Lesezeit: 5 Minuten | Letzte Aktualisierung: 23.01.2026
TikTok US-Verkauf abgeschlossen: Neue Firma steht
Der TikTok US-Verkauf ist offiziell abgeschlossen: Nach monatelanger Hängepartie hat ByteDance das US-Geschäft der Video-App in eine neue Firma eingebracht. Das Gemeinschaftsunternehmen TikTok USDS Joint Venture LLC wird zu 80,1 Prozent von amerikanischen Investoren kontrolliert – angeführt von Oracle, Silver Lake und MGX. ByteDance behält knapp 20 Prozent Anteil. Mehr als 200 Millionen US-Nutzer können TikTok damit weiterhin nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Deal besiegelt: TikTok USDS Joint Venture LLC offiziell gegründet am 22. Januar 2026
- Eigentümer: 80,1% amerikanische Investoren, 19,9% ByteDance
- Hauptinvestoren: Oracle, Silver Lake und MGX (je 15%)
- Neuer CEO: Adam Presser leitet das US-Geschäft
- Bewertung: Rund 100 Milliarden US-Dollar (geschätzt)
- Nutzer: 200 Millionen Amerikaner und 7,5 Millionen Unternehmen betroffen
Der TikTok Verkauf markiert das Ende eines jahrelangen Tauziehens zwischen Washington und Peking. Am 22. Januar 2026 wurde das neue Gemeinschaftsunternehmen TikTok USDS Joint Venture LLC offiziell gegründet – einen Tag vor Ablauf der von Präsident Donald Trump gesetzten Frist. Damit entgeht die beliebte Video-Plattform einem drohenden Verbot in den USA. In diesem Artikel erfährst du alle Details zum US-Verkauf: Wer sind die neuen Eigentümer, wie ist der Deal strukturiert und was bedeutet das für die Nutzer?
TikTok US-Verkauf: So ist der Deal strukturiert
Der Verkauf bringt eine komplexe Eigentümerstruktur mit sich. Das neue Gemeinschaftsunternehmen TikTok USDS Joint Venture LLC wird mehrheitlich von amerikanischen und internationalen Investoren kontrolliert. Als bisheriger Eigentümer behält der in China ansässige Konzern ByteDance einen Anteil von knapp 20 Prozent – genug, um weiterhin beteiligt zu sein, aber zu wenig, um als „kontrollierender ausländischer Einfluss“ zu gelten. Damit erfüllt der TikTok US-Verkauf die Anforderungen des US-Gesetzes von 2024.
| Investor / Eigentümer | Anteil | Beschreibung |
|---|---|---|
| Oracle | 15% | US-Cloud-Computing-Riese, übernimmt Datensicherheit |
| Silver Lake | 15% | US-Private-Equity-Firma |
| MGX | 15% | Investmentfirma aus Abu Dhabi |
| Weitere Investoren | 35,1% | Dell Family Office, bestehende ByteDance-Investoren (z.B. Susquehanna, KKR) |
| ByteDance | 19,9% | Bisheriger chinesischer Eigentümer, behält Minderheitsanteil |
Hintergrund: Warum der TikTok US-Verkauf nötig wurde
Der TikTok US-Verkauf hat eine lange Vorgeschichte. Bereits 2020 hatte Donald Trump in seiner ersten Amtszeit versucht, die App wegen nationaler Sicherheitsbedenken zu verbieten – damals erfolglos. 2024 verabschiedete der US-Kongress dann parteiübergreifend den „Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act“. Dieses Gesetz schrieb vor, dass ByteDance sich vom US-Geschäft trennen muss – oder TikTok wird in den USA gesperrt. Der TikTok US-Verkauf wurde damit unvermeidlich.
Die Hauptsorge der US-Behörden: China könnte über ByteDance Zugang zu den Daten von über 200 Millionen amerikanischen Nutzern erhalten oder die öffentliche Meinung in den USA über den Algorithmus manipulieren. TikTok und ByteDance bestritten das stets. Dennoch bestätigte der Supreme Court das Gesetz im Januar 2025. Trump verlängerte die Frist für den TikTok US-Verkauf nach seinem Amtsantritt mehrfach – insgesamt viermal – um den Deal zu ermöglichen.
– Donald Trump auf Truth Social, 22. Januar 2026
Neue Führung nach dem TikTok US-Verkauf
Mit dem TikTok US-Verkauf geht auch ein Wechsel an der Spitze einher. Adam Presser, der zuvor als Head of Operations bei TikTok tätig war, übernimmt als CEO das neue Gemeinschaftsunternehmen. Will Farrell wird Chief Security Officer und verantwortet Datenschutz und Cybersicherheit. TikTok-CEO Shou Chew bleibt dem Unternehmen verbunden: Er erhält einen Sitz im siebenköpfigen Verwaltungsrat und führt weiterhin das globale ByteDance-Geschäft.
Der Verwaltungsrat nach dem TikTok US-Verkauf
- Shou Chew – TikTok CEO (weiterhin global)
- Egon Durban – Co-CEO von Silver Lake
- Kenneth Glueck – Oracle Executive
- David Scott – Chief Strategy Officer bei MGX
- Timothy Dattels – Senior Advisor bei TPG Global
- Mark Dooley – Managing Director bei Susquehanna
- Raul Fernandez – President und CEO von DXC Technology
Was passiert mit Algorithmus und Nutzerdaten?
Ein zentraler Punkt beim TikTok US-Verkauf betrifft den berühmten Empfehlungsalgorithmus – das „Geheimrezept“, das TikTok so süchtig machend macht. Das neue US-Unternehmen erhält eine Kopie des Algorithmus, die auf amerikanischen Nutzerdaten neu trainiert wird. Oracle übernimmt als „Trusted Security Partner“ die Aufgabe, die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu überwachen und zu validieren. Alle US-Nutzerdaten werden künftig in Oracles Cloud-Rechenzentren in den USA gespeichert.
Für die mehr als 200 Millionen US-Nutzer soll sich durch den TikTok US-Verkauf im Alltag wenig ändern. Die App funktioniert weiter wie gewohnt. Amerikanische Creator können nach wie vor ein weltweites Publikum erreichen. Auch das E-Commerce-Geschäft TikTok Shop und die Werbeplattform bleiben aktiv – werden allerdings weiterhin von einer separaten ByteDance-Tochter verwaltet.
Welche Apps sind vom TikTok US-Verkauf betroffen?
Der TikTok US-Verkauf umfasst nicht nur die Haupt-App, sondern auch weitere ByteDance-Anwendungen. Laut Trumps Executive Order fallen auch die Schwester-Apps CapCut (Videobearbeitung) und Lemon8 (Lifestyle-Plattform) unter das neue Gemeinschaftsunternehmen. Auf den Betrieb von TikTok außerhalb der USA – etwa in Deutschland – hat der TikTok US-Verkauf keine Auswirkungen.
| App | Funktion | Vom TikTok US-Verkauf betroffen? |
|---|---|---|
| TikTok | Kurzvideo-Plattform | ✅ Ja (nur USA) |
| CapCut | Videobearbeitungs-App | ✅ Ja (nur USA) |
| Lemon8 | Lifestyle-Plattform | ✅ Ja (nur USA) |
| TikTok Shop | E-Commerce | ⚠️ Teilweise (separate Verwaltung) |
Kritik am TikTok US-Verkauf
Der TikTok US-Verkauf hat nicht nur Befürworter. Kritiker monieren, dass ByteDance mit knapp 20 Prozent Anteil weiterhin erheblichen Einfluss behält. Das US-Gesetz von 2024 schreibt eigentlich vor, dass ByteDance keine operative Beziehung zum US-TikTok haben darf. Ob der Deal diese Anforderung tatsächlich erfüllt, ist umstritten. Datenschutzexperten warnen zudem, dass Larry Ellisons Oracle – dessen Familie auch CBS kontrolliert – durch den TikTok US-Verkauf enorme Medienmacht erhält.
Häufig gestellte Fragen zum TikTok US-Verkauf
Fazit: TikTok US-Verkauf beendet jahrelangen Streit
Der TikTok Verkauf ist abgeschlossen und markiert das Ende eines jahrelangen geopolitischen Tauziehens. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen TikTok USDS Joint Venture LLC unter amerikanischer Mehrheitskontrolle kann die beliebte Video-App ihre 200 Millionen US-Nutzer behalten. Oracle, Silver Lake und MGX übernehmen als Hauptinvestoren die Führung, während ByteDance mit knapp 20 Prozent beteiligt bleibt. Ob der Verkauf alle Kritiker zufriedenstellt, bleibt abzuwarten – doch für Creator, Unternehmen und Nutzer bedeutet der Deal vor allem eines: TikTok bleibt in den USA am Netz.
- TikTok – Offizielle Pressemitteilung zum TikTok USDS Joint Venture
- Reuters – TikTok reaches deal for new US joint venture
- Bloomberg – TikTok Seals Deal to Operate in the US
- NBC News – White House and China finalize deal
- dpa-AFX – Neue US-Firma für TikTok offiziell gegründet