Schatten-KI birgt erhebliche Risiken für Unternehmen, da Mitarbeiter KI-Tools ohne Wissen und Genehmigung der IT-Abteilung nutzen. Dies führt zu unkontrollierten Sicherheitslücken und potenziellen Angriffspunkten. Die unautorisierte Nutzung von KI-Anwendungen kann somit die gesamte IT-Infrastruktur gefährden. Schatten KI steht dabei im Mittelpunkt.

Kernpunkte
- Microsoft warnt vor unkontrollierter Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeiter.
- Schatten-KI entsteht durch den Einsatz von KI-Anwendungen ohne Wissen der IT-Abteilung.
- Dies führt zu Sicherheitsrisiken und potenziellen Angriffspunkten für Unternehmen.
- Weniger als die Hälfte der Unternehmen haben spezifische Sicherheitskontrollen für generative KI.
| PRODUKT: | Generative KI-Tools (z.B. ChatGPT, Bard), verschiedene Hersteller, Preise variieren (teilweise kostenlos, Abonnements verfügbar), Plattform: Webbrowser, API, Besonderheiten: Automatisierung von Aufgaben, Textgenerierung, Code-Erstellung |
|---|---|
| SICHERHEIT: | Betroffene Systeme: Unternehmensnetzwerke, Cloud-Dienste, Schweregrad: Hoch, Patch verfügbar?: Nicht zutreffend (Risiko durch Nutzung), Handlungsempfehlung: Klare Richtlinien und Kontrollen für KI-Nutzung implementieren |
| APP: | ChatGPT, Plattform: Web, iOS, Android, Preis: Kostenlos (mit Einschränkungen), Abo-Modell für erweiterte Funktionen, Entwickler: OpenAI |
Warum ist Schatten-KI eine wachsende Gefahr für Unternehmen?
Schatten-KI bezeichnet die Verwendung von KI-Anwendungen durch Mitarbeiter ohne Wissen oder Genehmigung der IT- oder Sicherheitsabteilung. Dies geschieht oft, um Aufgaben schneller zu erledigen oder innovative Lösungen zu finden. Allerdings entstehen dadurch unkontrollierte Risiken, da diese Anwendungen nicht den Sicherheitsstandards des Unternehmens entsprechen und potenzielle Schwachstellen für Angriffe darstellen können.
Generative KI-Modelle wie ChatGPT oder Bard werden über Cloud-Dienste bereitgestellt. Mitarbeiter können diese Dienste einfach über ihren Browser nutzen, ohne dass die IT-Abteilung davon Kenntnis hat. Die Daten, die in diese KI-Modelle eingegeben werden, können potenziell außerhalb des Unternehmens gespeichert und verarbeitet werden, was Datenschutzbedenken aufwirft.
Die Diskrepanz zwischen Innovation und Sicherheit
Laut dem Cyber Pulse Report von Microsoft, der im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde, nutzen bereits über 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen KI-Helfer beim Programmieren. Allerdings verfügen nicht einmal die Hälfte dieser Unternehmen (47 Prozent) über spezifische Sicherheitskontrollen für generative KI. Dies führt zu einer wachsenden Diskrepanz zwischen Innovation und Sicherheit. 29 Prozent der Angestellten nutzen bereits nicht genehmigte KI-Agenten für ihre Arbeit, was blinde Flecken in der Unternehmenssicherheit schafft. Wie Stern berichtet, warnt Microsoft eindringlich vor dieser Entwicklung. (Lesen Sie auch: Telekom Meta Streit: Muss 30 Millionen Euro…)
„Schnell, schnell, schnell“ ist unsicher
Die Microsoft-Experten warnen davor, dass sich das Risiko erhöht, wenn Unternehmen bei der Einführung von KI-Anwendungen nicht genügend Zeit nehmen. Eine zu schnelle Bereitstellung von KI-Agenten kann Sicherheits- und Compliance-Kontrollen aushebeln und das Risiko von Schatten-KI erhöhen. Böswillige Akteure könnten die Berechtigungen von Agenten ausnutzen und sie zu unbeabsichtigten Doppelagenten machen. Ein Agent mit zu viel Zugriff oder falschen Anweisungen kann zu einer Schwachstelle werden, ähnlich wie ein menschlicher Mitarbeiter.
Die Nutzung von nicht genehmigten KI-Tools kann auch datenschutzrechtliche Konsequenzen haben. Insbesondere die Verarbeitung personenbezogener Daten ohne Zustimmung der betroffenen Person oder ohne Rechtsgrundlage verstößt gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und kann zu hohen Bußgeldern führen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle verwendeten KI-Anwendungen den datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen.
So funktioniert es in der Praxis
Stellen Sie sich vor, ein Marketingmitarbeiter nutzt ChatGPT, um Entwürfe für Werbetexte zu erstellen. Er gibt Kundendaten und interne Informationen in das Tool ein, um personalisierte Nachrichten zu generieren. Da die IT-Abteilung nicht über die Nutzung von ChatGPT informiert ist, fehlen die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Die eingegebenen Daten könnten potenziell von OpenAI gespeichert und für andere Zwecke verwendet werden, was zu einem Datenschutzverstoß führen könnte. Zudem könnten Wettbewerber durch gezielte Angriffe auf ChatGPT an diese sensiblen Daten gelangen. Ein weiteres Szenario wäre ein Entwickler, der GitHub Copilot verwendet, um schneller Code zu schreiben. Ohne entsprechende Sicherheitsrichtlinien könnte er versehentlich sensible Informationen oder Sicherheitslücken in den Code einfügen, die später von Angreifern ausgenutzt werden könnten.
Vorteile und Nachteile
Die Nutzung von KI-Tools kann die Produktivität und Effizienz von Mitarbeitern erheblich steigern. Sie ermöglicht die Automatisierung von Routineaufgaben, die Generierung von kreativen Inhalten und die Beschleunigung von Entwicklungsprozessen. Allerdings birgt die unkontrollierte Nutzung auch erhebliche Risiken. Dazu gehören Sicherheitslücken, Datenschutzverstöße, Compliance-Probleme und der Verlust von Kontrolle über Unternehmensdaten. Es ist daher entscheidend, dass Unternehmen klare Richtlinien und Kontrollen für die Nutzung von KI-Anwendungen implementieren, um die Vorteile zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. (Lesen Sie auch: Kimi Antonelli: Formel-1-Talent nach Autounfall unverletzt)
Schatten-KI vs. Genehmigte KI-Lösungen
Der Hauptunterschied zwischen Schatten-KI und genehmigten KI-Lösungen liegt in der Kontrolle und Sicherheit. Genehmigte KI-Lösungen werden von der IT-Abteilung geprüft und implementiert, um sicherzustellen, dass sie den Sicherheitsstandards und Compliance-Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Schatten-KI hingegen entzieht sich dieser Kontrolle und kann somit unkalkulierbare Risiken bergen. Eine Alternative zu Schatten-KI ist die Implementierung von unternehmensweiten KI-Plattformen, die von der IT-Abteilung verwaltet werden und den Mitarbeitern sichere und kontrollierte KI-Tools zur Verfügung stellen. Ein Beispiel dafür ist Microsoft Azure AI, das eine breite Palette von KI-Diensten bietet, die in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden können. Eine weitere Alternative ist Google Cloud AI Platform, die ähnliche Funktionen bietet und eine flexible Bereitstellung von KI-Modellen ermöglicht. Es ist wichtig, dass Unternehmen eine umfassende KI-Strategie entwickeln, die sowohl die Innovationsförderung als auch die Sicherheit berücksichtigt.
Wie können Unternehmen Schatten-KI verhindern?
Um Schatten-KI zu verhindern, müssen Unternehmen eine umfassende Strategie entwickeln, die sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst. Dazu gehören:
- Klare Richtlinien und Kontrollen: Unternehmen müssen klare Richtlinien für die Nutzung von KI-Anwendungen erstellen und diese den Mitarbeitern kommunizieren. Diese Richtlinien sollten festlegen, welche KI-Tools erlaubt sind, welche Daten verarbeitet werden dürfen und welche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sind.
- Schulung der Mitarbeiter: Die Mitarbeiter müssen über die Risiken von Schatten-KI und die Bedeutung der Einhaltung der Unternehmensrichtlinien geschult werden. Sie sollten auch in der Lage sein, potenzielle Sicherheitslücken zu erkennen und zu melden.
- Überwachung der KI-Nutzung: Die IT-Abteilung sollte die KI-Nutzung im Unternehmen überwachen, um nicht genehmigte Anwendungen zu erkennen und zu verhindern. Dies kann durch den Einsatz von Security Information and Event Management (SIEM)-Systemen oder Cloud Access Security Brokers (CASB) erfolgen.
- Bereitstellung von genehmigten KI-Tools: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern eine Auswahl an genehmigten KI-Tools zur Verfügung stellen, die den Sicherheitsstandards und Compliance-Anforderungen entsprechen. Dies kann die Akzeptanz der Richtlinien erhöhen und die Nutzung von Schatten-KI reduzieren.
- Regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen: Die Sicherheitsvorkehrungen für KI-Anwendungen müssen regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, um mit den sich ständig ändernden Bedrohungen Schritt zu halten.
Was genau versteht man unter dem Begriff Schatten-KI?
Schatten-KI bezeichnet die Nutzung von KI-Anwendungen und -Tools durch Mitarbeiter eines Unternehmens, ohne dass die IT- oder Sicherheitsabteilung darüber informiert ist oder die Nutzung genehmigt hat. Dies kann zu unkontrollierten Risiken führen.
Welche Gefahren birgt die Nutzung von Schatten-KI für Unternehmen?
Die Gefahren umfassen Sicherheitslücken, Datenschutzverstöße, Compliance-Probleme und den Verlust der Kontrolle über sensible Unternehmensdaten. Nicht genehmigte KI-Anwendungen entsprechen oft nicht den Sicherheitsstandards des Unternehmens.
Wie können Unternehmen die Entstehung von Schatten-KI verhindern?
Durch die Implementierung klarer Richtlinien, Schulung der Mitarbeiter, Überwachung der KI-Nutzung, Bereitstellung genehmigter KI-Tools und regelmäßige Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen können Unternehmen Schatten-KI verhindern.
Welche Rolle spielt die DSGVO im Zusammenhang mit Schatten-KI?
Die DSGVO ist relevant, da die Verarbeitung personenbezogener Daten ohne Zustimmung oder Rechtsgrundlage gegen die Verordnung verstößt. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle verwendeten KI-Anwendungen den datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. (Lesen Sie auch: Mikaela Shiffrin verpasst Medaille im Team-Wettbewerb)
Welche Alternativen gibt es zur Nutzung von nicht genehmigten KI-Tools?
Alternativen sind die Implementierung von unternehmensweiten KI-Plattformen wie Microsoft Azure AI oder Google Cloud AI Platform, die von der IT-Abteilung verwaltet werden und sichere, kontrollierte KI-Tools bereitstellen.
Fazit
Die rasante Entwicklung und Verbreitung von KI-Technologien birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Unternehmen müssen sich der Gefahr von Schatten-KI bewusst sein und proaktive Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit und Compliance ihrer IT-Infrastruktur zu gewährleisten. Eine ausgewogene KI-Strategie, die Innovation und Sicherheit in Einklang bringt, ist entscheidend, um die Vorteile der KI zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für KI weiterentwickeln werden, aber es ist klar, dass Unternehmen, die sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, einen Wettbewerbsvorteil haben werden. Die Europäische Agentur für Cybersicherheit (ENISA) bietet hierzu wertvolle Informationen und Leitlinien. Österreichische Unternehmen können sich auch an das österreichische Datenschutzbehörde wenden, um sich über die datenschutzrechtlichen Aspekte zu informieren.

