Vodafone testet eine Technologie, die Mobilfunknetze in eine Art Radarsystem verwandelt. Die sogenannte Echoortung, bekannt von Fledermäusen, könnte bald Realität werden und vielfältige Anwendungen ermöglichen.

+
Zusammenfassung
- Vodafone testet „Integrated Sensing and Communication“ (ISAC) für Echoortung im Mobilfunknetz.
- ISAC könnte in der Robotik, Landwirtschaft und bei Warnsystemen eingesetzt werden.
- Die Technologie soll mit dem kommenden 6G-Standard ab 2030 breite Anwendung finden.
- Datenschutzfreundliche Alternative zu Kameras und Sensoren.
Was ist Vodafone Echoortung und wie funktioniert sie?
Vodafone Echoortung basiert auf der Technologie „Integrated Sensing and Communication“ (ISAC). Mobilfunkantennen senden Signale aus, die von Objekten reflektiert werden. Anhand dieser Echos können Menschen und Gegenstände erkannt und lokalisiert werden. Diese Technologie wandelt das Mobilfunknetz in einen hochpräzisen Sensor um. Wie Stern berichtet, hat Vodafone gemeinsam mit dem amerikanischen Netztechnik-Unternehmen Tiami erfolgreich Tests mit ISAC durchgeführt.
In welchen Bereichen könnte die Echoortung eingesetzt werden?
Die Einsatzmöglichkeiten von Vodafone Echoortung sind vielfältig. Im Gesundheitswesen könnten Roboter mithilfe der Technologie Hindernisse erkennen, während sie beispielsweise ein Krankenbett schieben. Auch in der Landwirtschaft, der Robotik und der Lebensmittelkontrolle sind Anwendungen denkbar. Innovationschef von Vodafone Deutschland, Michael Reinartz, sieht Potenzial in Einkaufszentren, die Besucherströme datenschutzfreundlich messen könnten, ohne Kameras einzusetzen. (Lesen Sie auch: Lucas Drohne: USA Setzen Iran-Kopie im Nahen…)
ISAC könnte auch in bestehende Leit- und Warnsysteme integriert werden. So könnten Menschenmassen nach einem Fußballspiel besser zu verschiedenen Bahnsteigen oder Bushaltestellen geleitet werden.
So funktioniert es in der Praxis
Stellen Sie sich ein Lagerhaus vor, in dem Gabelstapler autonom Waren transportieren. Durch die Vodafone Echoortung könnten die Stapler Hindernisse wie herumstehende Paletten oder Personen frühzeitig erkennen und Kollisionen vermeiden. Die Technologie würde eine präzisere Navigation ermöglichen als herkömmliche Sensoren, besonders in unübersichtlichen Umgebungen.
Ein weiteres Beispiel wäre die Überwachung von Industrieanlagen. Anstatt Kameras zu installieren, könnten Mobilfunkantennen unbefugtes Eindringen erkennen und Sicherheitskräfte alarmieren. Dies wäre besonders nützlich in weitläufigen Arealen oder bei schlechten Lichtverhältnissen. (Lesen Sie auch: KI ARD Radio: Künstliche Intelligenz Bald im…)
Vorteile und Nachteile
Ein wesentlicher Vorteil der Vodafone Echoortung ist ihre potenzielle Kosteneffizienz. Da die Technologie auf bestehender Mobilfunkinfrastruktur aufbaut, sind weniger zusätzliche Sensoren oder Kameras erforderlich. Zudem ermöglicht sie eine datenschutzfreundlichere Überwachung, da keine Bilddaten erfasst werden. Die Herausforderung besteht darin, die Technologie so zu entwickeln, dass sie präzise und zuverlässig arbeitet, auch unter schwierigen Bedingungen wie starkem Funkverkehr.
Welche Bedenken gibt es bezüglich des Datenschutzes?
Obwohl Vodafone Echoortung als datenschutzfreundlicher gilt als beispielsweise Videoüberwachung, bleiben Bedenken. Es ist wichtig, dass die Erfassung und Nutzung der Daten transparent sind und den Vorgaben der DSGVO entsprechen. Die Technologie muss so gestaltet sein, dass sie keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulässt, sondern lediglich allgemeine Informationen über die Bewegung von Menschen oder Objekten liefert.
Vodafone Echoortung im Vergleich zu anderen Ortungstechnologien
Alternativen zur Vodafone Echoortung sind beispielsweise Radar- und Lidar-Systeme, die in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Diese Technologien sind jedoch oft teurer und benötigen eine eigene Infrastruktur. Auch Kameras und herkömmliche Sensoren können zur Ortung verwendet werden, sind aber weniger datenschutzfreundlich und in ihrer Reichweite begrenzt. Ein Bericht von Heise Online vergleicht verschiedene Ortungstechnologien und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. (Lesen Sie auch: Apples iPhone 17E angekündigt: Das steckt im…)
Die Integration von ISAC in den kommenden 6G-Mobilfunkstandard, dessen Marktstart um 2030 erwartet wird, könnte die Technologie einem breiteren Publikum zugänglich machen. Die Bundesnetzagentur informiert über die Entwicklung und Einführung neuer Mobilfunkstandards.

Vodafone ist nicht der einzige Netzbetreiber, der an der Radarfunktion arbeitet. Die gesamte Mobilfunkbranche strebt an, die Technologie perspektivisch in das Netz zu integrieren.
Insgesamt bietet die Vodafone Echoortung vielversprechende Möglichkeiten für eine Vielzahl von Anwendungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Technologie in den kommenden Jahren weiterentwickelt und welche konkreten Einsatzgebiete sich etablieren werden. Die Entwicklung von 6G wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. (Lesen Sie auch: Justin Bieber Hailey Baldwin: So Feiern Sie…)
Ursprünglich berichtet von: Stern
















