Hans Dieter Pötsch soll volkswagen chefkontrolleur bleiben. Der Nominierungsausschuss des VW-Aufsichtsrats hat den 74-Jährigen zur Wiederwahl vorgeschlagen. Die Entscheidung soll auf der kommenden Hauptversammlung am 18. Juni fallen. Pötsch steht seit 2015 an der Spitze des Aufsichtsrats.

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Die wichtigsten Fakten
- Hans Dieter Pötsch soll VW-Chefkontrolleur bleiben.
- Der Nominierungsausschuss schlägt Pötsch zur Wiederwahl vor.
- Die Entscheidung fällt voraussichtlich am 18. Juni.
- Pötsch ist seit 2015 Chefkontrolleur des Volkswagen-Konzerns.
| Unternehmen: | Details: |
|---|---|
| Umsatz: | 278,3 Milliarden Euro (2022) |
| Gewinn/Verlust: | 15,8 Milliarden Euro Gewinn (2022) |
| Mitarbeiterzahl: | 660.000 (2022) |
| Branche: | Automobil |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz +12%, Gewinn +2,6% |
Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrats
Hans Dieter Pötsch, der seit Herbst 2015 als volkswagen chefkontrolleur fungiert, strebt eine weitere Amtszeit an. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats hat ihn für eine Wiederwahl vorgeschlagen. Damit soll die Kontinuität an der Spitze des Kontrollgremiums gewährleistet werden.
Pötsch will VW „wetterfest“ machen
Pötsch selbst äußerte sich laut einer Mitteilung des Unternehmens dahingehend, dass er dem Wunsch, VW weiterhin durch die aktuellen Herausforderungen zu führen, gerne nachkomme. Sein erklärtes Ziel sei es, den Konzern „wetterfest“ aufzustellen. Dies impliziert die Notwendigkeit, Volkswagen widerstandsfähiger gegen wirtschaftliche Schwankungen und technologische Umbrüche zu machen. (Lesen Sie auch: Volkswagen-Konzern: Pötsch soll VW-Chefkontrolleur bleiben)
Wie gestaltet sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats?
Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG setzt sich aus 20 Mitgliedern zusammen, je zur Hälfte von Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite. Die Anteilseignervertreter werden von der Hauptversammlung gewählt, während die Arbeitnehmervertreter von den Beschäftigten des Konzerns bestimmt werden. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands und bestellt bzw. entlässt dessen Mitglieder.
Historischer Vergleich: VW im Wandel der Zeit
Die aktuelle Situation lässt sich mit früheren Phasen des Umbruchs bei Volkswagen vergleichen. In den 1990er Jahren stand der Konzern vor ähnlichen Herausforderungen, als die Globalisierung und der zunehmende Wettbewerb den Druck auf die Automobilhersteller erhöhten. Damals setzte VW auf eine verstärkte Internationalisierung und eine Diversifizierung des Modellangebots. Heute stehen die Elektrifizierung und die digitale Transformation im Vordergrund. Wie Stern berichtet, soll Pötsch den Konzern in diesen Zeiten weiter führen.
Was bedeutet das für die Belegschaft?
Die Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrats könnte für die Belegschaft von Volkswagen sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Einerseits könnte die Erfahrung und das Wissen von Pötsch dazu beitragen, den Konzern stabil durch die Transformation zu führen und Arbeitsplätze zu sichern. Andererseits könnten Kritiker bemängeln, dass eine zu starke Fokussierung auf Bewährtes den notwendigen Wandel behindern könnte. Die IG Metall hat sich bisher nicht zu der Personalie geäußert. (Lesen Sie auch: Silver Tsunami Deutschland: Droht ein Preisverfall?)
Expertenmeinung zur Wiederwahl von Pötsch
„Die Wiederwahl von Herrn Pötsch wäre ein Zeichen der Stabilität in einer Phase großer Umbrüche für Volkswagen“, so Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center for Automotive Research (CAR) in Duisburg. „Allerdings muss man auch sehen, dass frischer Wind und neue Ideen für die Bewältigung der Herausforderungen der Elektromobilität und Digitalisierung unerlässlich sind.“ Laut Dudenhöffer müsse Pötsch beweisen, dass er den Wandel aktiv vorantreiben könne. Das Handelsblatt hatte zuerst über die Personalie berichtet.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange ist Hans Dieter Pötsch bereits im Volkswagen-Konzern tätig?
Hans Dieter Pötsch arbeitet seit 2003 für die VW-Gruppe. Zunächst war er zwölf Jahre als Finanzvorstand tätig, bevor er im Herbst 2015 an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte. Seine langjährige Erfahrung im Unternehmen wird als Vorteil gesehen.

Welche Aufgaben hat der Aufsichtsrat bei Volkswagen?
Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands und bestellt bzw. entlässt dessen Mitglieder. Er hat eine Kontrollfunktion und berät den Vorstand bei wichtigen strategischen Entscheidungen. Die Zusammensetzung ist paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer.
Wann findet die nächste Hauptversammlung von Volkswagen statt?
Die nächste Hauptversammlung der Volkswagen AG, auf der über die Wiederwahl von Hans Dieter Pötsch entschieden werden soll, ist für den 18. Juni geplant. Dort werden die Aktionäre über den Vorschlag des Nominierungsausschusses abstimmen. (Lesen Sie auch: Klaus Wellershoff Rezession: Welt droht Tiefer Fall?)
Was bedeutet „wetterfest“ aufstellen im Kontext von Volkswagen?
Mit „wetterfest“ aufstellen meint Pötsch, dass Volkswagen widerstandsfähiger gegen wirtschaftliche Schwankungen, technologische Umbrüche und geopolitische Risiken gemacht werden soll. Dies beinhaltet Investitionen in neue Technologien, die Optimierung von Produktionsprozessen und die Stärkung der Marktposition.
Welche Herausforderungen stehen Volkswagen aktuell bevor?
Volkswagen steht vor großen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Elektromobilität und der digitalen Transformation. Der Konzern muss seine Produktionsprozesse anpassen, neue Technologien entwickeln und seine Marktposition gegenüber neuen Wettbewerbern behaupten.















