đ Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2026
Tarifrunde LĂ€nder 2026: Morgen beginnt die zweite Verhandlungsrunde in Potsdam. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt fĂŒr 3,2 Millionen BeschĂ€ftigte. Nach bundesweiten Warnstreiks steigt der Druck auf die Arbeitgeber â doch die TdL hat bisher kein Angebot vorgelegt.
Tarifrunde LĂ€nder â die Tarifverhandlungen fĂŒr den öffentlichen Dienst der LĂ€nder (TV-L) gehen am 15. Januar 2026 in die entscheidende Phase. Morgen und ĂŒbermorgen treffen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber zur zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam. Die erste Runde im Dezember 2025 blieb ohne Ergebnis â die Arbeitgeber legten kein Angebot vor.
Heute streiken bundesweit tausende BeschĂ€ftigte, um den Druck zu erhöhen. In Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und weiteren BundeslĂ€ndern legen Mitarbeiter von Behörden, Schulen, Unikliniken und Feuerwehren die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft ver.di fĂŒhrt die Verhandlungen gemeinsam mit GEW, GdP, IG BAU und dem dbb Beamtenbund.
Inhaltsverzeichnis
- Was wird bei der Tarifrunde LĂ€nder verhandelt?
- Welche Forderungen stellen die Gewerkschaften?
- Was sagt die Arbeitgeberseite zur Tarifrunde LĂ€nder?
- Wann sind die Verhandlungstermine zur Tarifrunde LĂ€nder?
- Wo finden aktuell Warnstreiks statt?
- Was ist mit der gescheiterten Hamburg-Zulage passiert?
- Wie könnte ein Tarifabschluss aussehen?
- HĂ€ufig gestellte Fragen zur Tarifrunde LĂ€nder
- Fazit: Tarifrunde LĂ€nder vor entscheidender Phase
- Social Media
Was wird bei der Tarifrunde LĂ€nder verhandelt?
Bei der Tarifrunde LĂ€nder 2026 geht es um den Tarifvertrag fĂŒr den öffentlichen Dienst der LĂ€nder, kurz TV-L. Dieser regelt die GehĂ€lter und Arbeitsbedingungen von knapp einer Million TarifbeschĂ€ftigten bei den BundeslĂ€ndern. Indirekt profitieren auch 1,4 Millionen Beamte und eine Million VersorgungsempfĂ€nger vom Ergebnis.
| Betroffene Gruppe | Anzahl | Auswirkung |
|---|---|---|
| TarifbeschÀftigte LÀnder | ca. 925.000 | Direkt betroffen |
| Beamte der LĂ€nder | ca. 1,4 Millionen | Ăbertragung des Ergebnisses |
| VersorgungsempfĂ€nger | ca. 1 Million | Ăbertragung des Ergebnisses |
| Auszubildende | ca. 50.000 | Direkt betroffen |
| Gesamt | ca. 3,2 Millionen | â |
âčïž Wichtig zu wissen:
Hessen ist nicht Teil der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) und verhandelt einen eigenen Tarifvertrag (TV-H). Die TV-L-Ergebnisse gelten daher nicht fĂŒr hessische LandesbeschĂ€ftigte.
Welche Forderungen stellen die Gewerkschaften?
Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen am 17. November 2025 beschlossen. Im Kern geht es um eine deutliche Gehaltserhöhung und bessere Bedingungen fĂŒr NachwuchskrĂ€fte.
| Forderung | Details |
|---|---|
| Gehaltserhöhung | 7 Prozent mehr, mindestens 300 Euro monatlich |
| NachwuchskrÀfte | 200 Euro mehr pro Monat |
| Auszubildende | Unbefristete Ăbernahme nach Abschluss |
| Studentische BeschÀftigte | Tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt |
| ZeitzuschlÀge | Erhöhung um 20 Prozentpunkte |
| Laufzeit | 12 Monate |
Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke betont die Dringlichkeit: Im öffentlichen Dienst seien deutschlandweit bereits 600.000 Stellen unbesetzt. Um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten, seien spĂŒrbare Verbesserungen nötig.
Was sagt die Arbeitgeberseite zur Tarifrunde LĂ€nder?
Die Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) vertritt die Arbeitgeber. Ihr VerhandlungsfĂŒhrer ist Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD). Er bezeichnete die Gewerkschaftsforderungen als âastronomisch“.
Nach Berechnungen der TdL wĂŒrde der Mindestbetrag von 300 Euro in den unteren Entgeltgruppen zu Gehaltserhöhungen von bis zu 12,3 Prozent fĂŒhren. Die Mehrkosten fĂŒr die LĂ€nder beziffert Dressel auf rund 4 Milliarden Euro im Tarifbereich. Bei Ăbertragung auf die Beamten wĂ€ren es sogar 12,6 Milliarden Euro.
Die Gewerkschaften halten dagegen: Die LĂ€nder verzeichneten trotz wirtschaftlicher Lage steigende Steuereinnahmen von fĂŒnf Prozent. Das Argument leerer Kassen sei nicht nachvollziehbar. Laut Haufe mĂŒssen die LĂ€nder zudem den Anschluss an den TVöD von Bund und Kommunen halten.
Wann sind die Verhandlungstermine zur Tarifrunde LĂ€nder?
FĂŒr die Tarifrunde LĂ€nder 2026 sind drei Verhandlungsrunden geplant. Die erste Runde im Dezember blieb ergebnislos â nun folgen die entscheidenden GesprĂ€che.
| Termin | Runde | Ort | Status |
|---|---|---|---|
| 03.12.2025 | 1. Runde | Berlin | â Ohne Ergebnis |
| 15./16.01.2026 | 2. Runde | Potsdam | âł Morgen |
| 11.-13.02.2026 | 3. Runde | Potsdam | Geplant |
â ïž Achtung â Keine Schlichtung möglich:
Anders als beim TVöD gibt es auf LÀnderebene keine Schlichtungsvereinbarung. Scheitern die Verhandlungen im Februar, kann es direkt zu einem unbefristeten Streik kommen.
Wo finden aktuell Warnstreiks statt?
Vor der zweiten Verhandlungsrunde intensivieren sich die Warnstreiks bundesweit. Heute, am 14. Januar 2026, sind BeschÀftigte in sieben BundeslÀndern zum Streik aufgerufen.
Die Notfallversorgung ist ĂŒberall durch Notdienstvereinbarungen gesichert. Dennoch kommt es zu erheblichen EinschrĂ€nkungen â in NRW fallen laut DGB rund zwei Drittel aller geplanten Operationen an Unikliniken aus.
Was ist mit der gescheiterten Hamburg-Zulage passiert?
Ein Streitpunkt in der Tarifrunde LĂ€nder ist die sogenannte Hamburg-Zulage. Bereits 2023 wurde vereinbart, fĂŒr Hamburg und Bremen ĂŒber Zulagen fĂŒr bĂŒrgernahe Dienste zu verhandeln. Im Oktober 2025 erzielten ver.di und die Stadt Hamburg einen Kompromiss.
Doch die TdL lehnte die Vereinbarung ĂŒberraschend ab. Finanzsenator Dressel, zugleich TdL-Vorsitzender, konnte keine Mehrheit im LĂ€nder-Gremium erreichen. Stattdessen wurde ein abgespeckter Vorschlag vorgelegt, der statt 10.000 nur noch 4.000 BeschĂ€ftigte begĂŒnstigen wĂŒrde.
Ver.di-Chef Werneke nannte den Vorgang âskandalös“. Das Vertrauen in die Sozialpartnerschaft sei massiv beschĂ€digt. FĂŒr die Gewerkschaften ist die gescheiterte Hamburg-Zulage ein weiterer Grund fĂŒr die Warnstreiks.
Wie könnte ein Tarifabschluss aussehen?
Ein Blick auf den TVöD-Abschluss von Bund und Kommunen (April 2025) gibt Hinweise auf mögliche Ergebnisse. Dort einigten sich die Parteien auf:
đ TVöD-Abschluss 2025 als Vergleich:
⹠3 Prozent Erhöhung ab April 2025
⹠2,8 Prozent Erhöhung ab Mai 2026
âą 110 Euro Mindestbetrag
âą 27 Monate Laufzeit
Die Gewerkschaften fordern fĂŒr den TV-L deutlich mehr â sieben Prozent bei nur zwölf Monaten Laufzeit. Experten rechnen mit harten Verhandlungen und einem Kompromiss irgendwo zwischen den Positionen.
HĂ€ufig gestellte Fragen zur Tarifrunde LĂ€nder
Wann ist die nÀchste Verhandlungsrunde zur Tarifrunde LÀnder?
Die zweite Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam statt. Die dritte und voraussichtlich letzte Runde ist fĂŒr den 11. bis 13. Februar 2026 geplant, ebenfalls in Potsdam.
Wie viele BeschÀftigte sind von der Tarifrunde LÀnder betroffen?
Insgesamt sind rund 3,2 Millionen Menschen betroffen. Davon sind etwa 925.000 TarifbeschĂ€ftigte direkt betroffen. ZusĂ€tzlich profitieren etwa 1,4 Millionen Beamte und eine Million VersorgungsempfĂ€nger von der ĂŒblichen Ăbertragung des Tarifergebnisses.
Was passiert, wenn die Verhandlungen scheitern?
Anders als beim TVöD von Bund und Kommunen gibt es auf LÀnderebene keine Schlichtungsvereinbarung. Scheitern die Verhandlungen nach der dritten Runde im Februar, kann die Gewerkschaft direkt zu einem unbefristeten Streik aufrufen.
Gilt das TV-L-Ergebnis auch fĂŒr Beamte?
Ja, in der Regel wird das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamten ĂŒbertragen. Die LĂ€nder passen dazu nach Abschluss der Tarifrunde ihre Besoldungsgesetze an. Ver.di fordert diese Ăbertragung auch fĂŒr die aktuelle Runde.
Warum ist Hessen nicht Teil der Tarifrunde LĂ€nder?
Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) und verhandelt einen eigenen Tarifvertrag, den TV-H. Die Ergebnisse der TV-L-Tarifrunde gelten daher nicht fĂŒr hessische LandesbeschĂ€ftigte.
Wer verhandelt bei der Tarifrunde LĂ€nder?
Auf Gewerkschaftsseite fĂŒhrt ver.di die Verhandlungen, vertreten durch den Vorsitzenden Frank Werneke. Weitere beteiligte Gewerkschaften sind GEW, GdP, IG BAU und der dbb Beamtenbund. Die Arbeitgeber werden durch die TdL vertreten, deren VerhandlungsfĂŒhrer Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel ist.
Fazit: Tarifrunde LĂ€nder vor entscheidender Phase
Die Tarifrunde LĂ€nder 2026 geht mit der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam in die entscheidende Phase. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt und bezeichnen die Forderungen als unbezahlbar.
Heute streiken bundesweit tausende BeschĂ€ftigte in sieben BundeslĂ€ndern. Betroffen sind Unikliniken, Behörden, Schulen und viele weitere Einrichtungen. Insgesamt geht es um 3,2 Millionen Menschen â TarifbeschĂ€ftigte, Beamte und VersorgungsempfĂ€nger.
Die Situation ist angespannt: Ohne Schlichtungsvereinbarung droht bei einem Scheitern im Februar ein unbefristeter Streik. Die gescheiterte Hamburg-Zulage hat das Vertrauen zusÀtzlich belastet. Ob die Arbeitgeber morgen ein Angebot vorlegen, bleibt abzuwarten.
Ăber den Autor
Die Redaktion von mindelmedia-news.de berichtet aktuell ĂŒber die Tarifrunde LĂ€nder 2026. Wir informieren sachlich ĂŒber Verhandlungsstand, Forderungen und Auswirkungen fĂŒr BeschĂ€ftigte im öffentlichen Dienst.
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đ„ 3,2 Millionen Betroffene
đ° Forderung: 7% mehr, mind. 300âŹ
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2. Runde: 15./16. Januar in Potsdam
â ïž Keine Schlichtung bei Scheitern möglich
Die Verhandlungen werden schwierig. #ĂffentlicherDienst #TVL #Tarifrunde
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