📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2026
Was bringt das Social Media Verbot Australien? Seit dem 10. Dezember 2025 dürfen Kinder unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr besitzen. Nach einem Monat zieht die Regierung eine erste positive Bilanz: Mehr als 4,7 Millionen Accounts wurden bereits deaktiviert oder gelöscht. Deutschland diskutiert über ein ähnliches Verbot.
📋 Social Media Verbot Australien – Das Wichtigste in Kürze:
✅ Australien verbietet Social Media für unter 16-Jährige seit 10.12.2025
✅ 4,7 Millionen Accounts in einem Monat deaktiviert oder gelöscht
✅ Meta allein löschte 550.000 Konten von Minderjährigen
✅ Betroffen: Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit, Twitch
✅ Ausgenommen: WhatsApp, Roblox, Messenger-Dienste
✅ Bußgelder für Plattformen: bis 28,5 Millionen Euro
✅ Reddit klagt vor dem High Court gegen das Gesetz
✅ Deutschland prüft ähnliches Verbot bis Herbst 2026
Das Social Media Verbot Australien gilt als weltweiter Vorreiter im digitalen Kinderschutz. Am 16. Januar 2026 präsentierte die australische Regierung erste Zahlen, die zeigen: Die Plattformen setzen das Gesetz um. Premierminister Anthony Albanese zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen und betonte, dass Australien den mächtigsten Tech-Konzernen der Welt erfolgreich die Stirn geboten habe.
Doch das Social Media Verbot Australien ist nicht unumstritten. Reddit hat Klage beim obersten Gericht eingereicht und bezeichnet das Verbot als Einschränkung der Meinungsfreiheit. Auch in Deutschland und anderen EU-Ländern wird über ähnliche Maßnahmen diskutiert.
Das australische Social-Media-Gesetz verbietet Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren, eigene Konten auf bestimmten Social-Media-Plattformen zu besitzen. Das Gesetz wurde Ende 2024 verabschiedet und trat am 10. Dezember 2025 in Kraft.
Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, um sich auf die neuen Altersbeschränkungen einzustellen. Die Verantwortung für die Umsetzung des Social Media Verbots Australien liegt vollständig bei den Unternehmen – nicht bei den Eltern oder Kindern.
| Betroffene Plattformen | Ausgenommene Dienste |
|---|---|
| TikTok | Facebook Messenger |
| Snapchat | Roblox |
| Online-Spiele | |
| YouTube | E-Mail-Dienste |
| X (Twitter) | Bildungsplattformen |
| Video- und Sprachanrufe | |
| Twitch | – |
Erste Bilanz: 4,7 Millionen Accounts gelöscht
Die australische Regierung zog am 16. Januar 2026 eine erste positive Bilanz zum Social Media Verbot Australien. Nach Angaben der Online-Sicherheitsbehörde eSafety wurden seit Inkrafttreten des Gesetzes mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt.
💬 Premierminister Anthony Albanese:
„Diese ersten Ergebnisse zeigen, wie wichtig es war, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen.“
Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte stolz: „Wir haben allen getrotzt, die gesagt haben, es sei unmöglich – einigen der mächtigsten und reichsten Unternehmen der Welt und ihren Unterstützern.“
Zahlen nach Plattformen
Die Behörden veröffentlichten keine detaillierten Zahlen nach einzelnen Plattformen. Meta, der Eigentümer von Facebook, Instagram und Threads, gab jedoch bekannt, dass allein bis zum Tag nach Inkrafttreten des Verbots fast 550.000 Konten entfernt worden seien, die Nutzern unter 16 Jahren gehörten.

Wie funktioniert die Altersverifikation beim Social Media Verbot Australien?
Die Plattformen setzen verschiedene Methoden ein, um das Alter ihrer Nutzer zu überprüfen. Die technische Umsetzung des Social Media Verbots Australien basiert auf mehreren Säulen:
| Methode | Beschreibung |
|---|---|
| Ausweisüberprüfung | Nutzer müssen amtliche Dokumente vorlegen |
| Gesichtserkennung | KI-basierte Schätzung des Alters anhand von Fotos |
| Verhaltensanalyse | Digitale Spuren und Nutzungsverhalten werden ausgewertet |
| Selbstangaben | Abgleich mit bereits angegebenen Altersdaten |
Snapchat hatte kurz vor dem Start Hunderttausende Nutzer aufgefordert, ihr Alter nachzuweisen. Die Plattform nutzte dafür verhaltensbasierte Signale aus den Aktivitäten sowie selbst angegebene Altersdaten.
Reddit klagt gegen das Social Media Verbot Australien
Das Online-Forum Reddit hat beim australischen High Court Klage gegen das Social Media Verbot Australien eingereicht. Die Plattform argumentiert, das Verbot sei „ungültig, weil es die implizite Freiheit der politischen Kommunikation verletzt“.
Reddit führt zwei Hauptargumente an:
⚖️ Reddits Klageargumente:
1️⃣ Das Verbot schränke die Meinungsfreiheit ein, da alle Nutzer unter 16 Jahren pauschal von politischer Kommunikation ausgeschlossen würden.
2️⃣ Reddit sei keine Social-Media-Plattform im eigentlichen Sinne, da die Foren von Nutzern selbst betrieben würden und Inhalte auch ohne Anmeldung sichtbar seien.
Die Plattform bezeichnet die Auswahl, welche Dienste betroffen sind und welche nicht, als „unlogisch“. Anders als andere Plattformen frage Reddit seine Nutzer nicht nach der Erlaubnis, Kontakte hochzuladen.
Was droht den Plattformen bei Verstößen?
Bei Verstößen gegen das Social Media Verbot Australien drohen den Unternehmen empfindliche Strafen. Die Bußgelder können bis zu 49,5 Millionen australische Dollar (etwa 28,5 Millionen Euro) betragen.
Wichtig: Die Verantwortung liegt ausschließlich bei den Plattformen. Eltern und Kinder werden nicht bestraft, wenn gegen das Verbot verstoßen wird. Dies unterscheidet das australische Modell von früheren Ansätzen, bei denen Eltern für die Mediennutzung ihrer Kinder verantwortlich gemacht wurden.
Social Media Verbot Deutschland: Kommt es auch bei uns?
Das Social Media Verbot Australien hat auch in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Mehrere Politiker haben sich offen für ein ähnliches Verbot gezeigt.
Bundesdigitalminister Wildberger befürwortet Altersbeschränkung
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte: „Ich kann dem eine Menge abgewinnen. Ich halte die Frage nach einer Altersbeschränkung für mehr als berechtigt.“
Aus Studien und Beobachtungen wisse man, wie tiefgreifend soziale Medien in die Entwicklung junger Menschen eingriffen. Man müsse diskutieren, wie man Kindern eine gesunde Entwicklung ermögliche.
Expertenkommission prüft Umsetzung
Eine Expertenkommission soll prüfen, ob sich ein Verbot nach dem Vorbild des Social Media Verbots Australien in Deutschland umsetzen ließe. Der Abschlussbericht soll im Herbst 2026 vorliegen. Geprüft wird ein Verbot ohne Ausnahmen durch elterliche Zustimmung.
Eine Petition für ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für soziale Netzwerke erhielt mehr als 34.000 Unterschriften und wird von der Regierung geprüft.
Rechtliche Hürden in der EU
Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen jedoch erhebliche rechtliche Hürden für ein deutsches Verbot nach dem Muster des Social Media Verbots Australien. Das EU-Recht, insbesondere der Digital Services Act (DSA), hat eine „vollharmonisierende“ Wirkung – nationale Alleingänge sind damit schwierig.
| Hürde | Problem |
|---|---|
| Digital Services Act (DSA) | EU-Recht hat Anwendungsvorrang, nationale Regeln eingeschränkt |
| Herkunftslandprinzip | TikTok sitzt in Irland – deutsches Verbot hätte dort keine Wirkung |
| UN-Kinderrechtskonvention | Rechte auf Teilhabe und Befähigung würden eingeschränkt |
Welche EU-Länder planen ähnliche Verbote?
Das Social Media Verbot Australien inspiriert auch andere Länder. Mehrere europäische Staaten diskutieren über ähnliche Beschränkungen:
🌍 EU-Länder mit Verbotsplanungen:
🇫🇷 **Frankreich:** Plant Gesetz für Anfang 2026, Verbot für unter 15-Jährige
🇪🇸 **Spanien:** Gesetzentwurf für Verbot unter 16 ohne Elternzustimmung
🇬🇷 **Griechenland:** Bereits Smartphone-Verbot im Unterricht, „Kids Wallet“-App geplant
🇩🇰 **Dänemark:** Plant App zur Altersprüfung, Gesetzgebung in Vorbereitung
🇩🇪 **Deutschland:** Expertenkommission prüft Umsetzung bis Herbst 2026
Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff kündigte an, Anfang 2026 ein Gesetz einzubringen, das den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 15-Jährige einschränkt.
Kritik am Social Media Verbot Australien
Nicht alle Experten halten das Social Media Verbot Australien für sinnvoll. Das Leibniz-Institut für Medienforschung bezeichnet die Maßnahme als „rechtspolitische Schein-Maßnahme“, die an der komplexen Realität digitaler Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen vorbeigehe.
Argumente der Kritiker
Medienwissenschaftler argumentieren, dass risikobasierte Ansätze statt pauschaler Verbote der angemessene Weg für zeitgemäßen Jugendschutz seien. Kinder müssten an den Umgang mit digitalen Medien herangeführt werden – Schritt für Schritt und begleitet.
Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring warnte davor, in einer Zeit, in der Social Media und KI längst zum Leben gehörten, einen „digitalen Verbotsstaat“ zu errichten. Seine Überzeugung: „Digitale Resilienz wächst nicht hinter Verboten.“
Häufig gestellte Fragen zum Social Media Verbot Australien
Fazit: Social Media Verbot Australien als Vorbild für Europa?
Das Social Media Verbot Australien zeigt nach einem Monat erste Erfolge: Millionen Accounts wurden gelöscht, die Plattformen setzen das Gesetz um. Ob das Modell auch für Deutschland oder andere EU-Länder taugt, ist jedoch fraglich.
Die rechtlichen Hürden in der EU sind hoch, und die wissenschaftliche Debatte ist weiter als die politische: Risikobasierte Ansätze statt pauschaler Verbote werden von vielen Experten bevorzugt. Das Social Media Verbot Australien hat aber eines erreicht: Die Debatte über den Schutz von Kindern in sozialen Medien ist weltweit in Gang gekommen.
Wir halten Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden.
Redaktion Mindelmedia News | Digital & Technologie
Die Redaktion berichtet über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Social Media und Technologie. Quellen: eSafety Australia, ZDF, Bundestag, Leibniz-Institut für Medienforschung.
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