Sennheiser Verkauf: Sonova stösst Kopfhörer-Sparte ab
Für 200 Millionen Euro hatte Sonova einst Sennheisers Kopfhörer-Geschäft erworben. Nun plant das Schweizer Unternehmen den Sennheiser Verkauf der Sparte, um sich auf das Kerngeschäft mit Hörgeräten zu konzentrieren.

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Die wichtigsten Fakten
- Sonova plant den Verkauf der Sennheiser Kopfhörer-Sparte, die 2022 für 200 Millionen Euro erworben wurde.
- Der Verkauf soll es Sonova ermöglichen, sich stärker auf das Kerngeschäft mit Hörgeräten zu fokussieren.
- Rund 600 Mitarbeiter sind von dem Verkauf betroffen, davon 190 am Standort Wedemark bei Hannover.
- Die Sennheiser-Gruppe wurde im Vorfeld über die Pläne informiert und sieht weiterhin grosses Potenzial in dem Geschäftsfeld.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz (Kopfhörer-Sparte): | Nicht explizit ausgewiesen, Teil des Consumer Hearing Segments von Sonova |
| Mitarbeiterzahl (Kopfhörer-Sparte): | ca. 600, davon 190 in der Wedemark |
| Branche: | Audiotechnik, Hörgeräte |
Strategische Neuausrichtung bei Sonova
Die Sonova Holding AG mit Sitz in Stäfa, Schweiz, begründet den geplanten Sennheiser Verkauf mit einer strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen möchte sich zukünftig stärker auf sein Kerngeschäft im Bereich der Hörgeräte konzentrieren. Wie Stern berichtet, hatte Sonova die Kopfhörer-Sparte erst 2022 für 200 Millionen Euro von der Sennheiser-Gruppe erworben.
Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
Von dem geplanten Sennheiser Verkauf sind rund 600 Mitarbeiter betroffen, davon 190 am Standort Wedemark bei Hannover. Eine Sprecherin von Sonova betonte gegenüber „Bild“, dass sich für die Mitarbeiter nichts ändern solle. Ziel sei es, einen Partner zu finden, der das Potenzial der Marke Sennheiser voll ausschöpfen könne. Produktlinien, Servicelevels, Lieferzusagen und Ansprechpartner blieben unverändert. (Lesen Sie auch: Traditionsmarke: Schweizer stellen Kopfhörer-Marke Sennheiser zum Verkauf)
Welche Auswirkungen hat der Verkauf auf die Arbeitsplätze in der Wedemark?
Die Auswirkungen des Verkaufs auf den Standort Wedemark sind derzeit noch unklar. Sonova strebt jedoch an, einen Käufer zu finden, der die bestehenden Strukturen und Arbeitsplätze möglichst beibehält. Es bleibt abzuwarten, welche Pläne ein potenzieller neuer Eigentümer für den Standort hat.
Sennheiser: Ein Traditionsunternehmen im Wandel
Die Sennheiser-Gruppe selbst, die die Kopfhörer-Sparte einst an Sonova veräussert hatte, wurde im Vorfeld über die Verkaufspläne informiert. Eine Sprecherin der Sennheiser-Gruppe äusserte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass man weiterhin grosses Potenzial für das Geschäftsfeld sehe und die nächsten Schritte im engen Austausch mit Sonova verfolge. Die übrigen Geschäftsfelder von Sennheiser, wie professionelle Audiolösungen, sind von dem Verkauf nicht betroffen.
Sennheiser wurde 1945 gegründet und ist ein deutsches Traditionsunternehmen im Bereich der Audiotechnik. Das Unternehmen hat eine lange Geschichte in der Entwicklung und Herstellung von Kopfhörern, Mikrofonen und anderen Audioprodukten. (Lesen Sie auch: Kooperation mit Indra: Rheinmetall peilt Milliardengeschäft in…)
Der Markt für Kopfhörer: Ein hart umkämpftes Feld
Der Markt für Kopfhörer ist hart umkämpft, mit zahlreichen Anbietern und einer grossen Vielfalt an Produkten. Neben etablierten Marken wie Sennheiser, Bose und Sony drängen auch immer mehr neue Player auf den Markt, insbesondere im Bereich der kabellosen Kopfhörer. Der Preisdruck ist hoch, und die Margen sind oft gering. Laut Statista wird der Umsatz im Kopfhörermarkt in der Schweiz im Jahr 2024 voraussichtlich 245,10 Mio. CHF betragen. Statista prognostiziert ein jährliches Umsatzwachstum von 1.78% (CAGR 2024-2029), was zu einem erwarteten Marktvolumen von 267,80 Mio. CHF im Jahr 2029 führt.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Verbraucher dürfte der Sennheiser Verkauf zunächst keine direkten Auswirkungen haben. Produktlinien, Servicelevels und Lieferzusagen sollen laut Sonova unverändert bleiben. Es ist jedoch möglich, dass ein neuer Eigentümer langfristig Änderungen an der Produktstrategie oder dem Markenimage von Sennheiser vornimmt. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Verkauf positiv oder negativ auf die Innovationskraft und die Produktqualität der Marke auswirken wird.
Wer könnte als Käufer in Frage kommen?
Mögliche Interessenten für die Sennheiser Kopfhörer-Sparte könnten andere Audio-Unternehmen, Private-Equity-Firmen oder Technologiekonzerne sein. Namen wurden bisher nicht genannt. Entscheidend wird sein, welcher Käufer das grösste Potenzial für die Weiterentwicklung der Marke Sennheiser sieht und bereit ist, entsprechend zu investieren. (Lesen Sie auch: Millionen-Deal: Italienischer Konzern kauft Tractive)
Expertenmeinung
„Der Verkauf der Sennheiser Kopfhörer-Sparte durch Sonova ist ein strategischer Schritt, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren“, sagt Stefan Meier, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. „Es ist jedoch wichtig, dass Sonova einen Käufer findet, der die Marke Sennheiser wertschätzt und das Potenzial für weiteres Wachstum sieht.“
















