Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Naturschützer beraten über strengere Schutzmaßnahmen und verstärkte internationale Zusammenarbeit, um die weltweite Biodiversitätskrise zu bekämpfen und den Rückgang der Bestände zu stoppen.

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Auf einen Blick
- UN-Konferenz in Brasilien zum Schutz wandernder Tierarten.
- Bestände von fast der Hälfte der geschützten Arten sind rückläufig.
- Übernutzung und Lebensraumverlust als Hauptgefahren.
- Maßnahmen gegen Wilderei und für besseren Meeresschutz geplant.
Was sind wandernde Tierarten und warum brauchen sie Schutz?
Wandernde Tierarten umfassen eine Vielzahl von Tieren, von Zugvögeln und Meeresschildkröten bis hin zu Walen, die jährlich teils immense Strecken über Kontinente und Ozeane zurücklegen. Der Schutz dieser Arten ist entscheidend, da sie wichtige Rollen in Ökosystemen spielen und ihre Wanderwege oft durch menschliche Aktivitäten wie Lebensraumzerstörung und Übernutzung bedroht sind. Wandernde Tierarten Schutz steht dabei im Mittelpunkt.
UN-Bericht zeigt Verschärfung der Lage
Ein im Vorfeld der Konferenz veröffentlichter UN-Bericht zeigt laut Stern eine Verschärfung der Lage wandernder Tierarten. Demnach sind die Bestände von 49 Prozent der durch das Abkommen geschützten wandernden Arten rückläufig – ein Anstieg von fünf Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren. Rund 24 Prozent der Arten sind vom Aussterben bedroht. (Lesen Sie auch: Handball: Berlins vermisste Meisterschale lag unerwartet im…)
Die Vertragsstaatenkonferenz (COP15) des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) dient als Plattform für internationale Zusammenarbeit im Artenschutz.
Welche Gefahren bedrohen wandernde Tierarten?
Als größte Gefahren für wandernde Tierarten gelten Übernutzung sowie der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen. Besonders kritisch ist die Lage im Meer, wo viele Fischarten stark gefährdet sind. Die Konferenz sucht nach Wegen, diese Bedrohungen zu minimieren.
Was sind die Ziele der COP15 in Brasilien?
Im Mittelpunkt der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) stehen Maßnahmen gegen die weltweite Biodiversitätskrise. Geplant ist unter anderem, weitere Tierarten unter internationalen Schutz zu stellen sowie Maßnahmen gegen illegale Jagd, Übernutzung und den Verlust von Lebensräumen zu verstärken. Die Konferenz, die erstmals in Brasilien stattfindet, wird in Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul ausgerichtet – nahe dem Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde und einer der artenreichsten Regionen weltweit. (Lesen Sie auch: Wettersturz bringt Schnee: Kaltfront fegt über Deutschland)
Welche Rolle spielt Brasilien bei der Konferenz?
Brasilien richtet die Konferenz erstmals aus. Brasiliens Umweltministerin Marina Silva betonte zur Eröffnung die Dringlichkeit des Handelns. Sie sagte, diese Migrationswege zu schützen bedeute, die Hoffnung zu nähren, „dass der Planet lebendig und vielfältig bleibt“. Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstreicht die Bedeutung des Pantanal für den Artenschutz.
Wie Stern berichtet, nehmen an dem Treffen bis Ende der Woche Regierungsvertreter, Wissenschaftler, Naturschützer sowie Vertreter indigener Gemeinschaften teil.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bedeutung hat das Pantanal für wandernde Tierarten?
Das Pantanal, als größtes Feuchtgebiet der Erde, dient vielen wandernden Tierarten als wichtiger Lebensraum und Rastplatz. Seine hohe Artenvielfalt macht es zu einem Hotspot für den Artenschutz.
Wie viele Staaten sind dem Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten beigetreten?
Dem Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) gehören mehr als 130 Staaten an, die sich damit zu gemeinsamen Schutzbemühungen verpflichten.
Was bedeutet der Rückgang der Bestände wandernder Tierarten für Ökosysteme?
Der Rückgang kann zu Ungleichgewichten in den Ökosystemen führen, da wandernde Tierarten oft wichtige Funktionen bei der Bestäubung, Samenverbreitung und Schädlingsbekämpfung erfüllen. (Lesen Sie auch: Fake-Pornografie im Internet: Zehn-Punkte-Plan gegen sexualisierte Digitalgewalt…)
Welche konkreten Maßnahmen können gegen die Übernutzung von wandernden Fischarten ergriffen werden?
Maßnahmen umfassen die Festlegung von Fangquoten, die Einrichtung von Schutzgebieten in Laichgebieten und die Bekämpfung illegaler Fischerei, um die Bestände zu erhalten.

















