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Tresor Einbruch Gelsenkirchen: Ein filmreifer Coup erschüttert die Sparkasse im Stadtteil Buer. Unbekannte Täter bohrten mit einem Spezialbohrer ein Loch in den Tresorraum und plünderten zahlreiche Schließfächer. Vor der Bank spielen sich emotionale Szenen ab – Hunderte besorgte Kunden fordern Informationen, die Polizei musste einschreiten.
Update 30.12.2025, 12:00 Uhr: Die Sparkassen-Filiale bleibt auch am Dienstag geschlossen. Etwa 200 Kunden versammelten sich erneut vor dem Gebäude. Die Lage drohte zu eskalieren, Polizisten mussten den Eingang sichern.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste zum Tresor Einbruch Gelsenkirchen
- So gingen die Einbrecher vor
- Wie wurde der Einbruch entdeckt?
- Tatort-Bilder zeigen das Ausmaß
- Tumulte vor der Sparkasse: „Wir wollen rein!"
- Sparkasse bleibt geschlossen – Betroffene werden kontaktiert
- Versicherung: Was ist abgedeckt?
- Polizei sucht Zeugen
- Ähnliche Fälle in Deutschland
- FAQ: Häufige Fragen zum Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen
Das Wichtigste zum Tresor Einbruch Gelsenkirchen
In der Nacht zum Montag, 29. Dezember 2025, wurde ein spektakulärer Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen-Buer entdeckt. Unbekannte Täter hatten sich über ein Parkhaus Zugang zum Gebäude verschafft und mit einem professionellen Bohrer ein Loch in den Tresorraum gebohrt. Laut Polizei wurden „sehr viele“ Schließfächer aufgebrochen – die genaue Zahl steht noch nicht fest.
So gingen die Einbrecher vor
Die Täter nutzten offenbar die ruhigen Weihnachtsfeiertage für ihre Tat. Der Ablauf nach bisherigen Ermittlungen:
- Zugang über Parkhaus: Einstieg über das Parkhaus an der De-La-Chevallerie-Straße
- Weg durch Archivraum: Durch mehrere Türen gelangten sie in einen Archivraum
- Loch in die Wand: Mit einem Spezialbohrer wurde ein kreisrundes Loch in die Wand zum Tresorraum gebohrt
- Schließfächer geplündert: Zahlreiche Wertschließfächer wurden durchwühlt
- Flucht über Parkhaus: Die Täter entkamen mit der Beute auf demselben Weg
„Den Bohrer kriegen sie nicht im Baumarkt“, betonte ein Polizeisprecher. Das professionelle Werkzeug und die offensichtliche Kenntnis der Gebäudestruktur deuten auf eine sorgfältige Planung hin. Laut Medienberichten nutzten die Einbrecher beim Bohren Wasser, um Hitze und Staub zu reduzieren.
Wie wurde der Einbruch entdeckt?
Ein Brandmeldealarm führte zur Entdeckung des Coups. Am Montagmorgen um 3:58 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Als Einsatzkräfte das Gebäude nach einem möglichen Feuer durchsuchten, stießen sie im Keller auf die Einbruchsspuren.
Vermutlich löste Bohrstaub den Brandmelder aus – obwohl die Täter offenbar versuchten, die Staubentwicklung mit Wasser zu minimieren.
Tatort-Bilder zeigen das Ausmaß
Auf einem von der Polizei veröffentlichten Foto ist das Ausmaß der Zerstörung zu sehen: Im Archivraum liegen zahlreiche Akten auf dem Boden verstreut. An der Wand klafft ein großes, kreisrundes Loch zum Tresorraum. Auch Ziegelsteine fehlen an der Stelle.
| Detail | Information |
|---|---|
| Tatort | Sparkasse Gelsenkirchen-Buer, Nienhofstraße |
| Entdeckung | 29.12.2025, 3:58 Uhr (Brandmeldealarm) |
| Vermutlicher Tatzeitraum | Weihnachtsfeiertage / Wochenende |
| Zugang | Parkhaus De-La-Chevallerie-Straße |
| Tatwaffe | Professioneller Spezialbohrer |
| Betroffene Schließfächer | Sehr viele (genaue Zahl noch unbekannt) |
| Schadenshöhe | Noch nicht ermittelt |
| Täter | Unbekannt, keine „heiße Spur“ |
Tumulte vor der Sparkasse: „Wir wollen rein!“
Kurz nach Bekanntwerden des Einbruchs versammelten sich rund 200 besorgte Kunden vor der Filiale. Vor dem Bankgebäude spielten sich emotionale Szenen ab – bei einigen Familien flossen Tränen.
Eine weinende Frau berichtete, ihre Familie habe große Mengen an Bargeld und Gold im Schließfach aufbewahrt. „Wir haben 40 Jahre dafür gearbeitet und gespart“, sagte sie einem dpa-Reporter.
Am Dienstag, 30. Dezember, eskalierte die Situation: Erneut versammelten sich etwa 200 Menschen vor der Filiale. Mit Sprechchören „Wir wollen rein, wir wollen rein!“ forderten sie Zugang zum Gebäude. Mehrere Personen drängten an Sicherheitsmitarbeitern vorbei in den Vorraum. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und sicherte den Eingang.
Sparkasse bleibt geschlossen – Betroffene werden kontaktiert
Die Sparkassen-Filiale bleibt vorerst geschlossen. Auf ihrer Internetseite bat die Bank: „Aktuell klären wir mit der Versicherung, wie die Schadensabwicklung so kundenfreundlich wie möglich erfolgen kann. Dazu werden wir alle betroffenen Kundinnen und Kunden informieren.“
Die Polizei erklärte per Durchsage, dass die Filiale an diesem Tag geschlossen bleibe. Die Spurensicherung dauert an.
Versicherung: Was ist abgedeckt?
Für betroffene Kunden stellt sich die Frage der Entschädigung. Die Sparkasse Gelsenkirchen informierte über die Versicherungslage:
| Versicherungsart | Details |
|---|---|
| Grundversicherung | 10.300 Euro pro Schließfach |
| Zusatzversicherung | Höhere Summen individuell möglich |
| Hausratversicherung | Prüfen, ob Schließfach-Inhalte mitversichert sind |
Da Banken den Inhalt der Schließfächer nicht kennen, müssen Betroffene den Schaden nachweisen. Experten raten, folgende Unterlagen bereitzuhalten: Kaufbelege, Fotografien der eingelagerten Wertsachen, Wertgutachten für Schmuck und Versicherungspolicen.
Polizei sucht Zeugen
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Bisher gibt es laut Polizei keine „heiße Spur“ zu den Tätern. Die Ermittler werten große Mengen an Daten wie Fahrzeugbewegungen aus und befragen Anwohner.
Hinweise an die Polizei: Wer in den vergangenen Tagen im Bereich der Nienhofstraße oder des Parkhauses an der De-La-Chevallerie-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht oder ungewöhnliche Geräusche gehört hat, wird gebeten, sich bei der Polizei Gelsenkirchen zu melden.
Ähnliche Fälle in Deutschland
Spektakuläre Tresoreinbrüche sind in Deutschland selten, aber nicht beispiellos:
| Jahr | Ort | Schließfächer | Schaden |
|---|---|---|---|
| 2024 | Lübeck | über 300 | über 10 Mio. € |
| 2021 | Norderstedt (Hamburg) | rund 650 | mehrere Mio. € |
| 2025 | Gelsenkirchen | sehr viele | noch unbekannt |
In Norderstedt waren die Täter damals mit einem Kernbohrer aus extra angemieteten Räumen über der Filiale in den Tresorraum gelangt.
FAQ: Häufige Fragen zum Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen
Wie finde ich heraus, ob mein Schließfach betroffen ist?
Die Sparkasse Gelsenkirchen wird alle betroffenen Kunden proaktiv kontaktieren. Auf der Website wird darum gebeten, von einem Besuch vor Ort abzusehen.
Ist mein Schließfach-Inhalt versichert?
Grundsätzlich ist jedes Schließfach bei der Sparkasse Gelsenkirchen mit 10.300 Euro versichert. Höhere Summen können individuell abgesichert sein. Prüfen Sie auch Ihre Hausratversicherung.
Wann öffnet die Sparkasse in Buer wieder?
Die Filiale bleibt vorerst geschlossen. Die Spurensicherung durch die Polizei dauert an. Ein Öffnungstermin wurde noch nicht genannt.
Welche Unterlagen brauche ich für den Schadensnachweis?
Sammeln Sie Kaufbelege, Rechnungen, Fotografien der Wertsachen, Wertgutachten und Versicherungspolicen. Je besser die Dokumentation, desto einfacher die Schadensabwicklung.
Wann fand der Einbruch statt?
Der genaue Tatzeitpunkt ist noch unklar. Die Polizei geht von den Weihnachtsfeiertagen oder dem anschließenden Wochenende aus. Entdeckt wurde der Einbruch am 29.12.2025 um 3:58 Uhr.
Gibt es Hinweise auf die Täter?
Bisher gibt es laut Polizei keine „heiße Spur“. Die Täter sind unbekannt. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei Gelsenkirchen zu melden.
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert. Letztes Update: 30.12.2025, 12:00 Uhr