Deutschlands Sparkassen wollen mit einem neuen Angebot mehr Kundinnen und Kunden für Wertpapiere begeistern. Ziel ist es, privates Kapital für europäische Investitionen zu mobilisieren, da aktuell immense Summen auf niedrig verzinsten Tagesgeldkonten liegen. So sollen Sparkassen Wertpapiere attraktiver gemacht werden.

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Kernpunkte
- Sparkassen wollen verstärkt Wertpapiere anbieten
- 845,1 Milliarden Euro Sichteinlagen bei Sparkassen
- Neues Angebot „S-Neo“ ab Mitte des Jahres
- Fokus auf Mobilisierung privaten Kapitals für europäische Investitionen
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Sichteinlagen der Sparkassen (2025): | 845,1 Milliarden Euro |
| Anstieg der Sichteinlagen (2025): | 48 Milliarden Euro gegenüber Vorjahr |
| Nettoabsatz Wertpapiere (Sparkassen): | 18,4 Milliarden Euro |
Warum setzen die Sparkassen auf Wertpapiere?
Die Sparkassen reagieren auf die weiterhin große Beliebtheit von Tagesgeldkonten, die jedoch oft kaum Zinsen bringen. Laut einer Meldung von Stern erhöhten sich die Sichteinlagen bei den 339 Sparkassen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 48 Milliarden Euro auf 845,1 Milliarden Euro. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), betonte, dass Kunden zwar vorsichtig agieren, aber durch das Parken von Geld auf unverzinsten Konten faktisch Geld verlieren.
Die Sparkassen sehen hier Potenzial, Anreize zu schaffen, um diese Gelder in Wertpapiere umzuschichten und somit Investitionen in europäische Infrastrukturen zu fördern. Reuter forderte, dass die Mobilisierung privaten Kapitals für europäische Investments mindestens genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte wie einer europäischen Kapitalmarktunion.
Was ist „S-Neo“ und wie funktioniert es?
Mit „S-Neo“ ermöglichen die Sparkassen ab Mitte des Jahres den Handel von mehr als 21.000 Wertpapieren direkt in der Sparkassen-App. Dieses digitale Wertpapierangebot soll zunächst den 19,8 Millionen Nutzerinnen und Nutzern der Sparkassen-App zur Verfügung stehen. Ab Ende 2026 oder Anfang nächsten Jahres soll das Angebot weiter ausgebaut werden. (Lesen Sie auch: AUDI Gewinn: Wie der Autobauer überraschend Zulegen…)
Das Angebot richtet sich an Kunden, die eine einfache und kostengünstige Möglichkeit suchen, in Wertpapiere zu investieren. Durch die Integration in die bestehende Sparkassen-App soll der Zugang zu Wertpapieren vereinfacht und die Hemmschwelle für Neuanleger gesenkt werden.
Der Nettoabsatz von Wertpapieren bei den Sparkassen lag im vergangenen Jahr bei 18,4 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Vorjahresergebnis. Allerdings sehen die Sparkassen mit Blick auf das Rekordjahr 2023 noch weiteres Wachstumspotenzial.
Wie einfach wird der Wertpapierhandel wirklich?
Die Sparkassen versprechen sich von „S-Neo“ eine deutliche Vereinfachung des Wertpapierhandels. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind die Benutzerfreundlichkeit der App, die Transparenz der Gebühren und die Qualität der angebotenen Informationen und Beratung. Handelsblatt berichtet regelmäßig über Entwicklungen im Bereich Neo-Broker und deren Angebote.
Kritiker bemängeln, dass gerade bei komplexen Finanzprodukten eine umfassende Beratung unerlässlich ist, die eine App nur schwer leisten kann. Zudem besteht die Gefahr, dass Anleger sich von kurzfristigen Trends leiten lassen und unüberlegt in riskante Wertpapiere investieren. (Lesen Sie auch: Autoindustrie: Gewinn bei Audi steigt überraschend)
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Verbraucher bedeutet das neue Angebot der Sparkassen eine zusätzliche Möglichkeit, in Wertpapiere zu investieren. Es bietet sich an, die Konditionen von „S-Neo“ mit denen anderer Neo-Broker und traditioneller Banken zu vergleichen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Wichtig ist, sich nicht von vermeintlich einfachen Lösungen blenden zu lassen, sondern sich ausreichend über die Risiken und Chancen von Wertpapieren zu informieren.
Die Verbraucherzentrale bietet unabhängige Informationen und Beratung rund um das Thema Geldanlage.
Welche Risiken birgt die Anlage in Wertpapiere?
Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen, die zu Verlusten führen können. Vor allem unerfahrene Anleger sollten sich daher nicht von hohen Renditeversprechen blenden lassen und nur in Produkte investieren, die sie verstehen. Eine breite Streuung des Kapitals auf verschiedene Wertpapiere kann das Risiko reduzieren.
Sparkassen Wertpapiere im Vergleich zu Neo-Brokern
Die Sparkassen betreten mit „S-Neo“ ein Feld, das bereits von etablierten Neo-Brokern wie Trade Republic und Scalable Capital besetzt ist. Diese Anbieter locken mit niedrigen Gebühren und einer intuitiven Bedienung. Die Sparkassen setzen hingegen auf ihre Bekanntheit und das Vertrauen, das viele Kunden in die traditionsreichen Institute haben. (Lesen Sie auch: Andreas Brehme: WM-Film lässt Erinnerungen an Fußballhelden)

Ein Vorteil der Sparkassen könnte ihr flächendeckendes Filialnetz sein, das bei Bedarf eine persönliche Beratung ermöglicht. Allerdings müssen die Sparkassen beweisen, dass sie auch digital mit den Neo-Brokern mithalten können.
Sichteinlagen bei Sparkassen erhöhen sich um 48 Mrd. Euro auf 845,1 Mrd. Euro.
Sparkassen starten mit dem Angebot „S-Neo“ in der App.
Weiterer Ausbau des digitalen Wertpapierangebots geplant. (Lesen Sie auch: Zew Konjunkturerwartungen: Iran-Krieg Lässt Sorgen wachsen)













