Jahren schrittweise angehoben. Für vor 1947 Geborene lag sie bei 65 Jahren. Für die Jahrgänge 1947 bis 1963 wurde sie auf 67 Jahre angehoben, wobei sich das Renteneintrittsalter für jedes Geburtsjahr um ein oder zwei Monate verschiebt. Wer 1964 oder später geboren ist, erreicht die Regelaltersgrenze mit 67 Jahren.
Daraus ergibt sich folgende Tabelle: (Lesen Sie auch: Ruhestand: Wie viel Rente darf ich haben,…)
| Geburtsjahr | Regelaltersgrenze | Erreichen der Regelaltersgrenze |
|---|---|---|
| vor 1947 | 65 | bis 31. Dezember 2011 |
| 1947 | 65 + 1 Monat | 02.2012 – 01.2013 |
| 1948 | 65 + 2 Monate | 03.2013 – 02.2014 |
| 1949 | 65 + 3 Monate | 04.2014 – 03.2015 |
| 1950 | 65 + 4 Monate | 05.2015 – 04.2016 |
| 1951 | 65 + 5 Monate | 06.2016 – 05.2017 |
| 1952 | 65 + 6 Monate | 07.2017 – 06.2018 |
| 1953 | 65 + 7 Monate | 08.2018 – 07.2019 |
| 1954 | 65 + 8 Monate | 09.2019 – 08.2020 |
| 1955 | 65 + 9 Monate | 10.2020 – 09.2021 |
| 1956 | 65 + 10 Monate | 11.2021 – 10.2022 |
| 1957 | 65 + 11 Monate | 12.2022 – 11.2023 |
| 1958 | 66 | 2024 |
| 1959 | 66 + 2 Monate | 2025 |
| 1960 | 66 + 4 Monate | 2026 |
| 1961 | 66 + 6 Monate | 2027 |
| 1962 | 66 + 8 Monate | 2028 |
| 1963 | 66 + 10 Monate | 2029 |
| 1964 und jünger | 67 | 2031 und später |
Anhand dieser Tabelle lässt sich ableiten, dass vor allem die Jahrgänge 1947 bis 1953 von den niedrigen Rentenniveaus in den 2010er-Jahren betroffen sein könnten, da sie in diesem Zeitraum in Rente gegangen sind. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies nur eine Tendenz ist und die tatsächliche Rentenhöhe von vielen individuellen Faktoren abhängt. Ruhestand Welche Strategien zur Verbesserung der eigenen Rentensituation verfolgt werden können, ist daher eine wichtige Frage.
Die hier dargestellten Informationen sind allgemeiner Natur und dienen der Orientierung. Für eine individuelle Rentenberatung sollten Sie sich an einen Experten wenden.
Individuelle Faktoren und die Rentenhöhe
Wie bereits erwähnt, ist die Rentenhöhe eine sehr individuelle Angelegenheit. Neben dem Rentenniveau spielen auch die persönlichen Erwerbsbiografie und die Höhe der eingezahlten Beiträge eine entscheidende Rolle. Wer beispielsweise viele Jahre in Teilzeit gearbeitet hat oder lange Phasen der Arbeitslosigkeit hatte, wird in der Regel eine geringere Rente erhalten als jemand, der durchgehend Vollzeit gearbeitet und hohe Beiträge gezahlt hat. Auch die Kindererziehung kann sich auf die Rentenhöhe auswirken, da Eltern für die ersten Lebensjahre ihrer Kinder Rentenpunkte gutgeschrieben bekommen. Ruhestand Welche Auswirkungen die verschiedenen Lebensphasen auf die Rente haben, sollte man daher frühzeitig prüfen.

Zudem gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Rentenarten. Neben der Altersrente gibt es beispielsweise auch die Erwerbsminderungsrente, die gezahlt wird, wenn jemand aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt ebenfalls von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der bisherigen Erwerbsbiografie und dem Grad der Erwerbsminderung. (Lesen Sie auch: Vorzeitig Schluss machen: Rente mit 63: Können…)
Private Vorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente
Angesichts der sinkenden Rentenniveaus und der zunehmenden Individualisierung der Erwerbsbiografien wird die private Vorsorge immer wichtiger, um die Rentenlücke zu schließen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen, beispielsweise mit einer Riester-Rente, einer Rürup-Rente, einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer privaten Rentenversicherung. Auch der Kauf einer Immobilie oder der Aufbau eines Wertpapierdepots können eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente sein. Ruhestand Welche Form der privaten Vorsorge am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten ab.
Es ist ratsam, sich frühzeitig mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen und sich professionell beraten zu lassen. Nur so kann man sicherstellen, dass man im Alter ausreichend abgesichert ist und seinen Lebensstandard aufrechterhalten kann. Die Frage, Ruhestand Welche finanziellen Mittel im Alter zur Verfügung stehen werden, sollte daher nicht auf die lange Bank geschoben werden.
Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Rentenniveau?
Das Rentenniveau gibt das Verhältnis zwischen einer Standardrente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis des Durchschnittseinkommens) und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers an.
Welche Jahrgänge sind von niedrigen Rentenniveaus betroffen?
Tendenziell könnten die Jahrgänge 1947 bis 1953 betroffen sein, da sie in den Jahren mit besonders niedrigen Rentenniveaus (2014-2018) in Rente gegangen sind. Die individuelle Rentenhöhe hängt aber von vielen Faktoren ab.
Wie kann ich meine Rente aufbessern?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Rente aufzubessern, z.B. durch private Altersvorsorge (Riester, Rürup, private Rentenversicherung), betriebliche Altersvorsorge oder den Aufbau eines Wertpapierdepots. (Lesen Sie auch: Gewerkschafter sieht Skandal: Stärkere Tarifbindung verhindert? DGB…)
Was ist die Regelaltersgrenze?
Die Regelaltersgrenze ist das Alter, in dem man ohne Abschläge in Rente gehen kann. Sie wurde schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.
Wo kann ich mich zur Rente beraten lassen?
Eine individuelle Rentenberatung erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung, bei unabhängigen Rentenberatern oder bei Banken und Versicherungen.
Fazit
Die Frage, Ruhestand Welche Jahrgänge die niedrigsten Renten bekommen, ist komplex und lässt sich nicht pauschal beantworten. Zwar gibt es Tendenzen, dass bestimmte Jahrgänge aufgrund niedriger Rentenniveaus in den Jahren ihres Renteneintritts stärker betroffen sein könnten, doch die individuelle Rentenhöhe hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die persönliche Erwerbsbiografie, die Höhe der eingezahlten Beiträge und die Art der Altersvorsorge spielen eine entscheidende Rolle. Angesichts der sinkenden Rentenniveaus wird die private Vorsorge immer wichtiger, um die Rentenlücke zu schließen und den Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Altersvorsorge und eine professionelle Beratung sind daher unerlässlich, um im Ruhestand Welche finanziellen Möglichkeiten man hat, optimal planen zu können.
