Milliarden für Gründer, Millionen für Gründerinnen: Ungleiche Startup-Finanzierung
Die startup finanzierung frauen betreffend zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht: Während von Männern gegründete Startups den Großteil des Risikokapitals erhalten, bleibt für Gründerinnen nur ein Bruchteil übrig. Im Jahr 2025 flossen lediglich 53 Millionen Euro an von Frauen gegründete Jungunternehmen, während männliche Teams fast 7,4 Milliarden Euro erhielten.

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Die wichtigsten Fakten
- Männliche Gründerteams vereinen 94 Prozent der Startup-Investitionen auf sich.
- Rein weibliche Teams erhalten nur etwa ein Prozent des gesamten Investitionsvolumens.
- Der Anteil der finanzierten Startups mit mindestens einer Frau im Team sank von 21 Prozent (2024) auf 19 Prozent (2025).
- Von 660 untersuchten Startups bestanden 81 Prozent ausschließlich aus Männern, nur 3 Prozent aus Frauen.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Investitionen in Männer-Startups (2025) | 7,4 Milliarden Euro |
| Investitionen in Frauen-Startups (2025) | 53 Millionen Euro |
| Anteil Startups mit mind. einer Frau (2025) | 19 Prozent |
Warum erhalten Gründerinnen weniger Risikokapital?
Ein wesentlicher Faktor für die ungleiche Verteilung ist die Branchenwahl. Gründerinnen sind häufiger in Bereichen wie E-Commerce, Bildung und Klima-Tech tätig. Laut einer Meldung von Stern ziehen diese Sektoren zwar Kapital an, erreichen aber selten die Größenordnungen kapitalintensiver Branchen wie Software & Analytics oder FinTech, die weiterhin von Männern dominiert werden.
Kapitalintensive Branchen wie Software & Analytics, FinTech oder Verteidigung, in die aktuell die größten Summen fließen, bleiben mit Frauenanteilen von teils nur sechs Prozent stark männlich dominiert. Dies spiegelt sich direkt in den Deal-Größen wider: Bei kleineren Finanzierungsrunden bis zu einer Million Euro liegt der Anteil an Gründerinnen noch bei 13,3 Prozent. (Lesen Sie auch: Spritpreisbremse SPD: Kommt die Entlastung für Autofahrer?)
Wie wirkt sich die Branchenverteilung auf die Finanzierung aus?
Die Konzentration von Gründerinnen in bestimmten Branchen führt dazu, dass sie seltener in den Genuss großer Finanzierungsrunden kommen. Während beispielsweise im Softwarebereich hohe Investitionssummen üblich sind, sind diese in den Bereichen E-Commerce oder Bildung eher die Ausnahme. Dies hat direkte Auswirkungen auf die startup finanzierung frauen und verstärkt die Ungleichheit.
Diese Unterschiede in der Branchenwahl führen dazu, dass sich Gründerinnen oft in einem Teufelskreis befinden: Weniger Kapital bedeutet geringere Wachstumschancen, was wiederum die Attraktivität für Investoren verringert.
Der Anteil der Startups mit mindestens einer Frau im Gründerteam sank von 21 Prozent im Jahr 2024 auf 19 Prozent im Jahr 2025. Dies deutet auf eine rückläufige Repräsentanz von Frauen in der Gründerszene hin. (Lesen Sie auch: Eine Schweizerin erzählt: Mein Berliner Mietpreisschock)
Was bedeutet das für die Branche?
Die ungleiche Verteilung der startup finanzierung frauen hat weitreichende Folgen für die gesamte Startup-Szene. Eine fehlende Vielfalt in den Gründerteams kann zu einer Verengung der Innovationskraft führen, da unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen weniger berücksichtigt werden. Dies kann langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland beeinträchtigen.
Zudem sendet es ein falsches Signal an junge Frauen, die sich für eine Karriere als Unternehmerin interessieren. Wenn der Eindruck entsteht, dass es für Frauen schwieriger ist, an Kapital zu kommen, könnte dies dazu führen, dass weniger Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Dies wäre ein Verlust für die Wirtschaft und die Gesellschaft.
Welche Lösungsansätze gibt es, um die Ungleichheit zu verringern?
Um die startup finanzierung frauen gerechter zu gestalten, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören unter anderem: (Lesen Sie auch: Lufthansa Streik Beendet: Flugplan Wieder Normal)
- Förderprogramme, die speziell auf Gründerinnen zugeschnitten sind.
- Mentoring-Programme, die Frauen den Zugang zu Netzwerken und Know-how erleichtern.
- Sensibilisierungskampagnen, die auf die ungleiche Verteilung von Risikokapital aufmerksam machen.
- Investoren, die gezielt in von Frauen geführte Startups investieren.
Es ist wichtig, dass alle Akteure – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – an einem Strang ziehen, um die Rahmenbedingungen für Gründerinnen zu verbessern. Nur so kann das volle Potenzial von Frauen in der Startup-Szene ausgeschöpft werden.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
Auch international zeigt sich ein ähnliches Bild: Gründerinnen erhalten deutlich weniger Risikokapital als ihre männlichen Kollegen. Eine Studie von Crunchbase aus dem Jahr 2023 ergab, dass weltweit nur etwa 2,3 Prozent des Risikokapitals an von Frauen gegründete Startups ging. Im Vergleich dazu liegt Deutschland mit einem Anteil von rund einem Prozent noch unter dem globalen Durchschnitt.
Ein Blick auf andere Länder zeigt jedoch auch, dass es möglich ist, die startup finanzierung frauen gerechter zu gestalten. In den USA beispielsweise gibt es eine Reihe von Initiativen und Förderprogrammen, die sich gezielt an Gründerinnen richten. Auch in einigen europäischen Ländern wie Schweden oder Großbritannien ist der Anteil des Risikokapitals, der an Frauen geht, höher als in Deutschland. Es ist also durchaus möglich, durch gezielte Maßnahmen Verbesserungen zu erzielen. Laut EY ist hier noch viel Luft nach oben. (Lesen Sie auch: Fleischli Dübendorf: Bäckerei schließt Filiale)
Handelsblatt berichtete kürzlich über ähnliche Ergebnisse.









