Der mutmaßliche islamistische Terroranschlag Bielefeld auf feiernde Fußballfans von Arminia Bielefeld im Mai 2023, bei dem vier Menschen lebensgefährlich verletzt wurden, wird vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verhandelt. Der Angeklagte hat die Tat gestanden und einen islamistischen Hintergrund eingeräumt. Er rechtfertigte die Tötung von Ungläubigen als Teil des Dschihad.

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Die wichtigsten Fakten
- Der Angeklagte, Mahmoud M., gestand den Angriff auf Bielefelder Fußballfans.
- Er berief sich auf einen islamistischen Hintergrund und den Dschihad.
- Die Bundesanwaltschaft klagt ihn wegen vierfachen versuchten Mordes an.
- Der Angriff ereignete sich am 18. Mai 2023 vor einer Bielefelder Bar.
Geständnis vor Gericht: Islamistischer Hintergrund des Angriffs?
Der psychiatrische Sachverständige, der den Angeklagten sieben Stunden lang befragte, schilderte vor Gericht, dass Mahmoud M. die Tat zunächst mit seinem Glauben rechtfertigte. Er habe sich durch westliche Regierungen für die Zerstörung Syriens rächen wollen. Zehn Tage vor der Tat habe er sich zur Tat entschieden und zwei Tage vorher die Messer gekauft. Laut Stern konsumierte er fünf Monate vor der Tat Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
Inzwischen bereue der 36-Jährige die Tat und gab an, zur Tatzeit depressiv gewesen zu sein. Er habe sich in Deutschland einsam und ausgegrenzt gefühlt, aber keine Möglichkeit zur Ausreise gehabt, da er keinen Pass besaß. (Lesen Sie auch: Christina Block Prozess: Hensel mit Generalverdacht?)
Die Anklage: Vierfacher versuchter Mord
Die Bundesanwaltschaft wirft Mahmoud M. vierfachen versuchten Mord vor und stuft ihn als IS-Terroristen ein. Sie geht von einem islamistisch motivierten Terroranschlag aus. Mahmoud M. soll in Syrien ideologisch und militärisch geschult worden sein und dort für den Islamischen Staat an Kampfeinsätzen teilgenommen haben, bis er verletzt wurde.
Der Angeklagte räumte gegenüber dem Psychiater ein, für den IS als Immobilienvermittler gearbeitet zu haben, bestritt jedoch eine aktive Rolle als Kämpfer.
Der Tathergang: Messerattacke vor einer Bar
Am frühen Morgen des 18. Mai 2023 soll der damals 35-Jährige die vier Fans vor einer Bielefelder Bar mit einem präparierten Gehstock angegriffen haben. An diesem war eine 18 Zentimeter lange Klinge befestigt. Laut Zeugenaussagen soll er dabei „Allahu akbar“ gerufen haben. (Lesen Sie auch: Christina Block Prozess: Jugendamt Sah Keine Kindeswohlgefährdung)
Die Opfer erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der Prozess soll nun klären, ob es sich tatsächlich um einen Terroranschlag Bielefeld handelte und inwieweit der Angeklagte dem IS zuzurechnen ist. Die Tagesschau berichtete ausführlich über den Prozessauftakt.
Welche Rolle spielte der IS?
Die Bundesanwaltschaft sieht in Mahmoud M. einen Anhänger und Kämpfer des IS. Er soll in Syrien eine Ausbildung erhalten haben. Laut Anklage soll er sich im Vorfeld der Tat intensiv mit Propaganda des IS auseinandergesetzt haben. Ob er tatsächlich an Kampfhandlungen teilgenommen hat, ist Gegenstand des Verfahrens. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Anschlag in Bielefeld von langer Hand geplant war und einen Racheakt für die westliche Politik in Syrien darstellen sollte.
Das Bundesministerium des Innern und für Heimat informiert über die Arbeit der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Terrorismus. (Lesen Sie auch: Promi zieht vor Gericht: Pooth verklagt Versicherungsmakler…)

Häufig gestellte Fragen
Was wird Mahmoud M. konkret vorgeworfen?
Mahmoud M. wird von der Bundesanwaltschaft vierfacher versuchter Mord vorgeworfen. Zudem wird ihm die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (Islamischer Staat) zur Last gelegt. (Lesen Sie auch: Flug Umbuchung Betrug: Frau verliert 2.500 Euro…)










