Steuererklärung Krankheitskosten: So holen Sie sich Geld vom Finanzamt zurück
Bei der Steuererklärung können Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, was Ihre Steuerlast mindern kann. Voraussetzung ist, dass die Kosten nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse oder Versicherung übernommen wurden und ärztlich verordnet sind. Entscheidend ist die individuelle zumutbare Eigenbelastung, die sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl richtet.

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- Steuererklärung Krankheitskosten: So holen Sie sich Geld vom Finanzamt zurück
- Welche Krankheitskosten sind absetzbar?
- Voraussetzungen für die Anerkennung von Krankheitskosten
- Fitnessstudio und Co.: Wann sind Sport- und Gesundheitsausgaben absetzbar?
- Fallbeispiel: Absetzung von Reha-Maßnahmen
- Zumutbare Eigenbelastung: So wird sie berechnet
- Steuererklärung: So machen Sie die Krankheitskosten geltend
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Krankheitskosten können als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.
- Ärztliche Verordnung oder Attest sind notwendig.
- Die zumutbare Eigenbelastung mindert den absetzbaren Betrag.
- Auch Kosten für Fitnessstudios können unter Umständen abgesetzt werden.
Welche Krankheitskosten sind absetzbar?
Grundsätzlich können Sie folgende, vom Arzt verordnete oder durch ein Attest bestätigte Ausgaben steuerlich geltend machen: ärztliche Behandlungen, Heilbäder, Krankengymnastik, Rechnungen von Heilpraktikern oder Homöopathen, Medikamente (inklusive Zuzahlungen), medizinische Hilfsmittel, Krankenhausaufenthalte sowie Fahrtkosten zu Ärzten, Krankenhäusern oder zur Krankengymnastik.
Voraussetzungen für die Anerkennung von Krankheitskosten
Damit das Finanzamt Ihre Krankheitskosten anerkennt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Wie Stern berichtet, ist eine wesentliche Voraussetzung, dass die Kosten die zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Diese wird individuell berechnet und hängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder ab. Nur der Betrag, der über diese Grenze hinausgeht, kann steuerlich geltend gemacht werden.
Sammeln Sie alle Belege, Atteste und Verordnungen im Laufe des Jahres, um bei der Steuererklärung einen Überblick zu haben. Eine detaillierte Aufstellung hilft, keine absetzbaren Kosten zu vergessen. (Lesen Sie auch: Eterna Insolvent: Traditionsfirma vor dem aus nach…)
Fitnessstudio und Co.: Wann sind Sport- und Gesundheitsausgaben absetzbar?
Auch Ausgaben für ein Fitnessstudio können unter Umständen als Krankheitskosten abgesetzt werden. Dies ist möglich, wenn die Übungen ärztlich verordnet und medizinisch notwendig sind. Zudem müssen die Trainingseinheiten von qualifiziertem Fachpersonal, beispielsweise Physiotherapeuten, angeleitet und überwacht werden. Wichtig ist, dass die Kosten für diese speziellen Übungen auf der Rechnung gesondert ausgewiesen sind. Ein pauschaler Monatsbeitrag für das Fitnessstudio reicht nicht aus.
Fallbeispiel: Absetzung von Reha-Maßnahmen
Beiträge zu einem Reha-Verein, der seine Kurse in einem Fitnessstudio abhält, können ebenfalls steuerlich anerkannt werden. Voraussetzung ist, dass die Teilnahme am Reha-Sport ärztlich verordnet wurde und die Inhalte des Kurses auf die Behandlung einer spezifischen Erkrankung abzielen. Die Verordnung muss die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme bestätigen. Laut Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. können auch Fahrtkosten zur Reha-Einrichtung geltend gemacht werden.
Zumutbare Eigenbelastung: So wird sie berechnet
Die zumutbare Eigenbelastung wird prozentual vom Gesamtbetrag der Einkünfte berechnet und hängt vom Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von bis zu 15.340 Euro liegt die Eigenbelastung für Alleinstehende ohne Kinder bei 5 Prozent. Bei höheren Einkünften und mit Kindern sinkt dieser Prozentsatz gemäß § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Es lohnt sich, die individuelle Grenze zu ermitteln, um zu prüfen, ob die Krankheitskosten steuerlich relevant sind.
Nicht absetzbar sind Kosten für rein vorbeugende Maßnahmen ohne konkreten Krankheitsbezug. Auch allgemeine Empfehlungen wie „Machen Sie mehr Sport“ oder „Ernähren Sie sich gesünder“ reichen nicht aus, um Ausgaben für Fitnessstudio oder Diätprodukte steuerlich geltend zu machen. (Lesen Sie auch: Kündigung Wegen Krankheit: Wann ist Sie Wirklich…)
Steuererklärung: So machen Sie die Krankheitskosten geltend
Um die Krankheitskosten in der Steuererklärung geltend zu machen, tragen Sie diese in der Anlage „Außergewöhnliche Belastungen“ ein. Fügen Sie alle relevanten Belege, Verordnungen und Atteste bei. Das Finanzamt prüft dann, ob die Kosten die zumutbare Eigenbelastung übersteigen und in welcher Höhe sie steuerlich absetzbar sind. Es kann sich lohnen, auch rezeptfreie Medikamente geltend zu machen, wenn diese ärztlich verordnet wurden. Ein Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen VI R 7/18) aus dem Jahr 2019 bekräftigt, dass auch derartige Aufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen absetzbar sind.
Häufig gestellte Fragen
Welche Nachweise benötige ich für die Steuererklärung bezüglich Krankheitskosten?
Sie benötigen ärztliche Verordnungen oder Atteste, Rechnungen über die entstandenen Kosten sowie Zahlungsbelege. Bei Medikamenten sind sowohl Quittungen als auch die ärztliche Verordnung wichtig, auch wenn diese rezeptfrei waren. (Lesen Sie auch: Krankheitsbedingte Kündigung: Darf Chef Wegen Krankheit Kündigen?)
Kann ich Fahrtkosten zum Arzt oder Therapeuten absetzen?
Ja, Fahrtkosten zu Ärzten, Therapeuten oder ins Krankenhaus können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Hierfür können Sie entweder die tatsächlichen Kosten angeben oder die Kilometerpauschale von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer nutzen.
Was passiert, wenn meine Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet hat?
Wenn Ihre Krankenkasse einen Teil der Kosten übernommen hat, können Sie nur den Differenzbetrag als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung angeben. Die Erstattung der Krankenkasse mindert den absetzbaren Betrag.
Gibt es eine Höchstgrenze für absetzbare Krankheitskosten?
Nein, es gibt keine generelle Höchstgrenze für absetzbare Krankheitskosten. Allerdings mindert die zumutbare Eigenbelastung den Betrag, der tatsächlich steuerlich geltend gemacht werden kann. Nur die Kosten, die diese Grenze übersteigen, sind absetzbar.
Kann ich auch Kosten für alternative Behandlungsmethoden absetzen?
Kosten für alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie oder Akupunktur können abgesetzt werden, wenn diese von einem Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt und verordnet wurden. Auch hier ist ein Nachweis über die medizinische Notwendigkeit erforderlich. (Lesen Sie auch: Amerikanische Börse Dominanz: Warum Sie Weiter wächst)
Es lohnt sich, alle Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzung von Krankheitskosten zu prüfen und die entsprechenden Belege sorgfältig zu sammeln. So können Sie Ihre Steuerlast mindern und Geld vom Finanzamt zurückerhalten.


















