Die Schufa, Deutschlands größte Auskunftei, steht seit Langem in der Kritik, ihre Berechnungsmethoden zur Kreditwürdigkeit nicht ausreichend transparent zu machen. Nun will die Schufa mehr Einblick gewähren. Doch eine Umfrage zeigt: Das Interesse der Verbraucher an der Nachvollziehbarkeit des Schufa-Scores ist geringer als erwartet.

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Analyse-Ergebnis
- Geringes Interesse der Verbraucher an der Schufa Transparenz
- Schufa öffnet ihre Score-Berechnung für Verbraucher
- Nachvollziehbarkeit der Berechnung soll verbessert werden
- Bedeutung der Schufa-Daten für den Alltag bleibt hoch
Schufa Transparenz: Einblick in die „Blackbox“ Bonitätsscore
Die Schufa speichert Daten von Millionen Menschen und Unternehmen in Deutschland. Anhand dieser Daten wird ein Score ermittelt, der die Kreditwürdigkeit widerspiegelt. Dieser Score ist entscheidend für den Zugang zu Krediten, Mietwohnungen und anderen wichtigen Verträgen. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass die Berechnungsmethoden der Schufa intransparent seien. Wie Stern berichtet, will die Schufa nun mehr Einblick in ihre Arbeit gewähren.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, betont die Bedeutung der Schufa-Daten: „Für den Zugang zu Krediten und wichtigen Verträgen des alltäglichen Lebens sind die bei der Schufa gespeicherten Daten von großer Bedeutung.“ Trotzdem seien die meisten Menschen unzureichend darüber informiert, wie die Auskunftei ihre Kreditwürdigkeit einschätzt und auf welcher Informationsgrundlage diese Einstufung erfolgt. (Lesen Sie auch: Schufa im Wandel: Gerichtsurteile erzwingen mehr Transparenz)
Laut einer repräsentativen Verivox-Umfrage hat die Mehrheit der Deutschen (55,6 Prozent) ihren persönlichen Schufa-Score noch nie abgerufen. Nur jeder Zehnte der Befragten hat eine zutreffende Vorstellung davon, wie die Schufa die Kreditwürdigkeit ermittelt.
Was ändert sich konkret bei der Schufa Transparenz?
Die Schufa will ihre Score-Berechnung für Verbraucher verständlicher machen. Ab dem 17. März können Verbraucher den neuen, vereinfachten Score kostenfrei einsehen, vorausgesetzt, sie registrieren sich einmalig. Die Auskunftei verspricht, dass Laien ohne großen Aufwand nachvollziehen können, wie die Angaben zur Kreditwürdigkeit zustande kommen. Für zwölf Kriterien werden Punkte vergeben, die in Summe einen Wert zwischen 100 und 999 ergeben.
Zu den Kriterien gehören beispielsweise das Alter der ältesten Kreditkarte, die Dauer des Wohnsitzes an der aktuellen Adresse, die Anzahl der Girokonto- und Kreditkartenanfragen in den letzten zwölf Monaten sowie die Laufzeit bestehender Kredite. Auch das Vorliegen einer Identitätsprüfung und eventuelle Zahlungsstörungen fließen in die Berechnung ein. (Lesen Sie auch: Schufa Score Berechnen: So Verbessern Sie Jetzt…)
Wie funktioniert die neue Score-Berechnung im Detail?
Jedes Kriterium, das in den Score einfließt, erhält Punkte, die einfach zusammengerechnet werden können. Die Schufa betont, dass die Gesamtpunktzahl die Gewichtung der einzelnen Kriterien widerspiegelt. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser die Kreditwürdigkeit. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie transparent und verständlich die neue Berechnungsmethode tatsächlich für Verbraucher sein wird.
Die Schufa steht vor der Herausforderung, komplexe Algorithmen so aufzubereiten, dass sie für den Durchschnittsbürger nachvollziehbar sind, ohne dabei die Aussagekraft des Scores zu verwässern. Ob dies gelingt, wird sich in der Praxis zeigen.
Datenschutzbedenken und die Rolle der Auskunfteien
Die Schufa steht immer wieder in der Kritik wegen ihrer Datensammlung und -verarbeitung. Datenschützer bemängeln, dass die Schufa zu viele Daten speichert und diese nicht immer korrekt sind. Es ist daher wichtig, dass Verbraucher ihre Schufa-Daten regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen. Informationen dazu bietet beispielsweise die Verbraucherzentrale. (Lesen Sie auch: Schufa Auskunft Kostenlos: Bonitätsprüfung wird Einfacher)

Die neue Transparenz-Initiative der Schufa könnte dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucher in die Auskunftei zu stärken. Allerdings ist es fraglich, ob sich tatsächlich viele Menschen die Mühe machen werden, ihren Score nachzuvollziehen. Die Verivox-Umfrage deutet eher auf Desinteresse hin.












