Vergewaltigung in Jugendzentrum in Berlin: Warum erfolgte zunächst keine Anzeige?
Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln ermitteln das Landeskriminalamt (LKA) und die Berliner Staatsanwaltschaft. Die Tat soll sich bereits im Januar ereignet haben, wurde aber erst bekannt, nachdem sich das Opfer einer Polizistin anvertraute. Warum wurde der Fall nicht früher gemeldet? Vergewaltigung Jugendzentrum steht dabei im Mittelpunkt.

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Was ist bisher bekannt?
Eine 16-Jährige soll im Januar in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln von mehreren Jungen in einen hinteren Raum gebracht und sexuell belästigt worden sein. Eine Mitarbeiterin beendete die Tat. Später soll es im Garten des Jugendzentrums zu einer Vergewaltigung gekommen sein, von der ein 17-Jähriger ein Video angefertigt haben soll. Wie Stern berichtet, soll der Vater des mutmaßlichen Opfers Anzeige erstattet haben, sowohl gegen den mutmaßlichen Täter als auch gegen Verantwortliche der Einrichtung und Behörden.
Warum wurde der Vorfall nicht sofort gemeldet?
Weder die Einrichtung selbst noch das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Die Gründe dafür sind Gegenstand interner Untersuchungen. Stadträtin Sarah Nagel (Linke) teilte mit, dass das Jugendamt keine Strafanzeige wegen der Vergewaltigung und der sexuellen Gewalt gestellt habe und dies nach heutigem Kenntnisstand ein Fehler gewesen sei. Das Jugendamt kündigte nun eine Untersuchung an und räumte Fehler ein.
Einsatz-Übersicht
- Mutmaßliche Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln
- Jugendamt räumt Fehler bei der Anzeigeerstellung ein
- Landeskriminalamt (LKA) und Staatsanwaltschaft ermitteln
- Stadträtin Sarah Nagel hat Strafanzeige gestellt und Untersuchung veranlasst
Reaktionen auf den Fall
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat sich noch nicht zu dem Fall geäußert. Die zuständige Stadträtin Sarah Nagel (Linke) hat inzwischen Strafanzeige gestellt und eine Untersuchung der Vorgänge veranlasst. „Ziel ist eine lückenlose Aufklärung und vor allem wirksame Maßnahmen zum Schutz der Neuköllner Jugendlichen“, so Nagel. Die mutmaßlichen Täter dürfen die Einrichtung nicht mehr betreten. (Lesen Sie auch: Michel Peiry: „Sadist von Romont“ erhält keine)
Chronologie der Ereignisse
Eine 16-Jährige soll von mehreren Jungen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln sexuell belästigt worden sein.
Es soll im Garten des Jugendzentrums zu einer Vergewaltigung gekommen sein, von der ein Video existiert.
Das Opfer vertraut sich einer Polizistin an, woraufhin die Kriminalpolizei eingeschaltet wird.
Das LKA und die Staatsanwaltschaft ermitteln. Die mutmaßlichen Täter dürfen das Jugendzentrum nicht mehr betreten. Stadträtin Nagel hat Strafanzeige gestellt und eine Untersuchung veranlasst. (Lesen Sie auch: Wetter österreich: Wettersturz in bringt Schnee bis…)
Welche Maßnahmen werden ergriffen?
Die zuständige Stadträtin Sarah Nagel (Die Linke) hat eine umfassende Untersuchung der Vorfälle angekündigt. Ziel sei es, alle Abläufe lückenlos aufzuklären und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Jugendlichen in Neukölln zu ergreifen. Die mutmaßlichen Täter wurden von der Einrichtung ausgeschlossen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung der Tat und nimmt Hinweise unter der Telefonnummer (030) 4664-912444 entgegen. Das Landeskriminalamt Berlin betreibt zudem ein Hinweisportal.
Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall geben können, sich unter der Telefonnummer (030) 4664-912444 zu melden.
Häufig gestellte Fragen
Was wird den mutmaßlichen Tätern vorgeworfen?
Den mutmaßlichen Tätern wird Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Zudem wird gegen die Verantwortlichen der Einrichtung und Behörden ermittelt, da diese zunächst keine Anzeige erstattet haben sollen.
Welche Rolle spielt das Jugendamt in diesem Fall?
Das Jugendamt Neukölln hat zunächst keine Anzeige erstattet, was Stadträtin Nagel als Fehler bezeichnet. Das Jugendamt hat nun eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Versäumnisse aufzuklären und zukünftig ähnliche Fehler zu vermeiden.
Welche Konsequenzen hat der Vorfall für das Jugendzentrum?
Die mutmaßlichen Täter dürfen das Jugendzentrum nicht mehr betreten. Zudem werden die Abläufe im Jugendzentrum untersucht, um Schwachstellen aufzudecken und den Schutz der Jugendlichen zu verbessern. Der Bezirk Neukölln hat auf seiner Webseite Informationen zu den Jugendfreizeiteinrichtungen veröffentlicht.
Was können Betroffene von sexueller Gewalt tun?
Betroffene von sexueller Gewalt können sich an verschiedene Beratungsstellen und Hilfsorganisationen wenden. Diese bieten Unterstützung und Beratung an, um die Erlebnisse zu verarbeiten und rechtliche Schritte einzuleiten. Eine Übersicht bietet das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen. (Lesen Sie auch: Laura Privatstiftung: Benkos Vermögensbunker meldet)













