Söders Steuern-runter-Plan – der CSU-Chef will die geplante Senkung der Körperschaftsteuer um zwei Jahre vorziehen. Statt erst 2028 sollen Unternehmen bereits ab Juli 2026 entlastet werden. Am 6. Januar 2026 zeigen wir, was hinter dem Vorstoß steckt, wer ihn unterstützt und welche Chancen er in der schwarz-roten Koalition hat.
📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026
💰 Söders Steuern-runter-Plan – Die wichtigsten Fakten:
- Forderung: Körperschaftsteuer-Senkung ab 1. Juli 2026 statt 2028
- Aktueller Steuersatz: 15 Prozent Körperschaftsteuer
- Ziel bis 2032: Senkung auf 10 Prozent (in 5 Schritten)
- Unterstützer: CDU, DIHK, VCI und grüner BW-Finanzminister
- Hürde: Finanzierung und Schuldenbremse
- Ziel: Wirtschaft ankurbeln, Standort stärken
Was fordert Söder bei den Steuern?
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die Unternehmenssteuern schneller senken als im Koalitionsvertrag vereinbart. In der „Bild am Sonntag“ forderte er, die geplante Körperschaftsteuer-Senkung um zwei Jahre vorzuziehen – von 2028 auf den 1. Juli 2026.
Laut Handelsblatt sagte der CSU-Chef: „Es wäre sinnvoll, die schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer von 2028 auf den 1. Juli 2026 vorzuziehen – sofern es unsere finanziellen Spielräume zulassen. Das würde unserer Wirtschaft einen wichtigen Schub geben.“
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So sieht der aktuelle Steuerplan aus
Die schwarz-rote Koalition hat bereits ein Steuerpaket beschlossen. Die Körperschaftsteuer soll ab 2028 in fünf Schritten bis 2032 gesenkt werden. Söder will diesen Zeitplan nun beschleunigen.
| Jahr | Koalitionsplan | Söders Plan |
|---|---|---|
| Aktuell | 15% Körperschaftsteuer | 15% Körperschaftsteuer |
| 1. Juli 2026 | Keine Änderung | Erste Senkung beginnen |
| 2028 | Beginn schrittweise Senkung | Bereits in Umsetzung |
| 2032 | 10% Körperschaftsteuer | 10% Körperschaftsteuer |
💡 Was ist die Körperschaftsteuer? Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf den Gewinn von Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder AGs. Sie beträgt aktuell 15 Prozent und wird vom Bund erhoben. Zusammen mit Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag liegt die Gesamtbelastung für Unternehmen bei etwa 30 Prozent.
CDU unterstützt Söders Steuerplan
Der Vorstoß des CSU-Chefs findet in der CDU breite Zustimmung. Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, sagte der Bild: „Die Wirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zu bringen und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, muss 2026 oberste Priorität haben.“
Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann fordert schnelle Steuersenkungen: „Die Menschen in unserem Land, gerade die mit kleinen und mittleren Einkommen, müssen entlastet werden.“ Im Koalitionsvertrag sei eine große Einkommensteuerreform zur Mitte der Legislaturperiode vereinbart.
Überraschende Unterstützung aus Baden-Württemberg
Selbst der grüne Finanzminister von Baden-Württemberg, Danyal Bayaz, unterstützt eine vorgezogene Steuersenkung – und geht sogar noch weiter als Söder. Laut Handelsblatt fordert er: „Die Körperschaftsteuer kann zum kommenden Jahr um zwei Prozentpunkte gesenkt werden, statt erst 2028 mit einer stufenweisen Senkung zu beginnen.“
Damit könnte der Zielsteuersatz von 10 Prozent noch in dieser Legislaturperiode erreicht werden. Bayaz begründet seinen Vorstoß mit der Wirtschaftskrise: „Es schreit nach einem echten Befreiungsschlag.“
Wirtschaft begrüßt Söders Steuerplan
Die deutsche Industrie reagiert positiv auf Söders Forderung. Die wichtigsten Wirtschaftsverbände fordern ebenfalls schnellere Steuersenkungen.
| Verband | Vertreter | Position |
|---|---|---|
| DIHK | Helena Melnikov | „In der aktuellen Krise zählt für die Unternehmen jeder Monat“ |
| VCI (Chemie) | Wolfgang Große Entrup | „Jeder Tag Warten ist ein Tag gegen den Standort“ |
DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov erklärte: „Ein Vorziehen der Steuersenkung und damit eine sofortige Entlastung schon in diesem Jahr würde der Wirtschaft dringend benötigte Impulse für Investitionen geben.“ Die Regierung müsse noch deutlich mehr tun, um das Wachstum zu stärken.
VCI-Chef Wolfgang Große Entrup warnte: „Berlin muss die Steuern jetzt senken. Sonst verliert Deutschland den Anschluss und Jobs an das Ausland. Die Industrie leidet schon heute, nicht erst in zwei Jahren.“
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Das sind die Hürden für Söders Plan
Trotz der breiten Unterstützung aus CDU und Wirtschaft gibt es erhebliche Hürden für eine vorgezogene Steuersenkung.
Finanzierung und Schuldenbremse
Die Vorziehung auf 2026 würde erhebliche haushalterische Anpassungen erfordern. Das Finanzministerium müsste Milliarden an Einsparungen finden oder einen temporären Defizitanstieg hinnehmen. Mit der Schuldenbremse ist das kaum vereinbar.
SPD als Koalitionspartner
Die SPD hat der grundsätzlichen Steuersenkung zwar zugestimmt, priorisiert aber gezielte Subventionen und Infrastrukturausgaben gegenüber pauschalen Unternehmensentlastungen. Eine Neuverhandlung des Zeitplans könnte die Koalitionsdynamik belasten.
📊 Hintergrund: Nach zwei Rezessionsjahren in Folge (2023 und 2024) wird die deutsche Wirtschaft 2025 bestenfalls leicht wachsen. Die Konjunkturschwäche trifft besonders die Industrie in Bayern und Baden-Württemberg – was den Druck auf schnelle Steuersenkungen erhöht.
Weitere Steuerentlastungen 2026
Unabhängig von Söders Vorstoß sind bereits mehrere Steuerentlastungen für 2026 beschlossen. Diese wurden im Dezember 2025 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet.
| Maßnahme | Details | Start |
|---|---|---|
| Gastronomie-Mehrwertsteuer | Dauerhaft 7% statt 19% auf Speisen | 1. Januar 2026 |
| Pendlerpauschale | 38 Cent ab dem 1. Kilometer | 1. Januar 2026 |
| Investitions-Booster | 30% degressive Abschreibung (2025–2027) | Läuft bereits |
| Forschungsförderung | Höhere Steuergutschriften für F&E | 1. Januar 2026 |
Söder und weitere Ministerpräsidenten unionsregierter Länder lobten im Bundesrat besonders die Anhebung der Pendlerpauschale und die Gastronomie-Entlastung. Letztere war auf Betreiben der CSU im Koalitionsvertrag aufgenommen worden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: Söders Steuern-runter-Plan unter Druck
Markus Söder setzt mit seiner Forderung nach einer vorgezogenen Körperschaftsteuer-Senkung ein klares wirtschaftspolitisches Signal. Die Unterstützung aus CDU und Wirtschaft zeigt, dass der Druck auf schnellere Steuersenkungen wächst. Ob sich der Plan in der schwarz-roten Koalition durchsetzen lässt, bleibt jedoch fraglich – Schuldenbremse und SPD-Vorbehalte sind hohe Hürden. Alle weiteren Steueränderungen 2026 finden Sie in unserem Überblick.
Autor: MinDelMedia Redaktion | Politik & Wirtschaft
Unsere Redaktion berichtet über aktuelle Themen rund um Steuerpolitik und Wirtschaft.
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Stand: 6. Januar 2026 | Quellen: Handelsblatt, Bild, Presse Augsburg, DIHK