Die Schweiz übernimmt 2024 den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und will diese angesichts der Ukraine-Krise wieder handlungsfähiger machen. Ein wichtiger Schritt ist der Dialog mit Russland, um eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine zu ermöglichen und die OSZE als Vermittler zu positionieren.

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Die wichtigsten Fakten
- Schweiz übernimmt 2024 den OSZE-Vorsitz.
- Ziel ist die Stärkung der OSZE als Dialogplattform.
- Aussenminister Cassis suchte das Gespräch mit Russland in Moskau.
- Gesprächsbereitschaft in Moskau wurde signalisiert.
Schweiz übernimmt OSZE-Vorsitz: Dialog mit Russland im Fokus
Die Schweiz übernimmt im Jahr 2024 den Vorsitz der OSZE in einer Zeit grösster Herausforderungen für die europäische Sicherheit. Der Krieg in der Ukraine hat die Organisation in eine tiefe Krise gestürzt und ihre Fähigkeit zur Konfliktprävention und -lösung stark beeinträchtigt. Bundesrat Ignazio Cassis, der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), setzt sich deshalb für eine Stärkung der OSZE ein und sucht den Dialog mit allen relevanten Akteuren, einschliesslich Russland.
Ein zentrales Ziel des Schweizer OSZE-Vorsitzes ist es, die Organisation wieder zu einer Plattform für konstruktiven Dialog zu machen. Dies beinhaltet auch Gespräche mit Vertretern der russischen Regierung, um mögliche Wege zur Deeskalation des Konflikts in der Ukraine auszuloten und eine Basis für zukünftige Verhandlungen zu schaffen. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, ortet Aussenminister Cassis in Moskau immerhin Gesprächsbereitschaft.
Warum ist der Dialog mit Russland für die OSZE so wichtig?
Der Dialog mit Russland ist für die OSZE von grosser Bedeutung, da Russland ein wichtiger Mitgliedstaat der Organisation ist und eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der europäischen Sicherheitsarchitektur spielt. Ohne Einbeziehung Russlands sind Bemühungen um eine nachhaltige Lösung des Konflikts in der Ukraine und anderer sicherheitspolitischer Herausforderungen in der Region kaum denkbar. Die OSZE wurde einst gegründet, um als Brücke zwischen Ost und West zu dienen, und diese Rolle muss sie nun wieder ausfüllen. (Lesen Sie auch: Russland Ukraine Verhandlungen: Hoffnung trotz Kriegsszenario?)
Der Schweizer OSZE-Vorsitz will deshalb einen offenen und ehrlichen Dialog mit Russland führen, um Missverständnisse abzubauen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Interessen zu identifizieren. Dies bedeutet nicht, die russische Politik in der Ukraine zu billigen, sondern vielmehr, Gesprächskanäle offenzuhalten und nach Wegen zu suchen, wie die OSZE zur Konfliktlösung beitragen kann. Die Neutralität der Schweiz kann dabei helfen, das Vertrauen beider Seiten zu gewinnen.
Welche Rolle spielt die Schweiz bei der Vermittlung?
Die Schweiz kann aufgrund ihrer traditionellen Neutralität und ihres Engagements für Frieden und Sicherheit eine wichtige Rolle bei der Vermittlung zwischen den Konfliktparteien spielen. Die Schweiz hat bereits in der Vergangenheit erfolgreich zwischenstaatliche Konflikte gelöst und verfügt über eine lange Tradition der Guten Dienste. Diese Erfahrung und Expertise kann sie nun in den Dienst der OSZE stellen, um zur Deeskalation des Konflikts in der Ukraine beizutragen.
Die Schweizer Neutralität erlaubt es, mit allen Seiten im Gespräch zu bleiben, ohne Partei zu ergreifen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung. Bundesrat Cassis hat in Moskau betont, dass die Schweiz bereit ist, ihre Guten Dienste anzubieten, um einen Dialog zwischen der Ukraine und Russland zu ermöglichen. Ob diese Bereitschaft auf fruchtbaren Boden fällt, bleibt abzuwarten.
Die OSZE ist eine Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mit 57 Teilnehmerstaaten aus Nordamerika, Europa und Zentralasien. Sie wurde 1975 gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Die OSZE hat den Auftrag, zur Konfliktprävention, Krisenbewältigung und Friedensförderung in der Region beizutragen. Sie ist in verschiedenen Bereichen tätig, darunter Menschenrechte, Demokratisierung, Rechtsstaatlichkeit, Rüstungskontrolle und wirtschaftliche Zusammenarbeit. (Lesen Sie auch: Bibi Deep und Deutlich: Bianca Heinicke spricht…)
Wie geht es weiter mit dem Schweizer OSZE-Vorsitz?
Der Schweizer OSZE-Vorsitz steht vor grossen Herausforderungen. Neben dem Konflikt in der Ukraine gibt es eine Reihe weiterer sicherheitspolitischer Brennpunkte in der Region, die die Aufmerksamkeit der Organisation erfordern. Dazu gehören die Spannungen im Westlichen Balkan, die Konflikte in Südkaukasus und die Menschenrechtslage in Belarus. Die Schweiz muss daher einen umfassenden Ansatz verfolgen, der alle diese Herausforderungen berücksichtigt.
Ein wichtiger Schritt wird die Ausarbeitung eines Aktionsplans für den Schweizer OSZE-Vorsitz sein, der die Prioritäten und Ziele der Schweiz für das kommende Jahr festlegt. Dieser Aktionsplan soll in enger Zusammenarbeit mit den anderen OSZE-Mitgliedstaaten entwickelt werden, um eine breite Unterstützung für die Schweizer Initiativen zu gewährleisten. Die Schweiz setzt dabei auf eine Politik des Dialogs und der Zusammenarbeit, um die OSZE wieder zu einer effektiven Plattform für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa zu machen. Laut einer Analyse von Swissinfo wird es jedoch ein schwieriger Weg.
Welche Erwartungen gibt es an die Schweiz?
Die Erwartungen an die Schweiz als OSZE-Vorsitz sind hoch. Viele Mitgliedstaaten hoffen, dass die Schweiz in der Lage sein wird, die Organisation wieder zu einen und einen konstruktiven Dialog zwischen den Konfliktparteien zu fördern. Die Schweiz wird sich bemühen, diesen Erwartungen gerecht zu werden und ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen Ost und West wahrzunehmen. Allerdings sind die Möglichkeiten der Schweiz begrenzt und der Erfolg ihrer Bemühungen hängt letztlich von der Bereitschaft aller Beteiligten zur Zusammenarbeit ab.

Die Schweiz wird sich auch dafür einsetzen, die Effizienz und Transparenz der OSZE zu verbessern. Dies beinhaltet eine Stärkung der internen Strukturen der Organisation und eine bessere Koordinierung der verschiedenen Aktivitäten. Die Schweiz will zudem die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen, wie der UNO und der EU, intensivieren, um Synergien zu nutzen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. (Lesen Sie auch: EU Verteidigung: Stocker warnt vor Bedrohungen für…)
Die OSZE bietet verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung für die Zivilgesellschaft. Informationen dazu finden sich auf der Webseite der OSZE und bei den nationalen Delegationen.
Fazit: Die Schweiz und die OSZE – Eine Chance für den Dialog
Die Übernahme des OSZE-Vorsitzes durch die Schweiz stellt eine grosse Herausforderung, aber auch eine Chance dar. Die Schweiz kann ihre Neutralität und ihre Erfahrung in der Konfliktlösung nutzen, um zur Deeskalation des Konflikts in der Ukraine beizutragen und die OSZE wieder zu einer effektiven Plattform für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa zu machen. Ob es gelingt, die Organisation wieder zu einen und einen konstruktiven Dialog zwischen den Konfliktparteien zu fördern, wird sich zeigen. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um die Grundlagen für eine nachhaltige Friedensordnung in Europa zu legen. Die schweiz osze Partnerschaft ist ein wichtiger Faktor in diesem Prozess.
