Das Schlupfloch Mietpreisbremse wird oft durch möblierte Wohnungen ausgenutzt. Vermieter können für die Möblierung einen Aufschlag zur Miete verlangen, dessen Höhe bisher nicht klar definiert ist. Eine neue Gesetzesinitiative zielt darauf ab, diese Grauzone zu schließen und mehr Transparenz zu schaffen, indem die zulässige Höhe des Möblierungsaufschlags festgelegt und eine detaillierte Ausweisung gefordert wird.

Kernpunkte
- Möblierte Wohnungen werden genutzt, um die Mietpreisbremse zu umgehen.
- Bisher fehlte eine klare Definition für angemessene Möblierungsaufschläge.
- Ein Gesetzesentwurf sieht eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete für voll möblierte Wohnungen vor.
- Vermieter sollen künftig den Mietanteil für die Wohnung und den für die Möbel separat ausweisen müssen.
Inhaltsverzeichnis
- Wie Vermieter die Mietpreisbremse durch Möblierung umgehen
- Was ist die geplante Gesetzesänderung?
- Wie hoch darf der Möblierungszuschlag sein?
- Welche Vorteile bringt die Gesetzesänderung für Mieter?
- Welche Nachteile oder Herausforderungen gibt es?
- Was können Mieter jetzt schon tun?
- Häufig gestellte Fragen
Wie Vermieter die Mietpreisbremse durch Möblierung umgehen
Die Mietpreisbremse soll verhindern, dass in angespannten Wohnungsmärkten überhöhte Mieten verlangt werden. Sie gilt grundsätzlich auch für möblierte Wohnungen. Allerdings erlaubt sie Vermietern, einen Zuschlag für die Möblierung zu erheben. Da es bisher keine klaren gesetzlichen Vorgaben für die Höhe dieses Zuschlags gab, nutzten einige Vermieter dieses Schlupfloch Mietpreisbremse aus, um überhöhte Mieten zu erzielen. Oftmals wurde für abgenutzte oder spärliche Möbel ein unverhältnismäßig hoher Aufschlag verlangt, was die Wohnungssuche für viele Mieter erheblich erschwerte.
In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern wurden Ende 2024 über 30 Prozent der Wohnungen möbliert und befristet angeboten. Dies deutet auf eine zunehmende Nutzung des Schlupflochs hin.
Was ist die geplante Gesetzesänderung?
Um das Schlupfloch Mietpreisbremse zu schließen, plant die Bundesregierung eine Gesetzesänderung, die den Möblierungsaufschlag klarer definiert. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat dazu einen Referentenentwurf vorgelegt. Dieser sieht vor, dass für eine voll möblierte Wohnung eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete erhoben werden darf. Für einzelne Möbelstücke soll der Aufschlag sich am Anschaffungswert und der Abnutzung orientieren. Ein wesentlicher Punkt der Gesetzesänderung ist die Pflicht für Vermieter, den Mietanteil für die Wohnung und den Möblierungsaufschlag künftig separat auszuweisen. Dies soll für mehr Transparenz sorgen und es Mietern ermöglichen, die Angemessenheit des Aufschlags besser zu beurteilen. Wie Stern berichtet, soll dies Mietern helfen, die tatsächlichen Kosten besser zu verstehen. (Lesen Sie auch: Iss Stoxx übernahme: Deutsche Börse steigt Voll)
Wie hoch darf der Möblierungszuschlag sein?
Bisher gab es keine einheitliche Regelung zur Berechnung des Möblierungszuschlags. Einige Gerichte orientierten sich an einer jährlichen Abschreibung der Möbel in Höhe von zehn Prozent des Zeitwerts. Andere betrachteten den ortsüblichen Mietpreis für unmöblierte Wohnungen und addierten einen angemessenen Zuschlag für die Möbel. Die geplante Gesetzesänderung soll nun für Klarheit sorgen. Für eine voll möblierte Wohnung ist eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete vorgesehen. Bei einzelnen Möbelstücken soll der Zuschlag anhand des Anschaffungswerts und der Abnutzung berechnet werden. Die genaue Berechnungsgrundlage hierfür muss jedoch noch detailliert festgelegt werden.
Welche Vorteile bringt die Gesetzesänderung für Mieter?
Die geplante Gesetzesänderung bietet Mietern mehrere Vorteile. Erstens schafft sie mehr Transparenz, da Vermieter den Mietanteil für die Wohnung und den Möblierungsaufschlag separat ausweisen müssen. Zweitens gibt sie Mietern eine klare Richtlinie, anhand derer sie die Angemessenheit des Möblierungsaufschlags beurteilen können. Drittens erschwert sie es Vermietern, überhöhte Mieten durch unverhältnismäßig hohe Möblierungsaufschläge zu erzielen. Dies kann dazu beitragen, die Wohnungssuche für Mieter in angespannten Wohnungsmärkten zu erleichtern. Ein weiterer Vorteil ist, dass Mieter im Streitfall eine klarere rechtliche Grundlage haben, um gegen überhöhte Aufschläge vorzugehen. Die Verbraucherzentrale bietet hierzu umfassende Informationen und Beratung an.
Welche Nachteile oder Herausforderungen gibt es?
Trotz der Vorteile birgt die geplante Gesetzesänderung auch einige Herausforderungen. Eine Herausforderung besteht darin, die Berechnung des Möblierungsaufschlags für einzelne Möbelstücke praktikabel zu gestalten. Die Bewertung von Abnutzung und Zeitwert kann komplex sein und zu Streitigkeiten führen. Zudem besteht die Gefahr, dass Vermieter versuchen, die neuen Regelungen zu umgehen, indem sie beispielsweise zusätzliche Kosten in andere Mietbestandteile einrechnen. Es ist daher wichtig, dass die Umsetzung der Gesetzesänderung sorgfältig erfolgt und die Einhaltung der Vorschriften effektiv kontrolliert wird. Die Deutsche Mieterbund bietet wertvolle Informationen und Unterstützung für Mieter an, um ihre Rechte zu wahren.
Dokumentieren Sie den Zustand der Möbel bei Einzug sorgfältig. Fotos und ein detailliertes Übergabeprotokoll können im Streitfall hilfreich sein. (Lesen Sie auch: Belen Garijo wechselt von Merck zu Sanofi…)
Was können Mieter jetzt schon tun?
Auch ohne die neue Gesetzesänderung können Mieter bereits jetzt Maßnahmen ergreifen, um sich vor überhöhten Möblierungsaufschlägen zu schützen. Zunächst sollten sie sich vor Abschluss des Mietvertrags genau über die Höhe des Möblierungsaufschlags informieren und diesen kritisch prüfen. Es ist ratsam, sich Vergleichsangebote für unmöblierte Wohnungen einzuholen, um die Angemessenheit des Aufschlags besser beurteilen zu können. Mieter sollten zudem den Zustand der Möbel bei Einzug sorgfältig dokumentieren und eventuelle Mängel dem Vermieter mitteilen. Im Streitfall können sie sich an eine Mieterberatung oder einen Anwalt wenden, um ihre Rechte durchzusetzen. Es ist auch wichtig, sich über die aktuelle Rechtsprechung zu Möblierungsaufschlägen zu informieren, da diese je nach Region unterschiedlich sein kann.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Schlupfloch Mietpreisbremse bei möblierten Wohnungen?
Das Schlupfloch bezieht sich auf die Möglichkeit für Vermieter, die Mietpreisbremse zu umgehen, indem sie einen unregulierten Aufschlag für die Möblierung einer Wohnung erheben. Da es bisher keine klare Definition für angemessene Aufschläge gab, konnten überhöhte Mieten verlangt werden. (Lesen Sie auch: Daimler Aktie: Mercedes-Benz: AMG-Modelle könnten)
Wie hoch ist der zulässige Möblierungsaufschlag laut dem neuen Gesetzesentwurf?
Der Gesetzesentwurf sieht eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete für voll möblierte Wohnungen vor. Für einzelne Möbelstücke soll der Aufschlag sich am Anschaffungswert und der Abnutzung orientieren, wobei die genaue Berechnung noch festgelegt werden muss.
Welche Verpflichtungen haben Vermieter durch die geplante Gesetzesänderung?
Vermieter sind verpflichtet, den Mietanteil für die Wohnung und den Möblierungsaufschlag separat auszuweisen. Dies soll für mehr Transparenz sorgen und es Mietern ermöglichen, die Angemessenheit des Aufschlags besser zu beurteilen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.
Was können Mieter tun, wenn sie einen überhöhten Möblierungsaufschlag vermuten?
Mieter sollten sich vorab Vergleichsangebote einholen, den Zustand der Möbel dokumentieren und im Zweifelsfall eine Mieterberatung oder einen Anwalt konsultieren. Die neue Gesetzeslage soll es erleichtern, überhöhte Aufschläge zu erkennen und dagegen vorzugehen.
Gilt die Mietpreisbremse auch für möblierte Wohnungen?
Ja, grundsätzlich gilt die Mietpreisbremse auch für möblierte Wohnungen. Allerdings dürfen Vermieter einen Zuschlag für die Möblierung erheben, was bisher ein Schlupfloch darstellte. Die neue Gesetzesänderung zielt darauf ab, diesen Zuschlag zu regulieren. (Lesen Sie auch: Mercedes Aktie: – im Sinkflug: Gewinn halbiert…)
Die geplante Gesetzesänderung zur Regulierung des Möblierungsaufschlags ist ein wichtiger Schritt, um das Schlupfloch Mietpreisbremse zu schließen und für mehr Transparenz und Fairness auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. Mieter sollten sich über ihre Rechte informieren und im Zweifelsfall rechtliche Beratung in Anspruch nehmen, um sich vor überhöhten Mieten zu schützen. Es bleibt abzuwarten, wie effektiv die neuen Regelungen in der Praxis umgesetzt werden und ob sie tatsächlich dazu beitragen, die Wohnungssuche für Mieter zu erleichtern.















