Streik Winterdienst – mitten im Wintereinbruch legen die Beschäftigten der Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein die Arbeit nieder. Am 6. Januar 2026 zeigen wir die aktuelle Lage: 22 Meistereien betroffen, Bundes- und Landesstraßen teils ungeräumt und erhöhte Unfallgefahr durch Glätte. Der Warnstreik ist Teil der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder – ver.di fordert 7 Prozent mehr Gehalt.
📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026
⚠️ Streik Winterdienst – Die wichtigsten Fakten:
- Betroffen: 22 Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein
- Datum: 6. Januar 2026
- Straßen: Bundes-, Landes- und Kreisstraßen teilweise ungeräumt
- Gewerkschaften: ver.di und VdStra
- Forderung: 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro
- Nächste Verhandlung: 15./16. Januar 2026 in Potsdam
Streik Winterdienst: Aktuelle Lage in Schleswig-Holstein
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) warnt: Am 6. Januar 2026 kommt es zu einem stark eingeschränkten Winterdienst auf Landes- und Bundesstraßen sowie Kreisstraßen im gesamten Bundesland. Hintergrund ist ein Warnstreik der Gewerkschaften ver.di und VdStra in allen 22 Straßenmeistereien des Landes.
Der LBV.SH erklärt: „Das Streikrecht ist ein hohes Gut in Deutschland. Der LBV.SH hat volles Verständnis für die Streikenden und wird mit allen zur Verfügung stehenden Kräften die Straßen möglichst schnee- und eisfrei halten.“ Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass ein regulärer Winterdienst dargestellt werden kann.

Diese Straßen sind vom Winterdienst-Streik betroffen
| Straßentyp | Status | Zuständigkeit |
|---|---|---|
| Bundesstraßen | Stark eingeschränkt | LBV.SH / Straßenmeistereien |
| Landesstraßen | Stark eingeschränkt | LBV.SH / Straßenmeistereien |
| Kreisstraßen | Teilweise betroffen | LBV.SH / Kreise |
| Autobahnen | Nicht betroffen | Autobahn GmbH des Bundes |
| Gemeindestraßen | Nicht betroffen | Kommunen |
⚠️ Warnung: Aufgrund der Witterung ist insbesondere in den Morgenstunden Glätte auf den Fahrbahnen nicht auszuschließen. Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig fahren, mehr Zeit einplanen und wenn möglich auf nicht notwendige Fahrten verzichten.
So reagiert der Landesbetrieb auf den Streik
Der LBV.SH versucht, die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten. Dafür werden mehrere Maßnahmen ergriffen:
- Die Straßenmeistereien arbeiten bezirksübergreifend und helfen sich gegenseitig aus
- Der Ausfall wird durch 171 LKW privater Fremdfirmen kompensiert
- Notdienstvereinbarung mit ver.di und VdStra wird verhandelt
- Alle Meistereien sollen besetzt bleiben, um den Winterdienst zu koordinieren
- Gefahrenstellen werden vorrangig entschärft
Trotz dieser Maßnahmen warnt der Landesbetrieb: „Dies wird jedoch je nach Witterungslage nicht in allen Bereichen in vollem Umfang gelingen.“
Hintergrund: Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst
Der Streik Winterdienst ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Die Gewerkschaften ver.di, GEW, GdP und IG BAU fordern deutliche Lohnerhöhungen für rund 2,5 Millionen Beschäftigte.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Forderung | 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro |
| Betroffene | Rund 2,5 Millionen Beschäftigte der Länder (ohne Hessen) |
| Nachwuchskräfte | 200 Euro mehr pro Monat + unbefristete Übernahme |
| Zeitzuschläge | Erhöhung um 20 Prozentpunkte |
| Laufzeit | 12 Monate |
| Nächste Runde | 15./16. Januar 2026 in Potsdam |
ver.di-Chef Frank Werneke begründet die Forderungen: „Der Handlungsbedarf ist riesig. Bereits jetzt sind im gesamten öffentlichen Dienst in Deutschland rund 600.000 Stellen unbesetzt.“ Die erste Verhandlungsrunde am 3. Dezember 2025 endete ohne Ergebnis – die Arbeitgeber legten kein Angebot vor.
💡 Warum jetzt? ver.di-Chef Frank Werneke erklärt zur Frage, ob Streiks im Winterdienst vertretbar seien: „Wenn es notwendig ist, sind wir natürlich in der Lage, Streiks durchzuführen.“ Es werde aber sichergestellt, „dass keine Unfallgefährdungen auftreten“. Streikmaßnahmen richteten sich danach, wo mit vertretbarem Aufwand eine möglichst große Wirkung erzielt werden könne.
So ist der Winterdienst normalerweise organisiert
Außerhalb von Streikzeiten ist der Straßenwinterdienst des LBV.SH gut aufgestellt. Die Einsatzrufbereitschaft beginnt bei Bedarf um 3:00 Uhr morgens und endet um 22:00 Uhr. Für den reibungslosen Ablauf stehen umfangreiche Ressourcen bereit:
| Ressource | Anzahl / Kapazität |
|---|---|
| Straßenmeistereien | 22 im gesamten Bundesland |
| Straßenwärter & Kraftfahrer | Über 500 Beschäftigte |
| LKW privater Unternehmen | 171 unter Vertrag |
| Streugutlagerstätten | 31 mit ca. 30.000 Tonnen Kapazität |
| Ø Salzverbrauch/Jahr | 19.200 Tonnen (Mittel der letzten 5 Jahre) |
| Historisches Maximum | 84.000 Tonnen (Winter 2009/2010) |

Tipps für Autofahrer während des Winterdienst-Streiks
Der LBV.SH und die Polizei geben folgende Empfehlungen für Verkehrsteilnehmer:
Vor der Fahrt
- ✔️ Prüfen Sie, ob die Fahrt wirklich notwendig ist
- ✔️ Planen Sie deutlich mehr Zeit ein
- ✔️ Informieren Sie sich über die aktuelle Verkehrslage
- ✔️ Stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug wintertauglich ist
Während der Fahrt
- ✔️ Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den winterlichen Bedingungen an
- ✔️ Halten Sie extra Abstand zum Vordermann
- ✔️ Achten Sie besonders auf nicht geräumte Nebenstraßen
- ✔️ Fahren Sie bei Brücken und Unterführungen besonders vorsichtig (Glättegefahr!)
- ✔️ Nehmen Sie Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer
🚗 Polizei-Empfehlung: Insbesondere in den Morgenstunden ist mit Glätte auf den Fahrbahnen zu rechnen. Die Polizei rät: „Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig fahren, mehr Zeit einplanen und wenn möglich auf nicht notwendige Fahrten verzichten.“
Wintereinbruch verschärft die Situation
Der Streik Winterdienst trifft Schleswig-Holstein ausgerechnet während des aktuellen Wintereinbruchs in Europa. In den vergangenen Tagen fielen bis zu 25 Zentimeter Neuschnee im Norden Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für acht Landkreise in Schleswig-Holstein Alarmstufe Orange ausgerufen.
Auch in den kommenden Tagen werden winterliche Temperaturen und möglicher Schneefall erwartet. Die Kombination aus Winterwetter und eingeschränktem Räumdienst erhöht das Unfallrisiko auf den Straßen erheblich.
Ausblick: Wann endet der Streik Winterdienst?
Der aktuelle Streik Winterdienst ist zunächst auf den 6. Januar 2026 begrenzt. Allerdings hängen weitere Aktionen vom Verlauf der Tarifverhandlungen ab. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam statt.
| Termin | Ereignis | Ort |
|---|---|---|
| 3. Dezember 2025 | 1. Verhandlungsrunde (ohne Ergebnis) | Berlin |
| 6. Januar 2026 | Warnstreik Winterdienst SH | Schleswig-Holstein |
| 15./16. Januar 2026 | 2. Verhandlungsrunde | Potsdam |
| Mitte Februar 2026 | 3. Verhandlungsrunde (geplant) | Noch offen |
Ein Tarifabschluss soll möglichst nach der dritten Runde Mitte Februar erreicht werden. Bis dahin sind weitere Warnstreiks – auch im Winterdienst – nicht ausgeschlossen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: Vorsicht auf den Straßen während des Winterdienst-Streiks
Der Streik Winterdienst trifft Schleswig-Holstein ausgerechnet während des Wintereinbruchs. Autofahrer sollten besonders vorsichtig fahren, mehr Zeit einplanen und nicht notwendige Fahrten vermeiden. Die Gewerkschaften fordern mit 7 Prozent mehr Gehalt deutliche Lohnerhöhungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ob es weitere Warnstreiks gibt, hängt vom Verlauf der Tarifverhandlungen am 15. und 16. Januar ab. Alle weiteren Informationen zum aktuellen Wintereinbruch in Europa finden Sie in unserem Überblick.
Autor: MinDelMedia Redaktion | Verkehr & Wetter
Unsere Redaktion berichtet über aktuelle Themen rund um Verkehr, Wetter und Tarifpolitik.
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Stand: 6. Januar 2026 | Quellen: LBV.SH, Radio Hamburg, ver.di, Verkehrsrundschau, HL-Live












