Das Skeleton Olympia-Turnier bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina wird aktuell, Stand 12.02.2026, von einer heftigen Kontroverse überschattet. Der ukrainische Athlet Wladislaw Heraskewytsch wurde unmittelbar vor dem ersten Wettkampflauf disqualifiziert. Grund dafür war sein Helmdesign, das an im Krieg getötete ukrainische Sportler erinnerte. Dieser Vorfall sorgt für hitzige Debatten über politische Botschaften im Sport und die Auslegung der IOC-Regeln.
Ein Eklat überschattet die Skeleton-Wettbewerbe der Männer bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina. Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch wurde von den Wettkämpfen ausgeschlossen, weil er einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten ukrainischen Sportkollegen trug. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltverband IBSF werteten dies als Verstoß gegen die Regel 50 der Olympischen Charta, die politische Demonstrationen verbietet. Heraskewytsch kündigte an, gegen die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS zu klagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eklat in Cortina: Der ukrainische Athlet Wladislaw Heraskewytsch wurde am 12.02.2026 wegen eines Helmdesigns, das an gefallene Sportler erinnert, vom Skeleton Olympia Wettbewerb disqualifiziert.
- Regelverstoß: Das IOC begründet die Entscheidung mit einem Verstoß gegen Regel 50 der Olympischen Charta, die politische Propaganda verbietet.
- Favoriten im Rennen: Bei den Männern gelten der Brite Matt Weston und die deutschen Athleten um Christopher Grotheer als Top-Favoriten auf Gold.
- Neue Disziplin: Erstmals wird bei den Spielen 2026 der Mixed-Team-Wettbewerb im Skeleton ausgetragen, was für zusätzliche Spannung sorgt.
- Austragungsort: Die Wettkämpfe finden auf der historischen Eugenio Monti Bahn in Cortina d’Ampezzo statt, die für die Spiele modernisiert wurde.
- Reglement: Die Athleten absolvieren vier Läufe, deren Zeiten addiert werden. Die Person mit der schnellsten Gesamtzeit gewinnt.
- Hohe Geschwindigkeiten: Die Sportler erreichen kopfüber auf ihren Schlitten Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h.
Der Helm-Streit beim Skeleton Olympia im Detail
Die Entscheidung, Heraskewytsch auszuschließen, fiel nach mehreren Gesprächen, unter anderem mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die persönlich an der Strecke in Cortina war. Coventry erklärte unter Tränen, man habe keine Lösung finden können. Der Athlet selbst zeigte sich tief enttäuscht und betonte, dass manche Dinge wichtiger seien als Medaillen. Er argumentierte, sein Helm sei keine politische Propaganda, sondern eine Hommage an Mitglieder der olympischen Familie. Der Fall zieht international weite Kreise und wirft erneut Fragen zur politischen Neutralität der Olympischen Spiele auf, insbesondere da das IOC Heraskewytschs „Nein zum Krieg in der Ukraine“-Schild bei den Spielen 2022 in Peking noch als Friedensappell duldete. Ähnliche Debatten gab es bereits in der Vergangenheit, wie die Kritik am IOC Shop wegen T-Shirts zu den Spielen von 1936 zeigt.
Was sind die Regeln für Skeleton bei Olympia?
Skeleton ist eine der ältesten und schnellsten Disziplinen bei den Winterspielen. Die Athleten stürzen sich kopfüber auf einem kleinen Schlitten einen Eiskanal hinunter. Ein Skeleton Olympia Wettbewerb besteht aus vier Läufen, die an zwei Tagen ausgetragen werden. Die Zeiten aus allen vier Läufen werden addiert, und der Athlet mit der niedrigsten Gesamtzeit gewinnt Gold. Es gibt strikte Regeln für das Gewicht von Athlet und Schlitten. Der Schlitten darf bei den Männern nicht mehr als 43 kg wiegen, das Gesamtgewicht ist auf 115 kg begrenzt. Jegliche Form von mechanischer Lenkung oder Bremsen ist verboten; gesteuert wird allein durch Körperverlagerung und minimale Schulter- oder Kniebewegungen.
Wer sind die Favoriten 2026?
Trotz des Eklats liegt der sportliche Fokus auf einem spannenden Wettkampf. Bei den Männern ist der amtierende Weltmeister Matt Weston aus Großbritannien ein heißer Anwärter auf die Goldmedaille. Starke Konkurrenz kommt traditionell aus Deutschland, mit dem Olympiasieger von 2022, Christopher Grotheer, und dem Silbermedaillengewinner Axel Jungk. Bei den Frauen gehören die Deutsche Jacqueline Pfeifer und die Britin Tabitha Stoecker zum engsten Favoritenkreis. Die Ergebnisse der Super G Damen Olympia haben bereits gezeigt, dass bei diesen Spielen alles möglich ist.
Video-Empfehlung: Ein YouTube-Video, das die Faszination des Skeletonsports zeigt, zum Beispiel ein Highlight-Clip von einem Weltcup-Rennen der IBSF.
Neuerung 2026: Der Mixed-Team-Wettbewerb
Eine aufregende Neuerung im olympischen Programm ist der Mixed-Team-Wettbewerb. Hier bilden eine Athletin und ein Athlet aus derselben Nation ein Team. Beide absolvieren jeweils einen Lauf, und die Zeiten werden addiert. Dieses Format feiert in Cortina seine Premiere und verspricht zusätzliche Spannung und Medaillenchancen. Es unterstreicht das Bestreben des IOC, mehr gemischte Wettbewerbe zu etablieren, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.
Die Technik hinter dem Eiskanal-Rausch
Der Erfolg im Skeleton hängt von mehreren Faktoren ab. Ein explosiver Start ist entscheidend, um möglichst viel Anfangsgeschwindigkeit aufzubauen. Auf der Bahn selbst ist eine ruhige und aerodynamische Position auf dem Schlitten essenziell. Die Athleten müssen die Ideallinie finden und den Schlitten mit minimalen, aber präzisen Bewegungen steuern. Jede Berührung der Bande kostet wertvolle Hundertstelsekunden. Laut der International Bobsleigh & Skeleton Federation (IBSF), dem offiziellen Dachverband, ist die mentale Stärke, bei Geschwindigkeiten von über 130 km/h ruhig zu bleiben, eine der größten Herausforderungen.
Übersicht der Skeleton-Wettbewerbe Mailand/Cortina 2026
| Datum | Wettbewerb | Ort |
|---|---|---|
| 12. Februar 2026 | Männer, Lauf 1 & 2 | Cortina Sliding Centre |
| 13. Februar 2026 | Frauen, Lauf 1 & 2 | Cortina Sliding Centre |
| 13. Februar 2026 | Männer, Lauf 3 & 4 (Finale) | Cortina Sliding Centre |
| 14. Februar 2026 | Frauen, Lauf 3 & 4 (Finale) | Cortina Sliding Centre |
| 15. Februar 2026 | Mixed Team Event (Finale) | Cortina Sliding Centre |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Skeleton Olympia
Was ist Skeleton?
Skeleton ist eine Wintersportart, bei der Athleten auf einem kleinen Schlitten bäuchlings und mit dem Kopf voran einen Eiskanal hinunterfahren. Ziel ist es, in mehreren Läufen die schnellste Gesamtzeit zu erzielen.
Wie schnell wird man beim Skeleton?
Spitzenathleten erreichen beim Skeleton Olympia Geschwindigkeiten von über 130 km/h, in manchen Kurven wirken dabei Kräfte von bis zu 5g auf den Körper.
Warum wurde der ukrainische Athlet disqualifiziert?
Wladislaw Heraskewytsch wurde disqualifiziert, weil sein Helm Bilder von im Krieg getöteten ukrainischen Sportlern zeigte. Das IOC wertete dies als Verstoß gegen das Verbot politischer Demonstrationen während der Olympischen Spiele.
Seit wann ist Skeleton eine olympische Disziplin?
Skeleton war bereits 1928 und 1948 in St. Moritz Teil des olympischen Programms. Nach einer langen Pause kehrte es 2002 in Salt Lake City dauerhaft zurück. Mehr zur Geschichte findet sich auf der offiziellen Olympia-Webseite.
Was ist der Unterschied zwischen Skeleton und Rodeln?
Der Hauptunterschied liegt in der Fahrposition. Beim Skeleton liegen die Athleten auf dem Bauch mit dem Kopf voran. Beim Rodeln liegen sie auf dem Rücken mit den Füßen voran. Die Schlitten und die Fahrtechnik unterscheiden sich dadurch grundlegend.
Fazit
Das Skeleton Olympia Turnier 2026 in Cortina bietet eine Mischung aus sportlicher Hochspannung und politischer Kontroverse. Der Eklat um den ukrainischen Athleten Wladislaw Heraskewytsch zeigt, wie schmal der Grat zwischen persönlicher Botschaft und den strengen Regeln des IOC ist. Sportlich versprechen die Wettkämpfe der Männer, Frauen und des neuen Mixed-Teams packende Duelle um Hundertstelsekunden, bei denen die Favoriten aus Großbritannien und Deutschland besonders im Fokus stehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Kontroverse weiterentwickelt und welche sportlichen Helden am Ende auf dem Podium stehen werden.
Über den Autor:
Als erfahrener Sportredakteur mit Schwerpunkt auf den Olympischen Spielen berichtet unser Team seit über 10 Jahren live von den Eiskanälen dieser Welt. Unsere Expertise im Wintersport und unsere direkten Kontakte zu den Verbänden garantieren fundierte und aktuelle Analysen.