Teilzeit in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand: Fast 40 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in Teilzeit. Dies ist vor allem auf den Anstieg der Teilzeitbeschäftigung im Gesundheits- und Sozialwesen zurückzuführen, während die Vollzeitbeschäftigung in der Industrie zurückgeht.

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Die wichtigsten Fakten
- Teilzeitquote erreicht Höchststand von 39,9 Prozent.
- 16,88 Millionen Menschen in Teilzeit beschäftigt, ein Anstieg von 1 Prozent gegenüber 2024.
- Zahl der Vollzeitbeschäftigten sinkt um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen.
- Gesamtes Arbeitsvolumen sinkt leicht um 0,2 Prozent.
| Bereich | Details |
|---|---|
| Teilzeitbeschäftigte | 16,88 Millionen (+1% gegenüber 2024) |
| Vollzeitbeschäftigte | 25,43 Millionen (-0,6% gegenüber 2024) |
| Teilzeitquote | 39,9% (Höchststand) |
| Wöchentliche Arbeitszeit | 30,4 Stunden (unverändert zu 2024) |
Teilzeit Deutschland: Ein Trend mit Folgen
Wie Stern berichtet, hat die Teilzeitbeschäftigung in Deutschland im Jahr 2025 einen Höchststand erreicht. Laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 16,88 Millionen. Im Gegensatz dazu sank die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen.
Diese Entwicklung führte zu einer Erhöhung der Teilzeitquote um 0,4 Prozentpunkte auf 39,9 Prozent, was laut IAB den höchsten jemals gemessenen Jahreswert darstellt.
Was sind die Gründe für den Anstieg der Teilzeitbeschäftigung?
Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist die Zunahme der Beschäftigung in Branchen mit traditionell hohem Teilzeitanteil, wie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Gleichzeitig ging die Beschäftigung in Branchen mit einem hohen Vollzeitanteil, wie der Industrie, zurück. (Lesen Sie auch: Hauptverdienerin Deutschland: So Selten ist das Wirklich)
Diese Verschiebung in der Branchenstruktur trägt maßgeblich zum Anstieg der Teilzeitquote bei. Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften im Gesundheits- und Sozialwesen, kombiniert mit einem Rückgang in der Industrie, verstärkt den Trend zur Teilzeitbeschäftigung.
Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland 30,4 Stunden, was dem Wert von 2024 entspricht. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2016 noch bei 30,12 Stunden.
Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
IAB-Experte Enzo Weber betont, dass Teilzeit bisher kein Verlustgeschäft war. Allerdings sieht er noch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der beruflichen Entwicklung von Frauen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.
CDU-Politiker fordern seit Monaten, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten sollten. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU/CSU hat sogar den Rechtsanspruch auf Teilzeit teilweise infrage gestellt. Dies zeigt die politische Brisanz des Themas. (Lesen Sie auch: Fachkräftemangel Deutschland: Nahles warnt vor Kollaps)
Wie wirkt sich die Entwicklung auf das Arbeitsvolumen aus?
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland blieb im vergangenen Jahr mit 45,98 Millionen nahezu konstant (minus 5.000 Personen). Allerdings leisteten diese zusammen etwa 61,26 Milliarden Stunden, was einem Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit blieb mit 30,4 Stunden unverändert.
Dieser leichte Rückgang des Arbeitsvolumens trotz nahezu gleichbleibender Erwerbstätigenzahl unterstreicht den Einfluss der zunehmenden Teilzeitbeschäftigung auf die Gesamtproduktivität.
Welche Rolle spielt Teilzeit im internationalen Vergleich?
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern liegt Deutschland im Mittelfeld der Teilzeitquoten. Die Niederlande und Österreich weisen beispielsweise höhere Teilzeitquoten auf, während in osteuropäischen Ländern Teilzeit weniger verbreitet ist. Laut Destatis (Statistisches Bundesamt) spielt die steuerliche Behandlung von Teilzeitarbeit eine wesentliche Rolle.
Diese internationalen Unterschiede zeigen, dass die Verbreitung von Teilzeitbeschäftigung stark von den jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen und kulturellen Normen abhängt. (Lesen Sie auch: Sozialstaat Kritik Deutschland: Wer zahlt die Zeche?)

Häufig gestellte Fragen
Warum steigt die Teilzeitquote in Deutschland?
Die Teilzeitquote steigt, weil Branchen mit hohem Teilzeitanteil, wie das Gesundheits- und Sozialwesen, wachsen, während Vollzeitbranchen wie die Industrie schrumpfen. Außerdem ermöglicht Teilzeitmodelle eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Wie wirkt sich Teilzeit auf das Rentensystem aus?
Teilzeitbeschäftigung kann zu geringeren Rentenansprüchen führen, da weniger in die Rentenversicherung eingezahlt wird. Dies betrifft besonders Frauen, die häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer. Zusätzliche private Vorsorge kann hier sinnvoll sein. (Lesen Sie auch: Wirtschaftlicher Niedergang Deutschland: Mercedes-Chef warnt vor Rechtsruck)
Welche Vorteile bietet Teilzeit für Arbeitgeber?
Teilzeit ermöglicht es Arbeitgebern, flexibler auf Auftragsschwankungen zu reagieren und qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, die sonst aufgrund familiärer Verpflichtungen nicht zur Verfügung stünden. Zudem können Kosten gespart werden.
Gibt es einen Rechtsanspruch auf Teilzeit in Deutschland?
Ja, Arbeitnehmer haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf Teilzeit. Dieser Anspruch ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt. Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten sind grundsätzlich verpflichtet, Teilzeit zu ermöglichen.
















