Die Strabag Kartellstrafe ist auf die Rekordsumme von 146 Millionen Euro gestiegen. Das Wiener Kartellgericht hat dem Baukonzern den Kronzeugenstatus aberkannt und damit die ursprünglich verhängte Strafe deutlich erhöht. Dies ist die höchste Kartellstrafe, die jemals in Österreich verhängt wurde, wie der Standard berichtet.

Hintergrund der Strabag Kartellstrafe
Die Hintergründe der Strabag Kartellstrafe reichen zurück bis in die Jahre 2002 bis 2017. In diesem Zeitraum soll es zu Preisabsprachen im österreichischen Baugewerbe gekommen sein. Mehr als 20 Baufirmen sollen an den illegalen Absprachen beteiligt gewesen sein. Ziel des Kartells war es laut Oberlandesgericht Wien, sich gegenseitig Aufträge zuzuschanzen und den Wettbewerb auszuschalten. Die Strabag war als einer der Branchenführer ebenfalls in die Machenschaften verwickelt.
Das Baukartell und die Rolle der Strabag
Das Baukartell, in das die Strabag verwickelt war, gilt als eines der größten Kartelle der zweiten Republik Österreich. Die beteiligten Unternehmen sollen über Jahre hinweg öffentliche und private Ausschreibungen im Hoch- und Tiefbau manipuliert haben. Durch Preisabsprachen und andere wettbewerbswidrige Praktiken wurde der Wettbewerb verzerrt und die Preise künstlich in die Höhe getrieben. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelte jahrelang gegen die beteiligten Unternehmen und deckte ein komplexes Netzwerk von Absprachen auf. (Lesen Sie auch: Lotto Ziehung: Lottoziehung am 11. März: 32…)
Aktuelle Entwicklung: Aberkennung des Kronzeugenstatus
Ursprünglich hatte die Strabag im Verfahren um das Baukartell den Status eines Kronzeugen. Das bedeutet, dass das Unternehmen mit den Behörden kooperierte und Informationen zur Aufklärung des Kartells lieferte. Im Gegenzug wurde die Strafe für die Strabag reduziert. Im Oktober 2021 wurde eine Geldbuße von rund 45 Millionen Euro gegen den Konzern verhängt. Wie MeinBezirk.at berichtet, wurde der Strabag der Kronzeugenstatus aberkannt, weil Teile des Unternehmens nicht vollständig an der Aufklärung mitgearbeitet hatten. Neue Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) brachten weitere Hinweise ans Licht, die dazu führten, dass das Kartellgericht die Strafe nun deutlich erhöhte.
Reaktionen und Einordnung
Die Erhöhung der Strabag Kartellstrafe auf 146 Millionen Euro ist ein deutliches Signal an alle Unternehmen, die in wettbewerbswidrige Praktiken verwickelt sind. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) betonte, dass die Aufdeckung des Baukartells ein großer Erfolg für den Kartellrechtsvollzug sei. Die verhängten Kartellstrafen belaufen sich insgesamt auf knapp 300 Millionen Euro. Die Strabag selbst akzeptiert die Aufstockung der Strafzahlung, um ein weiteres langwieriges Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Strabag Kartellstrafe: Was bedeutet das? / Ausblick
Die Strabag Kartellstrafe in Millionenhöhe hat erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmen. Zum einen muss die Strabag die hohe Geldstrafe zahlen, was die finanzielle Situation des Konzerns belastet. Zum anderen hat der Imageschaden durch die Verwicklung in das Baukartell negative Folgen für die Reputation der Strabag.Die BWB-Generaldirektorin Natalie Harsdorf betonte nach der Gerichtsverhandlung, dass mit dem Ende des Strabag-Verfahrens alle Baukartellverfahren beendet seien. (Lesen Sie auch: Benko Privatstiftung: Benkos Laura meldet Insolvenz an:…)
Überblick: Die höchsten Kartellstrafen in Österreich
Die Strabag Kartellstrafe ist die höchste, die jemals in Österreich verhängt wurde. Hier ein Überblick über die bisherigen Rekordstrafen:
| Unternehmen | Strafe |
|---|---|
| Strabag | 146 Millionen Euro |
| REWE (Billa-Mutter) | 70 Millionen Euro |
| Porr | 62,4 Millionen Euro |
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Kartellverstöße in Österreich mit empfindlichen Strafen geahndet werden können.

Häufig gestellte Fragen zu strabag kartellstrafe
Warum muss die Strabag eine so hohe Kartellstrafe zahlen?
Die Strabag wurde zu einer Rekord-Kartellstrafe von 146 Millionen Euro verurteilt, weil sie in ein Baukartell verwickelt war und gegen Wettbewerbsregeln verstoßen hat. Ursprünglich hatte sie den Status eines Kronzeugen, der ihr aberkannt wurde, was zur Erhöhung der Strafe führte. (Lesen Sie auch: Leverkusen – Arsenal: reist nach: Champions-League-Duell)
Was ist ein Baukartell und welche Auswirkungen hat es?
Ein Baukartell ist eine illegale Absprache zwischen Bauunternehmen, um Preise zu manipulieren und Aufträge unter sich aufzuteilen. Dies führt zu überhöhten Preisen für Bauprojekte, schränkt den Wettbewerb ein und schadet der Wirtschaft sowie den Steuerzahlern.
Was bedeutet der Verlust des Kronzeugenstatus für die Strabag?
Der Verlust des Kronzeugenstatus bedeutet für die Strabag, dass sie nicht mehr von einer Strafmilderung profitiert, die ihr aufgrund ihrer Kooperation mit den Behörden gewährt wurde. Dies führte zu einer deutlichen Erhöhung der Kartellstrafe auf 146 Millionen Euro.
Wie hoch waren die bisherigen Höchststrafen für Kartellverstöße in Österreich?
Vor der Strabag Kartellstrafe waren die höchsten Kartellstrafen in Österreich gegen die REWE-Gruppe (70 Millionen Euro) und den Baukonzern Porr (62,4 Millionen Euro) verhängt worden. Die Strafe gegen die Strabag übertrifft diese Beträge deutlich. (Lesen Sie auch: Malmö FF hadert mit Terminkollision vor Spiel…)
Welche Konsequenzen hat die Kartellstrafe für die Strabag?
Die Kartellstrafe hat sowohl finanzielle als auch reputative Konsequenzen für die Strabag. Das Unternehmen muss die hohe Geldstrafe zahlen und erleidet einen Imageschaden durch die Verwicklung in das Baukartell. Dies kann sich negativ auf zukünftige Aufträge auswirken.
Sind mit dem Strabag-Verfahren alle Baukartellverfahren in Österreich abgeschlossen?
Ja, laut Aussage der BWB-Generaldirektorin Natalie Harsdorf sind mit dem Abschluss des Strabag-Verfahrens alle Baukartellverfahren in Österreich beendet. Die verhängten Kartellstrafen belaufen sich insgesamt auf knapp 300 Millionen Euro.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.











